Das Ziel ist Bagdad - zu welchem Preis?

publiziert: Dienstag, 25. Mrz 2003 / 14:58 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Mrz 2003 / 18:17 Uhr

Die amerikanische Armee hat deutlich gemacht, dass kein Weg nach Bagdad an Saddams Republikanischen Garde vorbeiführt. Laut Informationen der Militärs werden die irakischen Elitestreitkräfte bis zur entscheidenden Auseinandersetzung von US-Luftangriffen aber so weit geschwächt sein, dass ernstzunehmende Gegenwehr verhindert werden könne.

Es besteht wenig Zweifel daran, dass die Streitkräfte der Alliierten die Durchschlagskraft haben, die Republikanische Garde „aus dem Weg zu räumen“, wie es General Franks an einer Pressekonferenz formulierte. Die Frage lautet nur, wie hoch werden die Verluste auf Seiten der Alliierten sein?

Die irakischen Militärs, ob Elite Garde oder Fedajin, die irregulären irakischen Einheiten, versuchen den Alliierten derzeit in aufreibenden Partisanenkämpfen die Stirn zu bieten. Bisher offenbar erfolgreich. Die britische Armee hat auch am fünften Tag des Krieges die Stadt Basra noch nicht unter Kontrolle und musste heute einen Strategiewechsel ankündigen. Auch die Hafenstadt Umm Kasr konnte von den Alliierten bisher nicht „befreit“ werden.

Krieg als Puzzle

Die Militärsprecher haben seit Beginn der Auseinandersetzungen darauf gepocht, einzelne Ereignisse nicht zu überbewerten. Die ganze Operation "Iraqi Freedom" (Irakische Freiheit) sei ein riesiges Puzzle, dessen Übersicht man nur bekomme, wenn man alle Teile zusammensetze; so betonen Militärs immer wieder an den täglichen Pressekonferenzen.

Der Krieg begann mit dem Versuch, dem Regime die Führung zu nehmen, indem gegen Saddam vierzig Raketen und Bomben abgeschossen wurden. Der Angriff misslang offenbar. Nun hegen die Militärs die Hoffnung, das Regime mit einer Weiterführung der Luftangriffe so weit zu schwächen, dass ein Einmarsch in die Stadt ohne grössere Verluste möglich wird. Jeden Tag werden die Bombenangriffe gegen Bagdad heftiger. Und mit den Bombenangriffen steigen auch die Opferzahlen von Zivilisten.

Zunächst wurden aus den Provinzstädten die höchsten Opferzahlen gemeldet. Mittlerweile zählt man aber die Verletzen und Toten hauptsächlich in Bagdad. Nach Quellen der Human Shields Organisation rechnet man gesamthaft mit über 250 Toten.

Luftangriffe nicht erfolgreich

Bisher konnten aber noch keine ersichtlichen Erfolge mit den Luftangriffen erzielt werden. Offenbar lebt Saddam Hussein noch, obwohl das nach seinen bisherigen zwei Fernsehauftritten bezweifelt wurde. Auch eine Schwächung der Republikanischen Garde konnte nicht festgestellt werden.

Die einzigen Truppen die sich bis auf 50 km an Bagdad heranwagten, war eine Helikopter Brigade der US-Armee. Den Irakern gelang es zwei Maschinen zur Landung zu zwingen und die Besatzung gefangen zu nehmen. Ein Sprecher der Amerikaner teilte anschliessend mit, dass die Helikopter-Strategien überdacht werden müssen.

Wetter spielt nicht mit

In den kommenden Tagen werden die Bombardements für die Amerikaner zunehmend schwieriger, da schlechtes Wetter gemeldet ist. Starke Bewölkung und Winde, die Sandstürme auslösen, sind angesagt. Dieses Wetter macht Luftangriffe auf bewegliche Ziele der Republikanischen Garde beinahe unmöglich.

So kündigen amerikanische Kommandeure jetzt an, dass der Marsch auf Bagdad möglicherweise nicht mehr so schnell gehen werde, wie ursprünglich angenommen. Man fürchtet sich auch davor, Saddam werde Chemiewaffen einsetzen. US-General Franks vermutet so was wie eine imaginäre rote Linie um Bagdad herum. "Sollten wir diese Linie überqueren, dann könnten wir möglicherweise mit Giftgas angegriffen werden."

Wie viele schon im Vorfeld vorausgeschickt haben, droht der Krieg im Irak zu einer langen Angelegenheit zu werden. Und sollte es in den kommenden Tagen zu einer Auseinandersetzung zwischen dem US-Militär und der irakischen Republikanischen Garde kommen, dann wird er sehr viele Opfer fordern.

Mit einem langen Krieg und hohen Verlusten spekuliert das Regime in Bagdad sicherlich. Denn sobald die Zahlen der Toten Zivilisten und der gefallenen US-Soldaten in die Höhe schnellen, dann wird Bush auf der Heimfront und auf der internationalen Bühne zunehmend unter Druck geraten - von Blair ganz zu schweigen.

(Barnaby Skinner/news.ch)

 
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