Der Gold-Rush ist vorbei

publiziert: Montag, 27. Feb 2006 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Feb 2006 / 07:07 Uhr

«Heja Norge» - die Rufe der wie gewohnt zahlreichen und lautstarken Supporter des norwegischen Olympia-Teams blieben oftmals ungehört.

Ole Einar Björndalen konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.
Ole Einar Björndalen konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.
Der erfolgreichsten Nation von Salt Lake City 2002 brachten die Turiner Winterspiele vor allem Enttäuschungen.

Mit 13 Gold-, 5 Silber- und 7 Bronzemedaillen waren die Norweger vor vier Jahren wieder dort angelangt, wo sie früher einen Stammplatz hatten - an der Spitze des olympischen Medaillenspiegels.

Zum ersten Mal seit 1968 durfte sich Norwegen in Salt Lake City wieder als Nummer 1 unter den Wintersport-Nationen bezeichnen; eine Entwicklung, die 1992 in Albertville eingesetzt hatte, war auf einem Höhepunkt angelangt.

Ziele klar verpasst

Das nationale olympische Komitee wollte den hart erkämpften Status in Turin erfolgreich verteidigen. Spitzenposition im Medaillenspiegel und 25 Podestplätze lauteten die Ziele. Sie wurden deutlich verpasst.

Die quantitative Ausbeute stimmte einigermassen, deren Qualität liess jedoch zu wünschen übrig: 2 Gold-, 8 Silber- und 9 Bronzemedaillen reichten lediglich zum 13. Rang. In Norwegen sitzt die Ernüchterung tief.

Dass aus dem erhofften Goldregen nichts wurde (nur der Alpinfahrer Kjetil Andre Aamodt und der Skispringer Lars Bystöl wurden Olympiasieger), lag primär an den den Langläufer und Biathleten. Noch in Salt Lake City war in diesen beiden Sparten niemand erfolgreicher als die Norweger.

Ratlosigkeit

Was die magere Ausbeute (4 Medaillen ohne Gold) der seit der Ära Björn Dählie erfolgverwöhnten Langläufer betrifft, herrscht vor allem Ratlosigkeit.

Das gilt insbesondere für Marit Björgen. Von der 25-jährigen Weltcup-Dominatorin waren gleich drei Triumphe erwartet worden; am Ende musste sie froh sein, dank dem 2. Platz über 10 km klassisch überhaupt eine Medaille gewonnen zu haben.

Motor überdreht

Das Unheil hatte sich im Fall von Björgen allerdings seit Wochen abgezeichnet. Sie kämpfte mit gesundheitlichen Problemen und rang um ihre Form. Wie es so weit kommen konnte, ist die Frage, die vor allem ihre Landsleute beschäftigt.

Björgen scheint den Motor überdreht zu haben. In ihrer Heimat wird befürchtet, sie werde das Niveau ihrer besten Tage nie mehr erreichen.

Bitter für die Norweger ist auch, dass mit dem ehemaligen Cheftrainer Inge Braten und dem fünffachen Olympiasieger Thomas Alsgaard zwei frühere Erfolgsgaranten am Aufschwung des Erzrivalen Schweden (dreimal Gold dank den Sprint-Teams) beteiligt sind.

Keine One-Man-Show mehr

Im Biathlon hatten alle mit einer erfolgreichen Fortsetzung der Goldjagd von Ole Einar Björndalen gerechnet. Doch nach dessen One-Man-Show in Salt Lake City (Siege in allen vier Disziplinen) räumten in San Sicario die Deutschen ab.

Fünfmal Gold im Biathlon war die halbe Miete auf dem Weg an die Spitze des Medaillenspiegels. Mit Michael Greis, der über 20 km, mit der Staffel und im Massenstart siegte, stellte Deutschland auch den erfolgreichsten Schneesportler der XX. Winterspiele.

Greis ist der erste Deutsche überhaupt, der mit drei Goldmedaillen von Olympischen Winterspielen heimkehrte.

(Philipp Bärtsch, Pragelato/Si)

 
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