Das Terror-Rezept
publiziert: Freitag, 22. Jul 2005 / 12:30 Uhr

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Diesmal ist es also schief-, beziehungsweise grad noch mal gut gegangen. Weil die McTerroristen die Zünder nicht korrekt zusammen bauten oder der Sprengstoff zu alt war, hinterliessen Sie zwar einigen Schrecken, aber keine Toten, dafür aber jede Menge Spuren.

Die Polizei wird die Täter vermutlich erwischen, wenn sie sich nicht von der Insel davon machen können. Doch was wird man daraus lernen?

Vermutlich dass auch diese möchte-gern-Mörder in England geboren und aufgewachsen sind. Dass sie sich von ihrer Umgebung entfremdet hatten. Sie viel in Moscheen waren, einen engen Freundeskreis hatten und im letzten Jahr auch mal in Pakistan waren.

Alles Attribute, die – mit Ausnahme der Pakistanreise, vielleicht - auf Abertausende Nachkommen von Immigranten in Europa zutreffen könnten. Wer jetzt noch kein mulmiges Gefühl hat – egal wo er in Europa lebt – der sollte es sich schnellstens zu legen.

Was in diesen Terroristen eine explosive Kulmination erfährt, ist das Resultat ganz bestimmter Zutaten, die seit einigen Jahren so gemischt werden.

Als Erstes einmal unsere offenen, freiheitlichen Gesellschaften, die zu recht Stolz darauf sind, praktisch allen Menschen Glaubens- und Meinungsfreiheit bieten zu können.

Dass auch radikale Gläubige darunter sind, wurde lange nicht als Problem betrachtet. Auch nicht, dass diese die Freiheiten, die sie hier geniessen, zwar schätzen, jene, die sie ihnen gewähren, aber verachten.

Dann die Kinder von 'normalen' Immigranten, die sich hier im Westen zwischen allen Stühlen und Bänken wiederfinden. Auch wenn wir es nicht hören mögen: Es besteht ein permanenter Rassismus.

Wenn in der Schweiz ein assimilierter –ic eine Bewerbung mit genau den gleichen Qualifikationen wie ein Schweizer schreibt, so hat der ausländische Bewerber fast keine Chance. Dies gilt in Frankreich genau so für junge Algerier und Marokkaner wie in Grossbritannien für Pakistaner der zweiten Generation.

Wer seine Identität nicht in der Gesellschaft, in der er lebt, finden kann, wird diese zu hassen beginnen. Nun braucht es nur noch geistige und geistliche Führer, die diesen Hass kultivieren, die Verachtung und die Abneigung noch vergrössern. Und kommt am Schluss noch eine heilige Schrift dazu, die sehr gewalttätig interpretiert werden kann...

Jetzt fehlt nur noch eine Prise seit Jahrhunderten vorhandener Minderwertigkeitskomplexe der islamischen Welt gegenüber dem technologisch und militärisch dominanten Westen, der sich in Gewaltakten voller Frustration nun Luft macht.

Diese Mischung zu entschärfen dürfte fast unmöglich sein. Die Gefahr ist zur permanenten Bedrohung geworden. Der Tod durch Bomben könnte zu einer grausigen Alltäglichkeit werden.

Das erste Opfer wird dabei die offene Gesellschaft sein. Stellt es sich heraus, dass Hassprediger auch diese Terroristen antrieben (und wer bezweifelt dies?), dann dürfte als bald die Religionsfreiheit eingeschränkt werden und mit ihr zusammen die Redefreiheit.

Was für Gesetze dazu notwendig sind, mag man sich gar nicht vorstellen. In letzter Konsequenz wird unsere freie Gesellschaft das Opfer sein. Entweder durch die permanente Angst vor dem Terror oder durch die Einschränkung grundsätzlicher Freiheiten.

Verlierer sind dabei alle: Christen, Atheisten, Juden und Muslims, die friedlich leben wollen, aber auch jene, die glauben, mit dem Terror ihrem Irrsinn zum Sieg zu verhelfen. Denn diese müssen damit rechnen, an jene Folterregime ausgeliefert zu werden, vor denen sie in den verhassten Westen ursprünglich geflohen sind.

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

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