Das Verfahren gegen Blackwater ist geplatzt

publiziert: Freitag, 1. Jan 2010 / 10:32 Uhr

Washington - Mehr als zwei Jahre nach dem Massaker von Wachleuten der US-Sicherheitsfirma Blackwater an Irakern in Bagdad ist das Verfahren vorerst geplatzt. Ein US-Bundesrichter in Washington liess die Anklage gegen fünf frühere Mitarbeiter fallen.

Blackwater ist eine Sicherheitsfirma im Irak, die heute Xe Services heisst.
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Richter Ricardo Urbina wies am Donnerstag die Anklage mit der Begründung zurück, die Staatsanwaltschaft habe Beweismittel gegen die Beschuldigten missbräuchlich verwendet. Deswegen habe er den gesamten Fall verwerfen müssen.

Den Angeklagten war vorgeworfen worden, im September 2007 unprovoziert auf einem Platz in der irakischen Hauptstadt das Feuer auf eine Menge eröffnet und dabei mindestens 34 Menschen getötet oder verletzt zu haben, darunter Frauen und Kinder. Die Staatsanwaltschaft listete gegen die fünf unter anderem 14 Anklagepunkte wegen Totschlags und 20 wegen versuchten Totschlags auf.

Rechte der Angeklagten verletzt

Nach Ansicht des Richters verletzte die Regierung die Rechte der Angeklagten, weil die Staatsanwaltschaft Aussagen der Männer verwendete, für die ihnen Immunität zugesagt worden war. Ein Sprecher des US-Justizministeriums sagte laut «Washington Post», man sei von der Auffassung des Gerichts enttäuscht. Das Ministerium prüfe die Entscheidung und wäge alle Optionen ab.

Die Sicherheitsfirma mit Sitz in North Carolina war seinerzeit vom US-Aussenministerium beauftragt gewesen, Diplomaten und andere Zivilisten zu beschützen. Zu dem Vorfall in Bagdad war es gekommen, als Blackwater-Wachleute einen Konvoi mit Diplomaten sicherten.

Als Folge der Affäre weigerte sich die irakische Regierung 2009, die Lizenz für das Unternehmen zu verlängern, das inzwischen nicht mehr Blackwater sondern Xe Services heisst.

(fkl/sda)

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