Der Mordfall Arnold in Madagaskar wird erneut aufgerollt

publiziert: Mittwoch, 5. Mai 2004 / 16:27 Uhr

Ben/Antanarivo - Die Behörden Madagascars rollen den Fall des 1996 ermordeten Schweizer Entwicklungshelfers Walter Arnold erneut auf. Für Bern zeigt dieser Entscheid den Willen der neuen madagassischen Regierung, Licht in die Affäre zu bringen.

Gemäss inoffiziellen Angaben wurde Arnold von der lokalen Mafia getötet.
Gemäss inoffiziellen Angaben wurde Arnold von der lokalen Mafia getötet.
Arnold war am 17. Juli 1996 erwürgt im Zentrum der madagassischen Hauptstadt Antananarivo aufgefunden worden. Der 52-jährige Urner Bauingenieur war für ein Strassenbau-Projekt der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) verantwortlich, das zusammen mit der Regierung durchgeführt wurde.

Gemäss inoffiziellen Angaben wurde Arnold von der lokalen Mafia getötet. Der Schweizer soll gewisse Korruptionsfälle ans Licht gebracht haben.

In Madagaskar eröffneten die örtlichen Behörden in der Folge ein Verfahren wegen Mordes. Nach sieben Jahren erfolgloser Ermittlungen, an denen sich auch die schweizerische Bundespolizei beteiligte, wurde Ende Mai 2003 die Akte Arnold auf Wunsch der Familie geschlossen.

Die madagassische Staatsanwaltschaft drängte indes auf Wiederaufnahme des Falles. Zu Wochenbeginn erfuhr das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Entscheid, die Akte erneut zu öffnen.

Für Benoît Girardin, Geschäftsträger der Schweiz in Antananarivo, bedeutet dieser Entscheid ein politisches Signal. Die Regierung selbst sei nicht zufrieden gewesen mit der Einstellung der Ermittlungen, und der neue Präsident Marc Ravalomanana habe sich 2003 persönlich für eine Wiederaufnahme des Falles eingesetzt.

Nun gebe es Chancen, Licht in diese mysteriöse Affäre zu bringen, erklärte Girardin gegenüber der Nachrichtenagentur sda. In informierten Kreisen habe man gewusst, dass die Urheber des Mordes von höherer Stelle gedeckt wurden.

Und die neue Regierung, seit zwei Jahren im Amt, habe alles Interesse daran, zu zeigen, dass solche Machenschaften der Vergangenheit angehörten.

Die Ermordung des Schweizers und der aus Schweizer Sicht mangelde Untersuchungseifer der madagassischen Behörden hatten zeitweise zu einer Abkühlung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern geführt.

(bsk/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Griechenland, Lesbos, 9.September 2020: Flüchtlinge nach dem Feuer im Camp Moria.
Griechenland, Lesbos, 9.September 2020: Flüchtlinge ...
Fotografie Ärzte ohne Grenzen und Magnum: 50 Jahre im Einsatz  2021 markierte das 50-jährige Bestehen von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Fronitères (MSF). Die Photobastei Zürich nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um in einer Fotoausstellung gemeinsam mit der internationalen Fotoagentur Magnum auf 50 Jahre medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten zurückzublicken. mehr lesen  
Publinews Die Gründe, sich ein Haustier zuzulegen, sind vielfältig. So möchten manche Menschen, die Einsamkeit verspüren, sich damit Gesellschaft ins Haus holen; dies ist gerade im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vermehrt zu beobachten. Andere wiederum sehen etwa auch den Nutzenaspekt, wie etwa bei einem Hund, der das Haus bewacht. Doch was auch immer der Grund für die Anschaffung ist: Man sollte sich ein Haustier nie überstürzt zulegen. mehr lesen  
Fotografie Vom 26. August bis 3. Oktober 2021 zeigt das IPFO Haus der Fotografie in Olten die Gewinner des World Press Photo ... mehr lesen  
Chris Donovans Beitrag zur «World Press Photo Story of the Year».
Wissenschaftler des Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) des MIT haben kürzlich einen neuen Algorithmus entwickelt, der einem Roboter ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 5°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 7°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 7°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 10°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 10°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 13°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten