Das Monopol von Windows und Intel wackelt
publiziert: Montag, 12. Apr 2010 / 10:20 Uhr / aktualisiert: Montag, 12. Apr 2010 / 10:44 Uhr

Apples iPad startet eine neue Gerätekategorie und bricht damit die Dominanz von Microsoft Windows und Intel-Prozessoren im Computer-Bereich.

11 Meldungen im Zusammenhang
Im PC-Bereich sind die Pfründe abgesteckt: Microsoft Windows ist das mit Abstand führende Betriebssystem, Intel der ebenfalls mit Abstand führende Prozessor-Hersteller. Und die beiden kommen so oft im Paket, dass sich «Wintel» als scherzhafter Begriff für deren Kombination eingebürgert hat.

Alternativanbieter, insbesondere AMD bei den Prozessoren sowie Mac OS X und Linux bei den Betriebssystemen, haben überwiegend nur in Nischen erkleckliche Marktanteile, beispielsweise Linux bei Web-Servern. Insbesondere bei den Prozessoren ging die Zahl der relevanten Plattformen in den letzten Jahren immer weiter zurück.

Microsoft in Zugzwang

So gab es Mitte der 90er Jahre noch den Systemstreit «CISC vs. RISC» und insbesondere für Server zahlreiche Alternativen zu Intels x86 wie MIPS, SPARC, PowerPC, M68000 und ALPHA. Doch die hohe Stückzahl an für PCs ausgelieferten x86-Prozessoren erlaubte es Intel, im Vergleich zur Konkurrenz den vielfachen Entwicklungsaufwand zu treiben und so die Nachteile der komplexen x86-Architektur auszugleichen.

Ein Konkurrent nach dem anderen gab auf. Für Furore sorgte Wintel-Erzkonkurrentin Apple, als sie 2006 ebenfalls von PowerPC zu Intel wechselte. Mit dem jüngst erfolgreich eingeführten iPad kündigt Apple nun nicht nur die Partnerschaft mit Intel bereits wieder auf. Sie bringt auch Microsoft erstmals auf dem Desktop in Zugzwang.

Nicht nur war Apples iPad schneller am Markt als die vergleichbare Wintel-Konkurrenz wie das HP Slate. Es führt auch bei wesentlichen Leistungsparametern, insbesondere der glatt doppelt so langen Batterielaufzeit, und das trotz des grösseren Displays im iPad. Und auch beim Thema «Wiedergabe von HD-Videos» dürfte der Punkt an das iPad gehen, das damit keine Probleme hat, während beim HP Slate hier Netbook-typische Ruckler zu erwarten sind.

Auf die Anwendung optimiert

Letztendlich profitiert das iPad hier von der etwa ein Jahrzehnt alten Smartphone-Entwicklung: Zahlreiche Spezialprozessoren, die optimal auf ihre jeweilige Aufgabe wie Video-En- oder -Dekodierung zugeschnitten sind, ermöglichen hohe Performance bei dennoch geringem Stromverbrauch.

Dass die Leistung der Smartphone-Chips nun so weit angewachsen ist, dass sie anfangen, im Segment der ultramobilen Computer zu wildern, ist ein Grund für Wintel, sich ernsthaft Sorgen zu machen: Für Intel, weil sie ihre eigene Handychip-Sparte X-Scale vor ein paar Jahren an Marvell verkauft haben und mit der hauseigenen x86-Technologie, insbesondere in der Form von Moorestown, noch nicht so wirklich im Handy-Bereich Fuss fassen konnten.

Windows Mobile 7 ist eine Baustelle

Und für Microsoft, weil sie kein Windows für Handy-Chips haben: Windows 7 läuft auf diesen nicht, Windows Mobile 6 ist hoffnungslos veraltet und Windows mobile 7 ist nicht mehr als eine Baustelle. Nun ist Apple teuer und wird es auch bleiben. Der Massenmarkt findet woanders statt.

Doch angesichts der Vielzahl an Tablet-Prototypen, die auf der CES und dem Mobile World Congress Anfang des Jahres zu sehen waren, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass das iPad viel schneller als das iPhone vergleichbare Nachahmer finden wird. Zumindest ein Teil der Konkurrenz wird auch deutlich preisgünstiger sein. Mit Android und in absehbarer Zeit wohl auch Chrome OS stehen geeignete freie Betriebssysteme bereit.

Apple iPad auch nicht überbewerten

Ist der Damm weg vom Wintel-Monopol erst einmal gebrochen, verfängt auch die alte Microsoft-Strategie, ihre Schnittstellen und Dokumentenformate nur unvollständig zu veröffentlichen und so «Industriestandards» zu schaffen, nicht mehr. Auffällig ist beispielsweise, wie viele US-Medien zum iPad-Start in Windeseile für die Auslieferung ihrer Website-Videos neben dem Industriestandard Flash das von einem Standardisierungsgremium normierte HTML 5 nachgerüstet haben.

Generell wird die Bedeutung von Datenformat-Standards in einer immer diverseren Geräte- und Betriebssystem-Welt weiter zunehmen. Freilich sollte man die Entwicklung auch nicht überbewerten: Apple hat mit dem iPad eine interessante neue Geräteklasse vorgestellt, die man als «Surfbrett», «Multimediamaschine» oder ähnlich titulieren kann.

Diese ersetzt nicht bestehende PCs, Laptops und Netbooks, sondern ergänzt diese, ob als Zweitgerät für unterwegs oder als Erstgerät für bisher PC- und Internet-ferne Zielgruppen. Für klassische Büroaufgaben bleiben Bauformen mit vollwertiger Tastatur und voller Kompatibilität zur führenden Plattform für Office-Software hingegen noch auf lange Zeit tonangebend. Nur wird der Anteil der für gewerbliche Zwecke gekauften Systeme im Vergleich zu den für private Zwecke gekauften immer weiter sinken.

(Kai Petzke/teltarif.ch)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Das Unternehmen Sencha hat mit ... mehr lesen
HTML5 könnte Download-Angebote überflüssig machen.
Ein Labor für Atomoptik. (Archivbild)
Chip-Gigant Intel setzt auch in Zukunft ... mehr lesen
Cupertino/Redmond - Der neue ... mehr lesen
Hat Steve Jobs sein Ziel erreicht? (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Welches App ist mit welcher OS-Revision noch Lauffähig. (Symbolbild)
eGadgets Smartphones sind nicht nur bei der ... mehr lesen
Lausanne - Die Kantons- und ... mehr lesen
Künftig auch für Studenten: iPad.
Bald auch mit Multitasking.
Cupertino - Apple hat seit der ... mehr lesen
Washington - Nach dem fulminanten ... mehr lesen
Probleme mit der WLAN-Verbindung: Tablet-Computer iPad.
Das LG GM750 mit Windows Mobile 6.5, Microsoft Outlook Mobile, Microsoft Office Mobile, IE Moblie, Direct-Push-E-Mail, Windows Media Player, 
Windows Live und Bing for mobile.
Redmond/London - Mit zwei ... mehr lesen
Das iPad ist ein Gewinner: Das ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die urheberechtlichen Grenzen sind sehr verschwommen.
Die urheberechtlichen Grenzen sind sehr ...
Bei der Foto-Datenbank Shutterstock können Kunden nun Bilder aus Text erstellen. Möglich macht das DALL-E, der Bildgenerator von OpenAI. Wer die Rechte an den erzeugten Bildern besitzt, ist derweil noch unklar. Der Nutzer sollte sich darüber bewusst sein, speziell, wenn er das Produkt kommerziell nutzen will. mehr lesen 
Publinews Kampf dem Tracking  Nachdem Apple das ungefragte Werbetracking von Apps eingeschränkt hat, zieht nun Konkurrent Google nach. Wenn im August das neue ... mehr lesen  
In Zukunft bessere Privatsphäre auf Googles Android-Handys.
Die Anzahl der betroffenen Geräte ist enorm.
WLAN-Patente verletzt  Das renommierte California Institute of Technology (Caltech) wirft dem Technologieriesen Apple ... mehr lesen  
Apple verdiente weltweit am meisten  Wien - Im vergangenen Jahr haben die grössten europäischen und US-Konzerne weniger verdient. Die amerikanischen Unternehmen kamen dabei im Durchschnitt besser davon als ihre ... mehr lesen
Apple verdiente im letzten Jahr 65,6 Mrd. Dollar. (Symbolbild)
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 9°C 16°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 11°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 9°C 14°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 10°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 10°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 10°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 9°C 14°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten