Demonstranten setzen dänisches Konsulat in Brand

publiziert: Sonntag, 5. Feb 2006 / 12:55 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 5. Feb 2006 / 14:30 Uhr

Teheran/Damaskus - Wütende Muslime haben in der libanesischen Hauptstadt Beirut das Gebäude des dänischen Konsulats in Brand gesteckt.

Beirut wurde Schauplatz anti-dänischer Unruhen.
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Mehrere tausend Menschen hatten zuvor vor dem Gebäude gegen die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen protestiert. Das berichtete der arabische Nachrichtensender El-Dschasira. Sicherheitskräfte setzten nach Angaben von Augenzeugen Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein. Dabei wurden nach Spitalangaben mindestens 28 Menschen verletzt. Reporter vor Ort erklärten, den zahlenmässig unterlegenen Sicherheitskräften sei es jedoch nicht gelungen, die Demonstranten aufzuhalten.

Ein Teil der Demonstranten sei jedoch mit der Brandstiftung nicht einverstanden gewesen. Ein islamischer Religionsführer sagte, «wir hatten zu einem friedlichen Protest aufgerufen». Die Zerstörung sei trotz der Wut wegen der Beleidigung des Propheten nicht gerechtfertigt.

Ausser Kontrolle

Das Aussenministerium in Kopenhagen stufte die Lage in Beirut als «ausser Kontrolle» ein. Es rief in einer Mitteilung alle Dänen im Libanon auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Sobald eine Ausreisemöglichkeit gefunden sei, sollten alle Dänen den Libanon verlassen.

Am Vortag hatten Demonstranten in der syrischen Hauptstadt Damaskus die dänische und norwegische Botschaft in Brand gesetzt. Die syrische Regierung war unter anderem von den USA scharf dafür kritisiert worden, dass sie die Gebäude nicht besser geschützt und nicht ausreichend gegen die Gewalttäter vorgegangen war.

Evakuierungen

In der Folge setzten die dänischen und norwegischen Behörden am Sonntag die Evakuierung der in Syrien lebenden Bürger aus ihren Ländern in Gang. Die Aussenministerien in Kopenhagen und Oslo hatten diese Massnahme am Vortag als Reaktion auf die Botschaftsstürmungen in Damaskus verfügt.

Übereinstimmend wurde mitgeteilt, dass nicht alle der etwa 150 betroffenen Skandinavier dem Aufruf zur sofortigen Ausreise folgen wollten. Die Botschaften beider Länder sollten vorerst von einem Hotel in Damaskus aus provisorisch weiterbetrieben werden.

(ht/sda)

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