Julian Assange in London vor Gericht

«Die Chancen sind ziemlich klein»

publiziert: Dienstag, 12. Jul 2011 / 15:25 Uhr
Wikileaks-Mastermind Julian Assange vermutet hinter dem Prozess eine Verschwörung (Archivbild).
Wikileaks-Mastermind Julian Assange vermutet hinter dem Prozess eine Verschwörung (Archivbild).

London - In London hat am Dienstag die Anhörung im Berufungsverfahren gegen die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange nach Schweden begonnen. Die schwedischen Behörden wollen den Australier wegen der Vergewaltigungsvorwürfe zweier Frauen befragen.

4 Meldungen im Zusammenhang
Zum Auftakt des auf zwei Tage angesetzten Berufungsverfahrens erschien der 40-Jährige am Dienstagvormittag vor Gericht. Der Australier fuhr in einem schwarzen Wagen zum Londoner High Court und betrat an zahlreichen Fotografen vorbei das Gerichtsgebäude, ohne Fragen von Journalisten zu beantworten.

Mit einer Entscheidung der Richter noch am Mittwoch wird nicht gerechnet. Assanges Anwälte haben bereits angekündigt, bis vor das Oberste Gericht des Landes zu ziehen, sollte Assange im Berufungsverfahren unterliegen.

Der Londoner High Court hatte der Auslieferung am 24. Februar in erster Instanz stattgegeben. Eine Anklage existiert in Schweden allerdings nicht. Die inzwischen von der Menschenrechtsanwältin Gareth Pierce geführte Assange-Verteidigung ist der Auffassung, die Auslieferung sei unverhältnismässig. Assange befürchtet, in Schweden keinen fairen Prozess zu bekommen.

Auslieferung wahrscheinlich

Die Chancen für den Wikileaks-Gründer stehen offenbar schlecht. Es bestehe ein «grosses Risiko», dass Assange letztlich doch nach Schweden gebracht werde, sagte sein schwedischer Anwalt Björn Hurtig im schwedischen Radio SR.

«Ich hoffe, dass alles so abläuft, wie Julian sich das wünscht, aber die Chancen für eine Änderung (der bisherigen Gerichtsentscheidung) sind meiner Ansicht nach ziemlich klein.»

Assange lebt seit seiner Festnahme im Dezember vergangenen Jahres unter strikten Auflagen im Anwesen eines britischen Freundes. Er muss sich täglich bei der örtlichen Polizei melden und eine elektronische Fussfessel tragen.

Seine Plattform Wikileaks hatte unzählige diplomatische Depeschen veröffentlicht, die unter anderem ein schlechtes Licht auf die Rolle der US-Armee in den Kriegen im Irak und in Afghanistan geworfen hatten. Assange befürchtet deswegen die Rache der Vereinigten Staaten.

(dyn/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington/ New York - Bei ihrer neuesten Veröffentlichung von mehr als ... mehr lesen
Panne bei Wikileaks.
Teurer Spass: Ein Mittagessen mit Julian Assange.
Auf der Suche nach finanziellen ... mehr lesen
Julien Assange: «Das Internet ist keine Technologie, die die Meinungsfreiheit begünstigt»
Cambridge - Julian Assange, Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, hat offenbar seinen Glauben in das demokratische Potenzial des Internets verloren. In einer Rede an der Cambridge ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Online-Plattformen dürfen in Zukunft bei der Buchung Hotels nicht mehr preislich oder bei der Verfügbarkeit einschränken.
Online-Plattformen dürfen in Zukunft bei der ...
Hotels und andere Beherbergungsbetriebe sind ab 1. Dezember frei in ihrer Preis- und Angebotsgestaltung. Dann setzt der Bundesrat die Änderung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Kraft. Mit der neuen Regelung im UWG werden Paritätsklauseln bezüglich Preis, Verfügbarkeit oder Konditionen in Verträgen zwischen Online-Buchungsplattformen und Beherbergungsbetrieben verboten. mehr lesen 
Versicherungen Der Bundesrat sieht sich nicht veranlasst, die Einzelvergütung von Medikamenten speziell bei krebskranken Kindern zu verbessern. ... mehr lesen  
Nach Einschätzung von «Kinderkrebs Schweiz» kommt es in 20% der Fälle zu einer endgültigen Ablehnung.
Jedes drahtlose Gerät und Produkt, das mit dem Internet verbunden werden kann, muss über Funktionen verfügen, die den Schutz von Personendaten gewährleisten.
Vernetzte Geräte müssen die Privatsphäre ihrer Benutzerinnen und Benutzer besser schützen. Neue Bestimmungen in der Verordnung des BAKOM über Fernmeldeanlagen (VFAV) erhöhen die Cybersicherheit von ... mehr lesen  
Demokraten bringen Gesetzentwurf ein  Politiker der Demokratischen Partei haben in den USA einen neuen Gesetzentwurf eingebracht, der die Nutzung zielgerichteter digitaler Werbung auf Werbemärkten (Targeted Advertising) verbieten würde, die von Plattformen wie Facebook, Google und anderen Datenmaklern mit grossen Gewinnen betrieben werden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 5°C 6°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt bedeckt
Basel 6°C 7°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Hochnebel
St. Gallen 4°C 4°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Hochnebel
Bern 4°C 6°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Hochnebel
Luzern 5°C 6°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Hochnebel
Genf 4°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Lugano 4°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten