Curling: Sensationeller Sieg des Schweizer Männerteams

publiziert: Sonntag, 7. Dez 2003 / 23:30 Uhr

Das Schweizer Männerteam von Skip Bernhard Werthemann ist mit zwei Siegen bei einer Niederlage erfolgreich zu den Curling-EM in Courmayeur (It) gestartet. Das Frauenteam von Luzia Ebnöther weist eine 2:2-Zwischenbilanz vor.

Skipper Bernhard Werthemann war Erfolgreich. (Bild: Archiv)
Skipper Bernhard Werthemann war Erfolgreich. (Bild: Archiv)
Geradezu sensationell war der 8:7-Erfolg der Schweizer nach Zusatzend gegen den je zweifachen Welt- und Europameister Schweden (Peter Lindholm). Nach vier Ends und einem 0:6-Rückstand schien die Niederlage des Männerteams von Basel Ysfäger Clariden besiegelt zu sein. Aber dann holten die Schweizer Meister gegen die favorisierten Skandinavier End für End auf und "stahlen" dabei nacheinander vier Steine. Mit einem Zweierhaus glichen sie im 10. End zum 7:7 aus und erzwangen die Verlängerung. Lindholm gab seinen letzten Stein gut ab, doch wischten seine Mitspieler viel zu lange. Der Stein glitt schliesslich ein paar Zentimeter weiter als der "Shot" der Schweizer -- die daraufhin in Jubel ausbrachen.

Im 9. End hatte der durch die Schweizer Aufholjagd offenbar verunsicherte Peter Lindholm versucht, einen vermeintlich unkorrekt gewischten, wichtigen Stein der Schweizer per Referee-Entscheid aus dem Spiel zu nehmen. Nach einer fast halbstündigen Diskussion wurde die ursprüngliche Situation auf Geheiss des Oberschiedsrichters wieder hergestellt.

Anderntags bezogen die Basler mit 6:8 gegen Titelverteidiger Deutschland (Sebastian Stock) die erste Niederlage. Die Partie nahm einen ähnlichen Verlauf wie der "Krimi" gegen Schweden: Wieder lagen die Schweizer am Anfang klar zurück (1:5 nach 4 Ends), und wieder glichen sie bis zum 9. End zum 6:6 aus. Die Deutschen jedoch nutzten in der Entscheidung den Vorteil des letzten Steins.

Nach dem Auftaktsieg über Norwegen fingen die Bernerinnen Niederlagen gegen Dänemark (8:9) und Titelverteidiger Schweden (6:8) ein, kanterten dazwischen aber Schottland mit 10:3 nieder.

Gegen den letztjährigen EM-Finalisten Dänemark machten die Schweizerinnen einen frühen 0:4-Rückstand wett und gingen im 9. End mit 8:7 erstmals in Führung. Die erneute und entscheidende Wende zugunsten der Däninnen wurde möglich, weil ein wichtiger Stein der Schweizer Nummer 2 Tanya Frei im 10. End Dreck erwischte. Anderntags überzeugten die Schweizerinnen vollauf: Beim Sieg gegen die Schottinnen konnten sie früh zwei Steine "stehlen" und bei der ersten Gelegenheit mit dem Vorteil des letzten Steins ein Viererhaus schreiben. Luzia Ebnöther brachte es auf die hervorragende Quote von 92 Prozent an gelungenen Versuchen.

Gegen den Turnierfavoriten Schweden waren die Schweizerinnen anfänglich nahe dran, sich für die EM-Halbfinal-Niederlage von 2001 zu revanchieren. Ein Viererhaus der Skandinavierinnen im 7. End wog zuletzt jedoch zu schwer.

Riesiges Pech hatten die Norwegerinnen um den zweifachen Weltmeister-Skip Dordi Nordby. Beim Eistraining nach der Auftaktniederlage gegen die Schweiz prallten drei Mitspielerinnen Nordbys derart unglücklich zusammen, dass sie sich verletzten. Die Norwegerinnen wollen nun versuchen, mit halber Kraft wenigstens die Spiele gegen die schwächeren Widersacher auszutragen und die WM-Teilnahme -- dazu ist Platz 7 nötig -- sicherzustellen. Gegen die favorisierten Titelverteidigerinnen aus Schweden erklärten sie Forfait.

Resultate

Courmayeur (It). EM. Männer. 2. Runde: Schweiz (Basel Ysfäger Clariden/Daniel Widmer, Thomas Hoch, Thomas Lips, Skip Bernhard Werthemann) - Schweden (Peter Narup, Magnus Swartling, Tomas Nordin, Skip Peter Lindholm) 8:7 nach Zusatzend. Italien (Stefano Ferronato) - England (James Dixon) 8:2. Frankreich (Thomas Dufour) - Finnland (Ville Mäkelä) 9:8. Schottland (David Murdoch) - Deutschland (Sebastian Stock/TV) 5:3. Dänemark (Ulrik Schmidt) - Norwegen (Thomas Ulsrud) 6:5 nach Zusatzend. -- 3. Runde: Deutschland (Patrick Hoffmann, Markus Messenzehl, Daniel Herberg, Skip Sebastian Stock) - Schweiz 8:6. Schottland - Italien 6:4. Schweden - Dänemark 8:5. Finnland - England 7:4. Norwegen - Frankreich 6:5 nach Zusatzend.

Rangliste (je 3 Spiele): 1. Schweiz, Dänemark, Deutschland, Italien, Norwegen und Schottland je 4. 7. Finnland, Frankreich und Schweden je 2. 10. England 0.

Frauen. 2. Runde: Dänemark (Lisa Richardson, Denise Dupont, Malene Krause, Skip Dorthe Holm) - Schweiz (Bern AAM/Nadia Röthlisberger, Tanya Frei, Carmen Küng, Skip Luzia Ebnöther) 9:8. Norwegen (Dordi Nordby) - England (Sarah Johnston) 10:4. Schweden (Anette Norberg/TV) - Deutschland (Andrea Schöpp) 10:4. Russland (Olga Jarkowa) - Tschechien (Pavla Rubasova) 12:4. Schottland (Edith Loudon) - Italien (Diana Gaspari) 6:4. -- 3. Runde: Schweiz - Schottland (Katie Loudon, Lynn Cameron, Karen Addison, Skip Edith Loudon) 10:3. Tschechien - England 11:4. Italien - Russland 8:5. Dänemark - Deutschland 9:8 nach Zusatzend. Schweden s. Norwegen w.o. (drei norwegische Spielerinnen verletzt). -- 4. Runde: Schweden (Anna Bergström, Cathrine Norberg, Eva Lund, Skip Anette Norberg) - Schweiz 8:6. Schottland - England 11:3. Italien - Tschechien 8:5. Norwegen - Deutschland 9:6. Dänemark - Russland 9:1.

Rangliste (je 4 Spiele): 1. Schweden 8. 2. Dänemark und Italien je 6. 4. Schweiz, Norwegen, Russland und Schottland je 4. 8. Deutschland und Tschechien je 2. 10. England 0.

(bert/Si)

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