Die SPS-Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg

publiziert: Sonntag, 7. Mrz 2004 / 08:42 Uhr

Bern - Die Sozialdemokratische Partei hat am Samstag mit Hans-Jürg Fehr ihren 25. Parteipräsidenten seit der Gründung 1888 gewählt. Die SPS-Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg:

Fehr erhielt 531 von 891 Stimmen.
Fehr erhielt 531 von 891 Stimmen.
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Hans Oprecht, 1937-1953: Der Zürcher VPOD-Gewerkschafter und geistige Vater des SP-"Plans der Arbeit" zur Überwindung der Wirtschaftskrise war massgeblich an der Integration der SPS ins schweizerische Regierungssystem beteiligt. Sie erfolgte unter dem Eindruck der Nazi-Bedrohung und führte 1943 zum Bundesratseintritt der SP, die über einen Wähleranteil von 28,6 Prozent verfügte. Nach dem Krieg engagierte sich Oprecht für den Ausbau der Sozialpolitik.

Walter Bringolf, 1953-62: Nach einem "kommunistischen Zwischenspiel" war Bringolf 1933-1968 SP-Stadtpräsident von Schaffhausen. In seiner SP-Präsidentschaft erfolgte 1959 die (von Oprecht vorbereitete) Winterthurer Programmrevision, die den Übergang der SP von der Klassen- zur gemässigten Volkspartei einleitete. Als die SP 1959 mit der Zauberformel zwei Bundesräte erhielt, unterlag Bringolf als offizieller SP-Bundesratskandidat Hanspeter Tschudi.

Fritz Grütter, 1962-70: Der Berner Finanzdirektor, Nationalrat und Fraktionschef musste die Partei gegen neue Konkurrenten wie den Landesring der Unabhängigen und die Nationale Aktion verteidigen. Der SP-Wähleranteil sank 1963-1971 von 26,6 auf 22,9 Prozent.

Arthur Schmid, 1970-74: Als Aargauer Erziehungsdirektor prägte er die Schulpolitik seines Kantons. Der "rote Turi" stiess bei vielen Bürgerlichen auf Ablehnung, so dass er 1973 als offizieller Bundesratskandidat vom Aussenseiter Willi Ritschard geschlagen wurde.

Helmut Hubacher, 1975-90: Dem Basler gelang es, die auseinanderstrebenden Parteiflügel zusammenzuhalten und die SP gegenüber den neuen sozialen Bewegungen (neue Linke, Umwelt- und Frauenbewegung) zu öffnen. Die Nichtwahl von Liliane Uchtenhagen zur Bundesrätin 1983 bescherte der Partei eine schwierige Grundesatzdebatte über die Bundesratsbeteiligung. Wählerverluste, besonders an die Grünen, konnte Hubacher 1987 nicht verhindern.

Peter Bodenmann, 1990-97: Dem Walliser "Achtundsechziger" gelang es in einer Zeit der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit mit solider konzeptueller Arbeit und geschicktem Politmarketing, neue Schichten zu gewinnen und den SP-Wähleranteil von 18,4 (1987) auf 22,5 (1999) zu steigern. Sein bisweilen forsches Auftreten stiess indes parteiintern auf Kritik.

Ursula Koch, 1997-2000: Als erste SPS-Parteipräsidentin wollte die ehemalige Zürcher Stadträtin wieder mehr Basisbezug. Ihr angespanntes Verhältnis zu grossen Teilen der Fraktion führte indes zu heftigen Personal-Querelen und ihrem vorzeitigen Rücktritt.

Christiane Brunner, 2000-2004: Die Gewerkschafterin und gescheiterte Bundesratskandidatin 1993 suchte den Ausgleich zwischen dem gewerkschaftlichen Flügel und Anhängern einer neuen Mitte-Links-Politik, was ihr den Vorwurf der Passivität eintrug. Immerhin konnte die SP 2003 den Wähleranteil auf 23,3 Prozent steigern.

Hans-Jürg Fehr, ab 2004: Der 55-jährige Schaffhauser Nationalrat wurde am ausserordentlichen SP-Parteitag in Basel vom 6. März mit 531 von 891 gültigen Stimmen gewählt. Auf seinen Gegenkandidaten Werner Marti entfielen 360 Stimmen.

(bsk/sda)

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