Cremona Titelanwärter Nummer 1 in der Rallye-SM

publiziert: Mittwoch, 29. Mrz 2006 / 10:20 Uhr

Der Tessiner Devis Cremona (28) steigt als Favorit in die am Freitag beginnende Rallye-SM. Das erste von sechs Rennen findet in St-Chamond bei St-Etienne statt, am Geburtsort des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost.

Devis Cremona und Alberto Genovesi im Mitsubishi Evo VIII.
Devis Cremona und Alberto Genovesi im Mitsubishi Evo VIII.
Von den einst geplanten SM-Rallyes musste eines im Waadtländer Jura wegen Bewilligungsproblemen abgesagt werden. Bisher gelang es nur vereinzelten Equipen, genügend Geld für die komplette Saison aufzutreiben. Cremona hat es geschafft. Mit seinem Mitsubishi Evo VIII der Gruppe N wurde er im vergangenen Jahr SM-Zweiter. Falls Cremona regelmässig ins Ziel kommt, kann ihn wohl niemand am Gewinn des Titels hindern.

Für Schweizer Rallyes würden sich die agilen Fronttriebler der Klasse Super 1600 besser eignen als die seriennahen Gruppe-N-Autos, doch scheint heuer keines der diesbezüglichen Projekte zu Stande zu kommen. Ex-Champion Greg Hotz erlitt bei der Geldsuche erneut Schiffbruch, und der Peugeot-Cupsieger Marcel Peter wird nur zweimal mit einem Peugeot 206 S1600 am Start sein. Olivier Gillet verteidigt seinen Titel aus andern Gründen nicht; er nimmt an Nostalgie-Veranstaltungen und darüber hinaus an den WM-Rennen in Finnland und Grossbritannien teil.

Cremonas gefährlichste Widersacher dürften somit aus der Gruppe N stammen. Hervé von Dach, der SM-Vierte der vergangenen Saison, setzt an Stelle des bisherigen Mitsubishi Evo VI bei mindestens vier Rallyes einen Peugeot 206 RC ein. Um Cremona zu schlagen, dürfte diese Waffe zu stumpf sein; die übrigen Fahrer von Allrad-Autos müssen sich aber in Acht nehmen. Zu ihnen gehören zwei Deutschschweizer, die bisher primär in Deutschland aktiv waren: das Schwyzer Geschwisterpaar Chris und Stephanie Marti und die Zürcher Ives Dulex und Ferrucio Finkbohner mit ihren Mitsubishi Evo VI.

Nachdem der Peugeot-Rallye-Cup in der vergangenen Saison teilweise schwach besetzt war, ist für die achte Auflage des populären und finanziell gut dotierten Markenpokals wieder ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Nach einem verpfuschten Jahr dürfte Philippe Noirat alles daran setzen, den Titel erstmals ins Welschland zu bringen. Mit viel Ehrgeiz zur Sache gehen wird aber auch Brice Zufferey, der nach einer zweijährigen Pause in den Cup zurückkehrt. Nicht zu unterschätzen ist auch «Valais»-Sieger Cédric Baiker sowie der bisher oft vom Pech verfolgte Piero Marchesi. Für packende Auseinandersetzungen dürfte also gesorgt sein.

Programm:

Rallye-SM 2006. 31. März/1. April: Rallye du Pays du Gier (Fr). -- 5./6. Mai: Critérium Jurassien. -- 9./10. Juni: Rallye du Chablais. -- 1./2. September: Rally Ticino. -- 29./30. September: Rally Valle Varaita (It). -- 26. - 28. Oktober: Rallye International du Valais.

(fest/Si)

 
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