Die Formel 1 als Kunstobjekt
publiziert: Donnerstag, 20. Mai 2004 / 07:57 Uhr

Freiburg - Eine Sommerausstellung im Espace Jean Tinguely-Niky de Saint Phalle in Freiburg dokumentiert die Leidenschaft eines Künstlers und eines Rennfahrers für die Formel 1 mit Fotos und Zeichnungen.

Der Schweizer Rennfahrer Jo Siffert lebte von 1936 bis 1971.
Der Schweizer Rennfahrer Jo Siffert lebte von 1936 bis 1971.
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Die Sommerausstellung nennt sich "Jean Tinguely & Jo Siffert Zeugnisse einer Freundschaft". Anlass der populären Schau ist die Einweihung des Jo Siffert- Brunnens von Jean Tinguely vor 20 Jahren auf der Schützenmatte in Freiburg.

Damit gedachte der weltbekannte Metallplastiker seines berühmten, 1971 tödlich verunfallten Formel 1-Rennfahrerfreundes.

Im Mittelpunkt der zweigeschossigen Ausstellung stehen unten rund zwölf Zeichnungen von Jean Tinguely für den Jo Siffert-Brunnen von 1984 und oben belegen etwa ebenso viele Schwarzweissfotografien von Jean-Claude Fontana den Autorennfahrer Jo Siffert.

Als eine Art zeitgenössische Reliquien bergen Vitrinen im ersten Stock Modellrennautos, Pokale, den Autohelm und Rennfahreranzug von Jo Siffert. In den Schaukästen im Untergeschoss sind Fotos vom Jo Siffert-Brunnen und dessen Eröffnungsfest ausgelegt.

Keine Frauen

Fontanas Fotografien aus den 60-er Jahren zeigen gleichermassen die Lotus-Rennwagen wie ihren Fahrer, Jo Siffert. In dieser Welt technischer Errungenschaft, gefeierter Geschwindigkeit und persönlicher Lebensgefahr sind keine Frauen zu sehen.

Jean Tinguely hatte Jo Siffert über den Autorennfahrer Joachim Bonnier kennen gelernt. Seit 1968 wohnte der inzwischen international gefeierte Künstler wieder im Kanton Freiburg, wo er direkt an den weltweiten Erfolgen seines Freundes aus Freiburg teilnahm.

Umso mehr erschütterte der Tod des 35-jährigen Jo Siffert in England während dem Rennen von Brand Hatch am 24. Oktober 1971 den elf Jahre älteren Jean Tinguely. 1972 begann der Freiburger Metallplastiker am zuerst "Vitesse" genannten Denkmal zu arbeiten.

Konstruktionsskizzen

Einerseits knüpfte Tinguely bei den "Fontaine" betitelten Skulptuen aus den 60er Jahren an, und andererseits stützte sich der Konstrukteur auf die Erfahrungen mit seinem ersten Wasserspiel, dem Fasnachtsbrunnen von 1977 auf dem Basler Theaterplatz.

Die Zeichnungen zum Jo Siffert-Brunnen wirken eher wie Konstruktionsskizzen in Schwarzweiss oder mehr wie bunte Entwürfe aus der Phantasie. Mit vielen Konfetti erscheint eine 1988 nachträglich gemachte Zeichnung auf schwarzem Grund besonders emotional.

Der 1991 verstorbene Jean Tinguely muss stark aus dem Bauch heraus an seinen zusammengeschweissten und elektifizierten schwarzen Metallplastiken gearbeitet haben. Entsprechend nah wird dem Meister sinnloser Bewegung dieser Unfalltod gegangen sein.

Infos zur Ausstellung: Bis 10. Oktober. Öffnungszeiten: Mi-So 11-18, Do 11- 20Uhr. Im Verlauf der Ausstellung wird eine Publikation in Leporello-Format erscheinen.

(Von Barbara Miesch/sda)

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