Cyberbullying: Opfer leiden unter peinlichen Fotos

publiziert: Sonntag, 22. Jul 2012 / 21:24 Uhr / aktualisiert: Montag, 23. Jul 2012 / 01:31 Uhr
Spott, Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen sind für viele Schüler alltäglich.
Spott, Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen sind für viele Schüler alltäglich.

Bielefeld - Jugendliche leiden enorm darunter, wenn andere private Videos und Fotos von ihnen verbreitet, um sie damit lächerlich zu machen oder bloss zu stellen.

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Mehr als die Hälfte aller Cyberbulling-Opfer sieht dies als besonders belastend an, zeigen Bielefelder Forscher in einer Untersuchung an 1.900 Schülern. Hauptproblem dieser Taktik ist es, dass digitale Medien beliebig vervielfältigt und verbreitet werden können.

Weiterleitung unkontrollierbar

«Es ist sehr schwierig ein peinliches Foto aus der Welt zu schaffen. Ein populäres Beispiel ist der Star Wars-Junge, ihn kennt jeder. Diese Inhalte entziehen sich der Kontrolle des Besitzers», sagt Peter Sitzer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass Cyberbullying keine Lappalie ist, sondern «ein ernsthaftes Problem, dem mit vorbeugenden Massnahmen begegnet werden muss», so Sitzer. Spott, Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen werden hingegen nur von jedem vierten Schüler als stark belastend wahrgenommen. Sitzer geht davon aus, dass solche Übergriffe als alltäglich und normal verstanden werden.

Forscher fordert Konsequenzen

In der Befragung kamen auch die Täter zu Wort. Sie gaben an, andere beleidigt, verspottet oder beschimpft zu haben, oft wurde auch Cyberstalking genannt. Dabei werden die Opfer im Internet aus einer Gruppe ausgeschlossen. Interessant ist, so Sitzer, dass diese Form von Cyberbullying von den Opfern vergleichsweise selten genannt wird.

Gleichzeitig müsse es darum gehen, konsequent gegen Fälle von Cyberbullying vorzugehen. In der Studie hatte mehr als die Hälfte der Täter angegeben, dass ihre Übergriffe für sie keine negativen Folgen hatten. Allerdings müsse auch den Tätern dabei geholfen werden, sich zu verändern und die Übergriffe zu unterlassen.

 

 

(fest/pte)

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