Kältestrategie statt Fettverbrennung?

Da friert uns doch das Fett weg

publiziert: Sonntag, 7. Nov 2010 / 22:29 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Nov 2010 / 23:23 Uhr
Hier müssen andere Massnahmen greifen: Bewegung und Ernährungsumstellung.
Hier müssen andere Massnahmen greifen: Bewegung und Ernährungsumstellung.

Zürich - Die Liposuktion ist weltweit wohl die am meisten nachgefragte ästhetisch chirurgische Methode. Etwa jeder fünfte schönheitsmedizinische Eingriff soll gemäss Statistik eine klassische Fettabsaugung sein.

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Diätresistente und durch Sport nicht verbrennbare Fettpolster chirurgisch entfernen zu lassen - nicht jeder kann sich mit solchen Gedanken anfreunden. Wer Angst vor chirurgischen Eingriffen beziehungsweise Narkosen hat, und dennoch wirksam Fett mit medizinischen Methoden verlieren möchte, könnte am Harvard-Verfahren der Firma Zeltiq Gefallen finden.

Hier gelingt eine Fettreduktion durch einmalige Kälteanwendung - bequem, ohne Narkose und ohne Operation. Das «Kryolipolyse» genannte Verfahren wurde weltweit in über 7000 Einzelanwendungen eingesetzt und ist auf dem besten Weg, ein Standardverfahren zu werden. Es fällt unter die Kategorie «nicht-invasiv». Das heisst, die Körperoberfläche wird dabei nicht durch den Einsatz von Skalpell oder Kanüle durchdrungen. Damit ergänzt die Kryolipolyse das Angebot zur stetig steigenden Nachfrage im allgemein erkennbaren Trend zu nicht- oder wenig-invasiven Verfahren in der Schönheitsmedizin.

Keine Konkurrenz der Methoden

Für Menschen mit einem Body Mass Index unter 30 sei die Methode gut bis sehr gut geeignet, so Privatdozent Dr. Dr. Till Mutzbauer, der in Zürich das Verfahren eingeführt hat und dort das erste Aus- und Fortbildungszentrum für neue Kryolipolyse-Anwender in der Schweiz betreibt. Dort werden auch Ärztinnen und Ärzte in der Anwendung der Kryolipolyse geschult, die kein eigenes Gerät dafür haben. «Diese behandeln dann ihre Patienten bei uns in Zürich», sagt Mutzbauer.

Eine «Konkurrenz» zwischen Fettabsaugung und Kryolipolyse entstehe meist schon deshalb nicht, weil die am nicht-invasiven Verfahren Interessierten für sich selbst oft schon lange vorher entschieden hätten, dass chirurgische Verfahren - wie eben die Fettabsaugung - für sie gar nicht in Frage kämen. Darüber hinaus werde aber zunehmend auch ein ansteigendes Interesse bei Personen beobachtet, die bereits Fettabsaugungen hinter sich hätten und jetzt noch eine zusätzliche Feinkorrektur wünschten. «Diese Wünsche erfüllen wir natürlich gerne», ergänzt Mutzbauer.

Arztdiplom als Voraussetzung

Immer wieder kommen Anfragen auch von Kosmetikinstituten und Personen aus dem Gesundheitswesen, die keine ärztliche Ausbildung haben. «Wer bei uns mit Kälte behandelt, muss ein Arztdiplom besitzen.» Darauf legt Mutzbauer Wert. Die Tatsache, dass andernorts die Behandlung auch an Assistenzpersonal delegiert werde, sei für ihn nicht massgebend. Die Kryolipolyse hat nur wenige Risiken, die Anwender jedoch kennen müssen, um ihre Patientinnen und Patienten kompetent beraten zu können.

«Wir minimieren die Risiken zusätzlich durch eine spezielle Grunduntersuchung, die alle daran Interessierten vor der Behandlung durchlaufen müssen», so Mutzbauer während einer Fortbildungsveranstaltung in Zürich. Diese Untersuchung diene der Sicherheit der Patientinnen und Patienten und schaffe damit auch einen Qualitätsstandard.

Die Frage nach weiteren Einsatzmöglichkeiten der Kältetechnologie an der Körperoberfläche wird demnächst noch von der Wissenschaft beantwortet werden. Da ist sich Dr. Mutzbauer, der selbst auch wissenschaftlich und als Universitätsdozent tätig ist, sicher. Jedenfalls sei die Herstellerfirma Zeltiq in Kalifornien dabei, zunächst weitere Applikatoren auch für schwierig zugängliche Regionen des Körpers zu entwickeln und damit das Einsatzspektrum der Kryolipolyse noch zusätzlich zu erweitern.

(fest/pte)

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