«Die Spielerinnen sollen sich gut verkaufen»

publiziert: Samstag, 15. Jul 2006 / 00:04 Uhr

Seit rund einem Monat ist Eric van Harpen Coach des Schweizer Fedcup-Teams. Seit dieser Woche ist bekannt, dass der 58-jährige Holländer für Swiss Tennis in einem 70-Prozent-Mandat für den Spitzensport der Frauen zuständig ist.

Van Harpen trainierte in den letzten Jahren auch  Maria Scharapowa.
Van Harpen trainierte in den letzten Jahren auch Maria Scharapowa.
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Van Harpen führte einst Conchita Martinez an die Weltspitze und trainierte in den letzten Jahren auch Patty Schnyder, Anna Kurnikowa, Maria Scharapowa und Ana Ivanovic. In den kommenden Monaten wird er sich der talentierten Nidwaldnerin Nicole Riner annehmen.

Herr Van Harpen, das Schweizer Fedcup-Team ist sehr jung und sehr unerfahren. Gegen Australien kann man kaum einen Sieg erwarten.

Eric Van Harpen (Fedcup-Coach): «Natürlich wäre ein Sieg zu viel verlangt. Aber ich erwarte von den Spielerinnen, dass sie sich so gut verkaufen, dass sie eine Motivation für die kommenden Monate haben. Dann spielt es auch keine Rolle, ob eine allfällige Niederlage knapp oder klar ausfällt. Auch ein 0:5 kann positive Signale senden. In Japan beispielsweise hat das Team 1:4 verloren, aber es hat in jedem Spiel einen Satz gewonnen. Das war eine beachtliche Leistung.»

Trotzdem ist es schade, wenn die Schweiz mit zwei Top-Spielerinnen wie Patty Schnyder und Martina Hingis in die Kontinental-Zone absteigt.

«Wer sagt, dass wir mit Schnyder nicht auch verlieren würden. Patty könnte ihre Einzel gewinnen. Aber im Doppel spielt es vielleicht keine so grosse Rolle, ob unsere Stars dabei sind oder nicht, denn Stosur und Stubbs sind die Weltbesten. Wenn es tatsächlich zum Abstieg kommt, müssen wir schauen, dass im nächsten Jahr die Besten wieder dabei sind. Es wäre sehr wichtig, sofort wieder aufzusteigen. Bis in zwei Jahren sind dann die Jungen womöglich soweit, dass sie selbst einiges erreichen können.»

Ist es denkbar, dass Schnyder nächste Saison wieder im Fedcup spielt?

«Ich bin zuversichtlich. Man weiss zwar nicht, wie sehr die Spielerinnen an ihre eigene Karriere denken. Aber ich glaube, Patty wird irgendwann wieder Fedcup spielen müssen, wenn sie sich die Chance der Olympia-Teilnahme 2008 nicht verbauen will.»

Vor Kurzem haben Sie gesagt, dass hinter Schnyder und Hingis eine zu grosse Lücke klafft. Wie lautet Ihre Zielsetzung in Ihrer Funktion als Verantwortlicher für das Spitzentennis der Frauen?

«Ich habe Rene (Stammbach, Präsident von Swiss Tennis -- Red.) erklärt, dass ich bis in zwei, drei Jahren neben Schnyder und Hingis zwei bis vier weitere Spielerinnen in die Top 150 führen will. An dieser Aussage messe ich mich und werde ich auch gemessen.»

Sie trainieren in Zukunft die Nidwaldnerin Nicole Riner. Hat sie das Potenzial, noch weiter nach vorne zu kommen als auf eine Rangierung um Position 150?

«Nicole ist sehr talentiert, sie hat als Linkshänderin auch gewisse Vorteile. Wenn sie die Entwicklung macht, die ich mir erhoffe, wird sie dereinst in die Top 50 kommen. Sie ist ein gutes Mädchen, hat jetzt auch die Schule gut abgeschlossen. Ich habe grosse Hoffnung, dass sie die Umstellung aufs professionelle Tennis schafft. Aber eine erste Zwischenbilanz kann ich erst Ende Jahr machen. Dann weiss ich, wie sie auf Vorschläge eingeht und wie willens sie ist, Tipps anzunehmen und umzusetzen. Das sind letztlich entscheidende Faktoren.»

(smw/Si)

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