Ski nordisch

Da mehr Service, dort weniger Geld

publiziert: Mittwoch, 9. Nov 2011 / 07:57 Uhr
Simon Ammann will bereits vor der Vierschanzentournee auf Schnee springen.
Simon Ammann will bereits vor der Vierschanzentournee auf Schnee springen.

Auch ohne Grossanlass fehlt es den Nordischen im bevorstehenden Winter nicht an Herausforderungen. Im Langlauf wird an der Materialfront nachgerüstet.

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Dass Frau Holle zumindest in Europa streikt und Väterchen Frost nicht über das nötige Durchsetzungsvermögen verfügt, kann der Vorfreude auf die neue Saison nichts anhaben. Die Langlauf-Teams trainieren in Davos auf einer sehr gut präparierten 1,4-km-Schlaufe aus Altschnee, der über den Sommer konserviert wurde. Personell hat es im Langlauf für einmal keine nennenswerten Wechsel gegeben. Nach den Enttäuschungen an den Weltmeisterschaften in Oslo wurde der grösste Handlungsbedarf im Materialbereich geortet.

Ein Lastwagen für eine Viertelmillion

Swiss-Ski ist dabei, eine neue Schleifmaschine anzuschaffen. «Im Vergleich zum Gerät, das uns bisher zur Verfügung stand, wird das wie ein Umstieg vom Mini Cooper in den Rolls Royce», sagte Disziplinenchef Hippolyt Kempf an der vorsaisonalen Medienkonferenz in Einsiedeln. Das Service-Team wird um zwei «Lehrlinge» auf sieben Mann aufgestockt, dazu kommt ein permanenter Betreuer der neuen Schleifmaschine. Rund 250'000 Franken investiert Swiss-Ski in den Kauf eines 15-Tonnen-Lastwagens, der ab der Saison 2012/2013 nicht nur als Transportmittel für das ganze Material, sondern auch als mobile Werkstatt mit sechs Arbeitsplätzen für die Serviceleute dienen wird.

Das soll die Effizienz erhöhen und Kapazitäten schaffen für andere Aufgaben wie zusätzliche Skitests. Im Vergleich zu den Luxusgefährten der Norweger und Schweden ist der von den Schweizern ausgewählte Lastwagen eine Miniatur. Das Nachrüsten ändert nichts daran, dass die Ressourcen im Vergleich zu den führenden Nationen eng beschränkt bleiben. Kempf betont aber auch die Vorteile, die sich daraus ergeben. Die Skispringer machen schliesslich seit Jahren vor, dass man auch als kleines Team ohne Heerscharen von Helfern und Helfershelfern bestehen kann. «Wir wollen aggressiver auftreten und an den nächsten Grossanlässen 2013, 2014 und 2015 Medaillen gewinnen», sagte Kempf.

Nachdem es in Oslo auch in Sachen Formsteuerung nicht aufgegangen ist, wird die Vorbereitung auf die WM 2013 im Val di Fiemme in diesem Winter mit einem speziellen Trainingsblock vor der letzten Weltcup-Periode simuliert. Ansonsten kann sich das Aushängeschild Dario Cologna ganz auf die Titelverteidigungen an der Tour de Ski und im Gesamtweltcup konzentrieren. Heute Mittwoch entscheidet der Internationale Skiverband, ob der Weltcup wie geplant am 19. November beginnen kann. In Beitostölen liegt kein Schnee, die Optionen sind rar.

Ammann sucht den Schneekontakt

Eine Woche später sind in Kuusamo die ersten Skispringen angesetzt. Simon Ammann will spätestens Ende nächster Woche nach Lillehammer reisen, wo allerdings ebenfalls noch kein Schnee liegt. In den letzten Jahren hatte sich Ammann seine ersten Schneesprünge stets für den Weltcup-Auftakt aufgespart und bis zuletzt auf Mattenschanzen trainiert. Nun hat der vierfache Olympiasieger die Strategie geändert. Vor der Vierschanzentournee boten sich jeweils kaum Möglichkeiten für Skitests mit den Wintermodellen. Und der Gewinn der Vierschanzentournee ist der letzte Prestigeerfolg, der Ammann noch fehlt.

Nachdem der Body-Mass-Index noch einmal erhöht worden ist, hat Ammann so viel an Muskelmasse zugelegt, dass er die maximale Skilänge von 2,51 m ausnützen darf - und das auch tun wird. Ob Ammann den Aufenthalt in Lillehammer, wo der Weltcup-Tross am ersten Dezember-Wochenende gastiert, für das Einzelspringen in Kuusamo unterbricht oder die erste Station auslässt, wird kurzfristig entschieden. Marco Grigoli kann nach einer Zwangspause wegen eines Rückenleidens seit Mitte September wieder ohne Einschränkungen trainieren. Der St. Moritzer wird voraussichtlich wie der Rest der zweiten Garde nur sporadisch im Weltcup eingesetzt und sich primär mit Top-Ten-Resultaten in der zweithöchsten Wettkampf-Serie bewähren müssen.

Weniger Geld für die Kombination

In der Nordischen Kombination hat sich die weitgehende Erfolglosigkeit der letzten Jahre vor allem auf das Budget ausgewirkt. Das Sorgenkind wurde verbandsintern zurückgestuft und mit dem Skispringen zusammengelegt. Berni Schödler fungiert neu als Chef über beide Disziplinen. Die Sparmassnahmen kosteten gleich zwei Trainer den Job, ersetzt wurde nur einer - durch den 26-jährigen Neuling Steffen Tepel. Neben dem Rücktritt von Ronny Heer musste Swiss-Ski auch den Abgang des einst hoffnungsvollen Tommy Schmid zur Kenntnis nehmen. Wie Bruder Jan will er künftig für Norwegen starten, wohin seine Eltern einst ausgewandert sind.

Weger in neuer Rolle

Gewichtige Rücktritt hat auch das Biathlon-Team zu verkraften. Mit Matthias Simmen und Thomas Frei sind zwei von drei Schweizer Athleten, die im Weltcup einen Podestplatz erreicht haben, nicht mehr dabei. Der dritte im Bunde ist Benjamin Weger. Auf dem 22-jährigen Walliser ruhen ab sofort nicht mehr nur die grössten Zukunftshoffnungen. Er teilt sich mit Simon Hallenbarter auch die Rolle des Teamleaders. Die entstandenen Lücken füllen mit Mario Dolder und Serafin Wiestner zwei 21-Jährige auf.

Der Weltcup-Auftakt am 30. November in Östersund (Sd) ist - dank gelagertem Altschnee - gesichert. Saisonhöhepunkt werden die Weltmeisterschaften in Ruhpolding sein, das im Biathlon einen ähnlichen Status hat wie Oslo und der Holmenkollen für die Nordischen. Ein grosses Ziel von Disziplinenchef Markus Regli und seinem Betreuerstab ist die erstmalige Weltcup-Teilnahme einer Frauen-Staffel. Als Mitstreiterinnen für die bisherige Alleinunterhalterin Selina Gasparin kommt das Staffel-Trio der diesjährigen Juniorinnen-WM infrage.

(joge/Si)

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