Olympia-News: Curling
Curlerin Luzia Ebnöther will keine halben Sachen
publiziert: Dienstag, 29. Jan 2002 / 15:48 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Jan 2002 / 17:25 Uhr

Bern - Eine zufällige Begegnung, eine lose Plauderei -- erfolgreiche Curlingteams entstehen oft dank Glück und Zufall. Ein Produkt solcher Umstände ist auch Bern AAM, die Frauencrew mit Medaillenambitionen in Salt Lake City.

Luzia Ebnöther.
Luzia Ebnöther.
Luzia Ebnöther hat keine so dominante Stimme wie beispielsweise die legendäre Norwegerin Dordi Nordby, die mit ihren röhrenden Wischbefehlen oft die ganze Halle erzittern lässt. Um zu merken, dass die Anweisungen im erfolgreichen Berner Team gar nicht auf Berndeutsch, sondern auf Zürcher Mundart ertönen, muss man schon recht gut hinhören.

Bis 1998 führte Luzia Ebnöther in Wallisellen ein eigenes (Zürcher) Team, dem auch ihre Schwester Esther angehörte. Wie es gerade im Frauencurling oft geschieht, löste sich das Team plötzlich und aus verschiedenden Gründen (Familienplanung, unterschiedliche Ambitionen) auf. Skip Luzia Ebnöther war mit einem Mal «auf dem Markt». An einem Mixed-Turnier in Adelboden nahmen dann die Dinge, die jetzt in die erste Olympia-Teilnahme eines Schweizer Frauenteams münden, ihren Lauf: Luzia Ebnöther kam mit Nadia Raspe (heute Nadia Röthlisberger) ins Gespräch; ein Wort ergab das andere, und bereits in der darauf folgenden Saison befolgte der Berner Lead Raspe die Anweisungen des Zürcher Skips Ebnöther.

Der Erfolg stellte sich sehr schnell ein. Den Schweizer Meistertitel, der ihr im Zürcher Unterland versagt geblieben war, holte Luzia Ebnöther in ihrer ersten Saison mit Bern AAM. Noch im gleichen Frühling 1999 tastete sie sich an ihrer ersten WM in Saint John (Ka) an die Weltspitze heran (Rang 5), und von dort weg kehrte sie nie mehr ohne Medaille von grossen Anlässen zurück: EM-Bronze 1999 (Chamonix), WM-Silber 2000 (Glasgow), EM-Bronze 2001 (Vierumäki/Fi).

Nach gut drei Jahren gemeinsamer Arbeit präsentieren sich die «Bernerinnen» in der Olympia-Saison als gefestigtes Team, das jeden Gegner schlagen kann. Sie haben auch den Abgang der Nummer 3 Nicole Strausak verkraftet, die nach der WM in Glasgow ihrem Freund Brian Gray, dem Coach, folgte und das Team verliess. Nachfolgerin Mirjam Ott, eine der technisch stärksten Schweizer Curlerinnen, hat sich bestens integriert.

Baden und Bern -- ein Kompromiss

Mirjam Ott ist Bernerin, lebt und arbeitet aber im Raum Zürich-- wie auch die Waadtländerin Laurence Bidaud (Wohnort: Lenzburg) und Luzia Ebnöther (Arbeitsort: Opfikon-Glattbrugg, Wohnort: Wangen ZH). Die «Berner Fraktion» bilden die Worber Nummer 1 Nadia Röthlisberger und die Seeländer Nummer 2 Tanya Frei. Als Stätten für das gemeinsame wöchentliche Training wählten die Curlerinnen für den Dienstag die Halle in Baden und für den Donnerstag die topmoderne 8-Rink-Anlage in Bern. Dank diesem Kompromiss müssen nicht alle noch mehr Reisekilometer zurücklegen, als sie es mit ihrem aufwändigen Sport ohnehin tun.

Luzia Ebnöther arbeitet als kaufmännische Angestellte bei Credit Suisse in Opfikon-Glattbrugg. Ihr Chef bringt sehr viel Verständnis auf und kommt ihr entgegen, wo er kann. So arbeitet Ebnöther üblicherweise während der Saison nur montags den ganzen Tag. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag kann sie ab dem Nachmittag für Curling beziehungsweise für Kraft-, Ausdauertraining und Wellness nutzen. Freitag bis Sonntag steht das Team meistens im Wettkampfeinsatz. Halbe Tage bringen Luzia Ebnöther sehr viel weiter. So bleibt Curling für sie keine halbe Sache. Sponsoren (vor allem der Hauptsponsor Atag Asset Management AAM) ermöglichen, dass der finanzielle Aufwand einer Saison abgedeckt ist.

Vom Cousin zum Curling gebracht

1984 -- sie war damals 13 Jahre alt -- nahm der Curler Daniel Hersche seine Cousine Luzia zu einer Curling-Schulferienaktion mit. Auf dem Eis fing klein Luzia Feuer, und schon zwei Jahre später stand sie im Final der Juniorinnen-SM. Curling wurde fortan zur Passion. Die Olympia-Teilnahme ist nun der verdiente Lohn für die grosse Hingabe.

(kil/sda)

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