Das Wunschziel: 2 + 2 = 4 Medaillen

publiziert: Freitag, 28. Jan 2005 / 15:34 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Jan 2005 / 16:35 Uhr

Dass die Schweizer Mannschaft bei den letzten WM in Bormio acht Medaillen errungen hat, weiss weder Martin Rufener und Marie-Theres Nadig. Schon mit der Hälfte wären die Cheftrainer diesmal mehr als zufrieden.

Martin Rufener und Marie-Therese Nadig hoffen auf den Nachwuchs, lassen sich nicht unter Druck setzen.
Martin Rufener und Marie-Therese Nadig hoffen auf den Nachwuchs, lassen sich nicht unter Druck setzen.
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Und wenns noch weniger wären, allenfalls auch keine - selbst dann würde für sie der Ski-Alltag weitergehen. Optimismus ist angesagt.

Welche Erinnerungen haben Sie an die WM 1985 in Bormio?

Rufener: 1985 - das ist schon fast nicht mehr wahr. Aber die Erinnerungen an jene WM sind sehr gut, vor allem an Santa Caterina. Ich arbeitete damals beim amerikanischen Frauen-Team, das durch Diann Roffe, Eva Twardokens und Tamara McKinney drei Medaillen holte.

Nadig: Ich erinnere mich noch, dass damals der Stern von Vreni Schneider aufging. Dann weiss ich, dass Michela Figini die Abfahrt gewann und Ariane Ehrat Zweite wurde.

Wie viele Medaillen holte die Schweizer Mannschaft damals?

Rufener: Das weiss ich nicht.

Nadig: Die Schweizer Bilanz war sehr gut. Doch weiss ich nicht, wie viele Medaillen es damals gab. (Es waren acht, davon vier goldene; die Red.)

Wie viele Medaillen erkämpft Swiss-Ski diesmal?

Rufener: Obwohl uns Didier Cuche fehlt, streben wir das an, was die Männer in St. Moritz erreichten -- zwei Medaillen. Für Cuche rückt mit Didier Défago ein anderer immer mehr in Podestnähe. Und zwei, drei andere Fahrer aus den Vierer-Paketen, die in den einzelnen Disziplinen an den Start gehen, besitzen ebenfalls Medaillenchancen.

Nadig: Wir hatten einst vor, zwei Medaillen zu holen. Aber im Moment befinden wir uns in einer Aussenseiterrolle. Alle Medaillen, die wir bekommen, nehmen wir gerne. Und dafür kämpfen wir.

In der bisherigen Saison verlief einiges nicht nach Wunsch. Warum klappt es in Bormio trotzdem?

Rufener: Wenn wir zwei, drei Rennen ausklammern, lief der Rest der Saison eigentlich sehr gut. Bei den Rennen, die in die Hosen gingen, hat ein Medaillenanwärter glücklos gekämpft. Das kann sich schon in Bormio wieder ändern. Hier beginnen alle Rennen bei null Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gut abschneiden werden.

Nadig: Wir haben keinen Druck, können frisch von der Leber weg fahren. Die Weltmeisterschaften haben eigene Gesetze. Deshalb glaube ich, dass Favoritinnen stolpern und Aussenseiterinnen zuschlagen werden.

Wer sind die stärksten Trümpfe?

Rufener: Alle, die an den Start gehen, können Trümpfe sein - ausgeklammert in der Kombination. In dieser Wertung sind die Einsätze noch nicht definitiv bestimmt. Die Athleten sollen in ihren Hauptdisziplinen eingesetzt werden, wo ihre Qualitäten am besten ausgeschöpft werden können. Wir wollen die Kräfte nicht verzetteln.

Nadig: Alle fünf selektionierten Fahrerinnen sind imstande, Medaillen zu gewinnen. Unser grosser Trumph ist, dass keine an den Start geht, die als Platzfahrerinnen zu bezeichnen ist.

Das Kontingent an WM-Startern und -Starterinnen ist bei weitem nicht ausgeschöpft worden. Wenn Sie wie im Fussball drei FahrerInnen aus ausländischen Teams verpflichten könnten, welche würden Sie engagieren?

Rufener: Da spiele ich den Joker. Ich bin sehr zufrieden mit den Fahrern, die ich habe.

Nadig: Dann würde ich sicher Lindsey Kildow holen, dazu Anja Pärson und Janica Kostelic.

Welche Konsquenzen hätte es, wenn ihre Mannschaft an dieser WM ohne Medaillen bliebe?

Rufener: Ich hoffe keine. Ich sagte immer: Wenns in die Hosen geht, dann gehts. Wir engagieren uns zu 120 Prozent, dass es nicht passiert. Die kurzfristigen Ziele haben wir mit Top-3- und Top-Ten-Plätzen teilweise schon erreicht. Und ich hoffe, es geht an der WM so weiter. Ansonsten hoffen wir auf unsere ´zweite Garde´, die unser grösstes Kapital ist, damit wir dank ihr in zwei, drei Jahren jubeln können, und zwar ´im grossen Mass´. Wenns an dieser WM nur von Medaillen abhinge, wären wir nicht auf dem richtigen Weg.

Nadig: Nein, das hätte keine Konsequenzen. Denn unsere Lage war schon Anfang Winter prekär. Wir befinden uns auf einer Gratwanderung. Wir hatten keinen fixen Trumpf in der Hand. Auch Sonja Nef war erst wieder am Aufkommen. So wüsste ich nicht, welche Konsequenzen eine WM ohne Medaille haben sollte. Ich könnten nicht einmal enttäuscht sein. Mehr zu denken gibt mir, dass wir im Nachwuchs niemand haben, der Druck erzeugt.

(Richard Hegglin, Bormio/Si)

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