Deiss plädiert für Öffnung

publiziert: Mittwoch, 14. Jun 2006 / 09:48 Uhr

Bern - Bundesrat Joseph Deiss hat in seiner Abschiedsrede vor der Vereinigten Bundesversammlung ein Plädoyer für Reformen und eine Öffnung der Schweiz gehalten.

Joseph Deiss: «Wir haben uns verspätet.»
Joseph Deiss: «Wir haben uns verspätet.»
5 Meldungen im Zusammenhang
Ein Beitritt zur EU werde unausweichlich sein, sagte er voraus.

Die Schweiz sei gebiets- und bevölkerungsmässig ein Kleinstaat mit wenig Rohstoffen, sagte der Wirtschaftsminister. Doch habe sie es geschafft, zur mittleren Wirtschaftsmacht aufzusteigen und moralisch die Rolle einer grossen Nation zu spielen.

Vom Ende des Kalten Krieges und der sich ausbreitenden Globalisierung sei die Schweiz überrumpelt worden.

Doch habe sie den Anpassungsbedarf erkannt. Zeichen dafür seien die Totalrevision der Bundesverfassung, die bilateralen Abkommen mit der EU und der Beitritt zur UNO. Das seien alles Siege der Kräfte der Erneuerung.

Reformen und Öffnung nötig

Die Schweiz brauche Reformen im Innern und eine Öffnung nach Aussen, sagte Deiss. Sie müsse den Widerstand eines falsch verstandenen Föderalismus, ja Provinzialismus überwinden.

Die Schweiz stehe nicht nur im internationalen Wettbewerb. Auch der Binnenmarkt habe eine Liberalisierung nötig.

Freiheit und Wohlstand seien immer mehr von Entscheidungen abhängig, die im Ausland gefällt würden, sagte Deiss: «Wir haben uns verspätet».

Wer aber zu spät komme, den bestrafe das Leben. Zudem hätten die Abwesenden immer Unrecht. Ein Beitritt der Schweiz zur EU sei unausweichlich.

Vorteile der Politik der Mitte

Der scheidende Bundesrat bekannte sich schliesslich zu Konsenspolitik und Konkordanz. Er sei überzeugt, dass nach der Polarisierung die Vorteile einer Politik der Mitte wieder entdeckt würden.

Der SVP sagte er, auf französisch heisse SVP «S´il-vous- plaît» - das sei die erste Höflichkeitsform, die ein Kind lerne.

Die Vereinigte Bundesversammlung ehrte Deiss mit einer Standing Ovation.

(rr/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die neue Bundesrätin Doris ... mehr lesen
An Doris Leuthard werden hohe Ansprüche gestellt.
Ueli Maurer lag mit seinem Tipp nur knapp daneben.
Bern - Die allgemein erwartete ... mehr lesen
Bern - Bei den Sozialpartnern hat die ... mehr lesen
Pierre Triponez geht davon aus, dass Leuthard nun das Volkswirtschaftsdepartement übernimmt.
Wachablösung bei der CVP: Doris Leuthard ersetzt Joseph Deiss im Bundesrat.
Bern - Die neue Bundesrätin heisst ... mehr lesen
Bern - Heute um 8 Uhr tritt die ... mehr lesen
Doris Leuthards Wahl steht wohl nichts mehr im Wege.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der Trend geht zu grösseren Wohnungen.
Der Trend geht zu grösseren Wohnungen.
Die EKW beobachtet den Wohnungsmarkt  Bern - Die Bedeutung des Wohnens hat während der Pandemie zugenommen. Grössere Wohnungen und Wohneigentum waren während der letzten Monate besonders gefragt. Dies sind Beobachtungen der Eidgenössischen Kommission für Wohnungswesen EKW. Sie bilden eine Momentaufnahme des zweiten Halbjahres 2021. Die EKW wird die Situation im Rahmen ihres Mandats weiter beobachten. mehr lesen 
Verbände Bern - Um den Herausforderungen der saisonbedingten Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels im ... mehr lesen  
Durch die Massnahme sollten Saisonmitarbeitenden im Gastgewerbe Ganzjahresperspektiven geboten werden.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch gesunken. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Medien für die Demokratie hat das ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 5°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 7°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 7°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 10°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 10°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 13°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten