Der heilige Weltuntergang

publiziert: Donnerstag, 12. Nov 2009 / 11:25 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Nov 2009 / 12:08 Uhr

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Betrachten wir die Menschheit von heute, fällt vor allem auf, dass es immer mehr werden. Für das Jahr 2012 ist die Marke von 7'000'000'000 Menschen auf diesem Planeten angesagt, wobei vor allem in Entwicklungsländern die Populationsbombe kontinuierlich weiter explodiert.

Der Kampf gegen die Armut in der dritten Welt ist dabei so gut wie aussichtslos: Wirtschaftswachstum wird sofort durch die neuen Münder aufgefressen, die gefüttert sein wollen. Der Haupt-Antrieb für diesen Wahnsinn, der die Menschheit dereinst in den Untergang treiben könnte, stammt nicht zuletzt aus den «heiligen» Büchern der Weltreligionen. Sowohl das Christentum wie auch der Islam treiben offensiv diesen Irrsin voran und lassen nicht davon ab, ganz egal was die Konsequenzen sind.

Eine Erklärung für den Wahnsinn, der von Missionaren, Predigern, Priestern und nicht zuletzt dem Papst vorangetrieben wird, ist natürlich die Tatsache, dass die Schriften, aus denen die Inspiration zu alldem gezogen werden, in einer Zeit verfasst wurden, als es auf der Welt noch keine halbe Milliarde Menschen gegeben hat. Zudem war die Bevölkerung immer durch Seuchen, Kriege, Hungersnöte und eine hohe Kindersterblichkeit bedroht. Eine Religion, die damals Zurückhaltung in der Fortpflanzung gepredigt hätte, wäre eine Religion ohne Zukunft gewesen. Soweit die historische Logik.

Doch diese greift nicht mehr. Fortschritte in der Medizin und in der Landwirtschaft haben dazu geführt, dass die Anzahl der Menschen auf diesem Planeten bis zu einem gewissen Punkt fast ohne Begrenzung wachsen kann: Der einzige Faktor, der noch einen wesentlichen Einfluss haben kann, ist der Mensch selbst: nur mit dem Einsatz von Verhütungsmitteln, der Stärkung der Rechte der Frauen und einer besseren Bildung ist es möglich, das exponentielle Wachstum noch zu begrenzen.

Doch dagegen stehen die Religionen und deren Vertreter des Wahnsinns auf Erden: Sie sehen ihre Aufgabe vor allem darin, mehr Gläubige auf den Planeten zu stellen. Dabei ist es ihnen egal, ob es für diese dereinst Wasser, Nahrung oder eine Lebensgrundlage geben wird. Denn es sei mal Gottes Wille, dass die Frau so viele Kinder auf die Welt bringt, wie sie kann.

Die dahinter stehende Moral kann bei objektiver Betrachtung nur als krank bezeichnet werden: Ein Kind nicht auf die Welt zu bringen (durch den Einsatz von Kondomen, der Pille oder gar einer Abtreibung) ist eine Todsünde. Das Kind in der Folge hungern zu lassen, als Kindersoldat zu verschachern oder an einer Seuche sterben zu lassen, ist viel weniger schlimm. Auch ist es in Ordnung, wenn dabei die Umwelt vernichtet und die Lebensgrundlage für die nächsten Generationen geplündert werden. Gott wird’s schon richten...

Die Erklärung für den Erfolg der grossen Religionen ist auch jene dafür, warum sie den Planeten heute direkt in den Abgrund führen werden, wenn man sie lässt: Ihre aggressive Vermehrungspolitik stellte in historischen Zeiten ihre Verbreitung auf einem unendlich gross scheinenden Planeten sicher, was denn auch passierte.

Doch die Erde ist endlich. Sie kann, selbst mit den modernsten Mitteln der Landwirtschaft, nicht viel mehr Menschen, als es schon gibt, ernähren. Und selbst wenn es für 10 oder 12 Milliarden reichen würde... was ist bei 15 oder 20?

Kein Kreuz und kein Halbmond wird dereinst die Lebensgrundlagen zur Verfügung stellen, die es für die ganzen Menschen bräuchte. Und die Agrarwissenschaften können auch nicht Zaubern. Was dieses ganze Debakel zudem für die Umwelt bedeutet, lässt sich jetzt schon absehen: Klimawandel, Überfischung, Artensterben, Verwüstung, Grundwassermangel... all diese Probleme sind direkt mit dem Bevölkerungswachstum verbunden.

Letztendlich ist der religiöse Starrsinn ja auch logisch: Die Apokalypse wird von selbst kaum stattfinden – mit der Bevölkerungsbombe hingegen, lässt sich der heilige Weltuntergang sicher irgendwie hin kriegen.

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

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Nun sind also definitiv die Religionen schuld
Sehr geehrter Herr Etschmayer,

ich kann dem Gedanken, dass dieses Argument mehr Sensationsleser produziere, nichts abgewinnen. Ihre Art, die Religion für was auch immer anzuprangern, ist ineffizient. Wir haben das Phänomen, dass Menschen für allerlei die Gemeinschaft verantwortlich machen, ähnlich wie die "Kollektivschuld". Zu behaupten, dass die Kirche die Bevölkerungsexplosion wünsche oder bezwecke, ist Irrsinn und produziert auch kaum neue Leser. Gruss.
Heiliger Weltuntergang
Es gibt immer noch Menschen, die sagen es ist gut wenn man sich vermehrt wie die Karnickel.

Für 11 Milliarden hätten wir zu essen auf dem Planeten Erde, nur schon an der Verteilung happert es.

Jetzt will man noch, dass alle Menschen unseren Lebensstandard haben. Wie soll das gehen? Nur schon wenn jeder Mensch Toilettenpapier brauchen würde, müssten wir dreimal so viel Wald haben wie bislang!

Zum Glück gibt es Religionen, bei denen man sich nur vegetarisch ernähren sollte. Bis nämlich ein Tier wirklich dick genug ist um es abzuschlachten, frisst es sehr viel.

http://www.beobachter.ch/natur/natuerlich-leben/artikel/papierverbrauc.../

http://www.thurgauerzeitung.ch/leben/gesellschaft/Fleisch-essen-wird-e...

http://www.ecopop.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=169&Ite...
Glauben macht selig!
Welche Glaubensrichtung man auch immer anpeilt. Ihre 'Götter' oder wie auch immer sie genannt werden, leben in der Regel längst nicht mehr. Und nach ihrem Ableben begannen Männer (man liest kaum je von einer Frau) daraus Geschichten zu konstruieren, die Religion nach gutdünken zu interpretieren und auszulegen, und sie dann gewissermassen als Gesetzesgrundlage zu nutzen. Und somit wurde sie auch zum Politikum.

Das kuriose daran: Alle Prediger 'verstecken' sich stets hinter ihrer Religion. Sie sind somit immer die 'Unschuldigen' - weil primär nicht sie es so wollen, sonder ihr 'Gott' - oder Angebetete(r)
Religion die heilige Kuh
Kein Thema weckt solch Emotionen wie Religion. Auch hier im Forum. Da springen sie alle auf die Gläubigen, blind forschend zwischen ihren Bibel-, Koran- oder Tanachzeilen die so praktisch für jedermann persönlich interpretierbar sind.

Fragt sich wer der Massenmörder ist. Ich, der ich schon so viel in ein Kondom geschossen habe, oder der Papst mit seinen Vasallen der Dummheit in Drittweltländer.

Was macht Gott bloss mit all diesen verblendeten Tätern, die in seinem Namen und im Namen der Religion Tod, Hunger, Elend, Hass und Mord predigen, wenn sie dereinst vor der Himmelspforte stehen?

Der grösste Atheismus ist davon auszugehen, dass Gott ein Volk auserwählt, dass Gott gross für eine Gruppe alleine ist oder das Gott so dumm wäre solche idiotischen Tun zu verlangen oder zu unterstützen. Es gibt für mich keine grösseren Atheisten als die Extremisten aller Religionen.

Wir leben in einer Welt, in der niemand mehr glaubt was er liest. Trotzdem glauben viele Zeile für Zeile an Bücher die vor langer Zeit von Menschen geschrieben, verändert und interpretiert wurden und behaupten es wäre Gottes Wort. Es wird mir vergönnt sein diese Dummheit vor meinem persönlichen Ableben je einmal zu verstehen.

Glaube ich an einen Gott? Ja. Glaube ich an die Bibel, Koran oder Tanach als Gottes Wort in diesen Fassungen? Beachten Sie in diesen Fassungen! Klares Nein. So ein hasserfüllter, selbstgerechter, sadistischer Idiot kann Gott einfach nicht sein.

Ich war nicht immer dieser Ueberzeugung. Ich fiel in eine grosse Glaubenskrise als ich im Kongo Sachen miterlebte die mich oft nachts nicht mehr schlafen lassen und die mich daran zweifeln liessen ob es überhaupt einen Gott gibt, der Solches zulassen würde.

Nein, Herr Etschmayer hat völlig recht und hat es auf den Punkt gebracht.
ahh - typisch
Und wo sind die Argumente?
Wieso "wird es eng und sehr - hmm - populistisch?"
Ich les hier nur Ihre gefühlten Werte.
Typisch Etschmayer
Hehe, eigentlich mag ich ja diese Hasstiraden auf die Glaubensrichtungen aus einem Grund: Sie bringen den Gläubigen zum Nachdenken.
Aber leider sind genau diese Kolumnen diejenigen der engsten Sichtweise. Immer, wenn es um Glauben oder Religion geht, wird es eng und sehr - hmm - populistisch?
Schade, hätte was werden können.

Herr Etschmayer, es gäbe sicher genug andere Themen, die Sie kommentieren könnten. War Ihnen wieder mal langweilig oder fanden Sie kein Thema mehr? Oder was anderes? Bitte schreiben Sie weitere, gelungene Kommentare - aber nicht mehr zu diesen Objekten. Hier werden Sie Ihrem Ruf nicht gerecht.

MfG
Danke Patrik Etschmayer
Ich bin ja nicht bei allen Themen mit Ihnen einverstenden,
aber DIESER trifft mit seiner Schärfe und analythischen Klarheit den Nagel voll auf den Kopf!!!
DANKE
.
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