Lichtempfindliche Zellen

Diabetes: Neuer Behandlungsansatz mit Gelimplantat

publiziert: Montag, 21. Okt 2013 / 12:29 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Okt 2013 / 14:27 Uhr
Das langfristige Ziel besteht darin, die Anzahl der notwendigen Bluttests zu reduzieren.
Das langfristige Ziel besteht darin, die Anzahl der notwendigen Bluttests zu reduzieren.

Boston - Licht haben Wissenschaftler der Harvard Medical School eingesetzt, um Diabetes bei Mäusen zu heilen. Den Tieren wurde ein transparentes Gel implantiert, das gentechnisch veränderte lichtempfindliche Zellen enthält.

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Derartige Implantate sollen laut NewScientist in Zukunft verwendet werden, um Krankheiten zu behandeln und Giftstoffe im Körper zu überwachen.

Insulinbildung stimuliert

Licht schafft laut dem leitenden Forscher Myunghwan Choi eine sehr gute Möglichkeit, mit biologischen Systemen zu interagieren. Es gibt jedoch ein grundlegendes Problem. Es wird zerstreut, wenn es auf das Gewebe trifft. Aus diesem Grund hat das Team ein implantierbares Gel entwickelt, das dieses Problem umgeht, indem es das Licht unter die Haut der Tiere leitet.

Für Tests versetzten die Wissenschaftler das Gel vor der Implantation mit verschiedenen Arten von gentechnisch veränderten Zellen. Bei Diabetes wurden die Mäuse und das Implantat mittels eines am Kopf angebrachten Glasfaserkabels mit Licht bestrahlt. Das Licht aktivierte die Zellen im Gel dahingehend, dass sie einen Wirkstoff abgaben, der die Bildung von Insulin stimulierte und die Blutzuckerwerte stabilisierte.

Weniger Bluttests als Ziel

Zusätzlich ist es gelungen, eine Cadmiumvergiftung zu überwachen. Dafür setzten die Experten einem Nature-Photonics-Bericht zufolge Zellen ein, die fluoreszierten, wenn die Tiere Vergiftungserscheinungen zeigten. Dieser Ansatz steht erst am Anfang. Das langfristige Ziel besteht darin, die Anzahl der notwendigen Injektionen und Bluttests zu reduzieren.

Laut Fiorenzo Omenetto von der Tufts University hat dieser Ansatz durchaus Potenzial. Seiner Meinung nach sollte es einfacher werden, mit dem Implantat zu leben. «Das Problem dabei ist, dass das grosse Implantat und ein Kabel aus dem Kopf herausstehen. Das würde ich als Diabetiker nicht haben wollen.» Die Wissenschaftler arbeiten bereits an einer benutzerfreundlicheren Variante des Gels. Laut Choi denkt man dabei an eine Mikro-LED mit einer kabellosen Verbindung zum Implantat.

(ig/pte)

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