Demenz verursacht jährlich Milliardenkosten

publiziert: Sonntag, 12. Sep 2010 / 15:34 Uhr
Wenn die Schuhe im Backofen versorgt werden - Die Zahl der Demenzkranken wird in den nächsten Jahren zunehmen.
Wenn die Schuhe im Backofen versorgt werden - Die Zahl der Demenzkranken wird in den nächsten Jahren zunehmen.

Bern - Die professionelle Pflege der Demenzkranken in der Schweiz hat im Jahr 2007 rund 3,5 Milliarden Franken gekostet, wie eine neue Studie zeigt. Hinzu kommen weitere 2,8 Milliarden Franken - so viel wert ist die unentgeltliche Pflegeleistung, welche vor allem Angehörige erbringen.

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Lebens- und Ehepartner sowie Kinder pflegten ihre demenzkranken Angehörigen oft, ohne dafür etwas zu verlangen, sagte Michael Marti, Mitautor der Studie von Ecoplan am Sonntag auf Anfrage. Die Studie war am Freitag auf der Internetseite des Wissenschaftsmagazins «Swiss Medical Weekly» publiziert worden, wie die «SonntagsZeitung» berichtete.

Zur Zeit leben in der Schweiz rund 110'000 Demenzkranke. Als Folge der demographischen Entwicklung wird diese Zahl in den nächsten Jahren steigen. Die Schweizerische Alzheimervereinigung geht davon aus, dass im Jahr 2050 in der Schweiz bis zu 300'000 Menschen an Demenz leiden werden, wie sie am Sonntag mitteilte.

Demnach wird jede achte Person über 65 Jahre demenzkrank sein sofern keine überraschenden Fortschritte bei Prävention oder Heilung gemacht werden.

Kosten steigen weiter

Forscher Marti rechnet deshalb auch mit einem Anstieg der Kosten. Sowohl die professionelle als auch die unentgeltliche Pflege seien davon betroffen.

Wie sich die Bedeutung der unentgeltlichen Pflege entwickle, sei auch vom gesellschaftlichen Wandel abhängig: «Wenn die Solidarität zwischen den Generation künftig an Wert gewinnt, werden mehr Menschen von ihren Angehörigen gepflegt», erklärte Marti. Er könne dazu allerdings keine Prognose abgeben.

Alzheimervereinigung fordert Massnahmen

Die Alzheimervereinigung erwartet jedoch einen Rückgang der informellen Pflege: «Aufgrund der sich wandelnden Familienstrukturen können und wollen sich immer weniger Angehörige der anspruchsvollen Pflege und Betreuung ihres demenzkranken Familienmitglieds widmen», heisst es in ihrer Medienmitteilung.

(fkl/sda)

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