Kriminelle Urheber sitzen öfter im eigenen Land als vermutet
Cybercrime: Betrügereien sind «hausgemacht»
publiziert: Donnerstag, 14. Mai 2015 / 22:46 Uhr
Hacker: oft aus dem eigenen Land.
Hacker: oft aus dem eigenen Land.

London - Die eigentlichen Ursprünge von kriminellen Cyber-Attacken liegen öfter viel näher als man vermuten möchte.

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Wie aus einer aktuellen Untersuchung des britischen Security-Spezialisten ThreatMetrix hervorgeht, sind es zumeist gar nicht die üblichen Verdächtigen im organisierten Hacking-Geschäft wie Russland oder andere osteuropäische Länder, die für viele Angriffe verantwortlich gemacht werden. Stattdessen sind die Übeltäter in einem Grossteil der Fälle innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu suchen. Spitzenreiter ist China, wo 93 Prozent der Online-Kriminalität «hausgemacht» ist.

«Wir haben es mit einer zunehmenden hausgemachten Cybercrime-Epidemie zu tun», erklärt Tony Larks, Director of Research and Communication bei ThreatMetrix, angesichts der jüngsten Analyseergebnisse. Diese basieren auf Daten von insgesamt über einer Mrd. Transaktionen, die im Laufe eines Monats im E-Commerce-Bereich registriert worden sind. Dabei stellte sich heraus, dass mit 72 Prozent beinahe drei Viertel der kriminellen Übergriffe nicht aus dem Ausland, sondern aus Grossbritannien selbst stammten. «Die grösste Bedrohung ist also nicht global zu sehen. Sie geht von kriminellen Aktivitäten im eigenen Land aus», meint Larks.

China top

Und was für Grossbritannien gilt, soll laut ThreatMetrix-Analyse genauso für andere Länder gelten. Die absolute Top-Platzierung in der Staatenwertung nimmt dabei China ein. Dort sollen ganze 93 Prozent der Fälle in puncto Cyber-Kriminalität auf Urheber innerhalb der eigenen Landesgrenzen zurückgehen. In Frankreich liegt der entsprechende Wert bei 87 Prozent, in Russland - das oft als Ursprungsland von Hacking-Angriffen genannt wird - sind es 85 Prozent.

Was die Art und Weise der durchgeführten Attacken betrifft, sieht der ThreatMetrix-Bericht die grösste Bedrohung in sogenannten «Spoofing»-Angriffen. Hierbei versuchen Kriminelle sich beispielsweise mit gefälschten Online-Identitäten Zugriff zu sensiblen Daten oder dem Bankkonto eines Users zu verschaffen. «Wir haben über 11, 4 Mio. solcher Fälle im Laufe der vergangenen Weihnachtssaison gegen Ende 2014 gefunden», heisst es vom Sicherheitsunternehmen. Die Folgen für die britischen Unternehmen waren fatal: Ihnen ist dadurch ein Gesamtschaden von 2,92 Mrd. Pfund (rund 4,2 Mrd. Schweizer Franken) entstanden, rechnet ThreatMetrix vor.

(bert/pte)

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