Die Wölfe im Schafspelz

publiziert: Mittwoch, 13. Mrz 2013 / 10:11 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Mrz 2013 / 10:27 Uhr
Thilo Sarrazin: Verführerisch und gefährlich.
Thilo Sarrazin: Verführerisch und gefährlich.

Ökologie, das Recht auf Abtreibung, selbstbestimmte Sexualität, Gleichheit Mann und Frau, naturwissenschaftliche Dominanz - waren für mich jahrzehntelang selbstverständliche, vernünftige, progressive Themen und wurden von Menschen gefordert und gefördert, bei welchen ich mich verstanden fühlte und die ich verstehen konnte.

1 Meldung im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Link zum Buch Gunnar Heinsohns
Gunnar Heinsohns Buch «Söhne und Weltmacht» auf der Verlagsseite.
piper.de

Seit einigen Jahren muss ich realisieren: Ausgerechnet diese Themen haben das Potential, menschenvernichtende und autoritäre Regimes zu legitimieren und zu stützen.

Eigentlich hätte ich schon viel früher misstrauisch werden sollen. Wie ein Wolf im Schafspelz kam Thilo Sarrazins Machwerk «Deutschland schafft sich ab» daher. Es ist ja nicht nur so verachtenswert, weil es eine braune Denkkultur rechtfertigt, sondern weil es so sachlich, vernünftig, naturwissenschaftlich begründet und in nachvollziehbaren ökonomisch-historischen Überlegungen argumentiert. Der Rassismus ist bei schreienden Horden relativ überschaubar. Der Rassismus, der sich als Wissenschaft, Fortschritt und Ökologie verkleidet, ist indessen brandgefährlich.

Die Verknüpfungen von Vernunft, Logik und statistischen Korrelationen sind so verführerisch, dass wir leicht vergessen, dass die Qualität der Politik nicht an Modellen, sondern an Menschen gemessen werden muss.

Das beste schweizerische Beispiel der Wölfe im Schafspelz ist momentan die Ecopop-Initiative. Hand aufs Herz, liebe Vernunftmenschen unter uns: Wer findet nicht auch schon längst, dass wir in der Schweiz, ja in der Welt tatsächlich unter Überbevölkerung leiden? Wer kennt nicht die Argumente der Ratten, die sich kannibalisieren, wenn sie zu eng aufeinander leben müssen? Hand aufs Herz: Wer kann nicht den interessanten Gunnar Heinsohn verstehen, der eindrücklich belegt, dass eine Überpopulation von jungen Männern in jedem Fall zu Krieg führt, wenn diese keine Zukunftsaussichten haben? Wer findet nicht auch, dass durch die fehlende Geburtenkontrolle und die fehlende Säkularisierung in den arabischen, asiatischen und afrikanischen Ländern seit über 40 Jahren echte Horrorszenarien teilweise schon gelebt werden?

Solche Überlegungen werden nie politisch laut geäussert, sondern in wissenschaftlichen Studien nett verpackt. Statistiker, Demographen und Reproduktionsärzte bemühen sich wie die Hedgefonds-Manager um einen sachlichen, neutralen Ton und tun so, als gäbe es keine Alternativen zu dem, was sie in ihrer Hybris alles präsentieren. Technik macht so Politik mit dem Resultat, dass Armut, Umweltzerstörung und demographische Missentwicklungen weitergehen und sich verschlimmern. Denn es ist eben nicht die Technik, die Menschen sozial, politisch mündig, kooperativ, ökologisch nachhaltig handelnd und glücklich macht. sondern die Politik, die von den Menschen selber unter Gleichen und Freien vereinbart wird.

Doch statt umzukehren, statt die Verheissung der Aufklärung weiterzuverfolgen, statt Demokrits Warnung, dass beim Sieg der Vernunft die Vernunft selber ausgelöscht wird, ernstzunehmen, wird das Gegenteil praktiziert.

Wer Lebewesen Raum und Zeit geben will, sich zu entwickeln, muss Politik und Technik zusammenführen. Aber eben nicht unter dem Primat der Technik! Wer Lebendigkeit und nicht tote Materie verehrt, muss Verantwortung übernehmen. Wer mit Apartheitssystemen zusammenarbeitet, die Frauen abtreiben, unterdrücken, foltern und schliesslich ermorden - siehe Saudi Arabien, China, Sudan, Iran, Indien etc. , schadet allen Lebewesen und sollte entsprechend zur Verantwortung gezogen werden. Wer Frauen weltweit nicht bildet, sondern abtreibt und ermordet, wird weitere Millionen junger, zorniger Männer ohne Zukunftsaussichten, dafür mit wahnsinnigen Ideologien im Kopf, produzieren. Wer Diktaturen, autoritäre Regimes und Kartelle unterstützt, wird froh sein, wenn er in zehn Jahren in einer «Gated Community» mit gekauften Frauen leben kann.

Doch statt auf Politik und politische Sinnkonzepte setzt Ecopop mit seinen Universitätsprofessoren auf Technik und präsentiert sich als eine neue Art von Wutbürger, die den rechtspopulistischen Stammtischsumpf mit ihrer menschenverachtenden Intelligenz wie eine ehemalige DDR-Krippe ausschauen lassen.

Die grosse inhaltliche und wissenschaftliche Unterstützung, welche die Ecopop-Initiative überall in der Schweiz erfährt , sollte uns aufhorchen lassen und Anlass bieten, über den neuen, antidemokratischen Typus des Vernunftmenschen nachzudenken. Die Blut- und Bodenökologie wird eindrücklich mit naturwissenschaftlichen Belegen, historischen Herleitungen und vernünftigen Argumenten legitimiert. Sie wird allen Ernstes von anständigen Bürger und Bürgerinnen vertreten, denen klare statistische Zusammenhänge, die Verschwendung natürlicher Ressourcen sowie das unbegrenzte Wachstum von Menschen und Waren Unbehagen bereitet.

Die sachdienlichen Hinweise und die vernünftigen Argumente sollten jedoch niemanden von der eigenen Schuld und dem eigenen Verantwortungsbewusstsein entbinden, darüber nachzudenken, welche politische Konsequenz ein Denken hat, das im Kern den Menschen so kategorisiert, dass es gute Begründungen gibt, ihn zu vernichten.

Wir haben diese Art von Menschen, welche die kalte naturwissenschaftliche Vernunft in Politik umwandeln, völlig unterschätzt. Dabei kennen wir sie aus der Geschichte als effiziente nationalsozialistische Unterstützer. Der lächerliche und gescheiterte Postkartenmaler aus Österreich wurde ja nicht ausschliesslich vom braunen Pöbel, sondern von den feinsinnigen Geisteswissenschaftler und auch von den von Darwin et al. begeisterten Natur-, Rassen- und Biowissenschaftlern unterstützt. Ohne nationalsozialistische Bio-«ethiker» wäre die Vernichtung von Menschenleben nie derart unhinterfragt und systematisch durchgeführt worden. Selbst unpolitische Ärzte brauchten eine Begründung, um ihren hippokratischen Eid zu verletzen. Aus den Nürnberger Protokollen wissen wir, dass sie den zynischen und menschenvernichtenden naturwissenschaftlichen Kategorien ohne menschliche Schuldgefühle folgten.

Also: Es geht dringend und sofort darum, nicht nur die fundamentalistischen Fanatiker auf ihr Menschenbild aufmerksam zu machen, sondern auch die sogenannten «Vernünftigen». Denn erstaunlicherweise haben die Ziele und Absichten beider Gruppierungen frappierend ähnliche politische Konsequenzen.

(Regula Stämpfli/news.ch)

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Rassisten
Rassisten finden Sie in jeder Religion und in jedem Land. Meist geht das mit niedriger Schulbildung und keinen Reisen einher.

In Afrika mache ich oft die Erfahrung, dass die Farbigen die grösseren Rassisten als Weisse sind. Ein kongolesischer Freund der Chef einer Tochtergesellschaft ist, "muss einen von uns immer dabei haben, weil die Gegenseite einen Weissen sehen will." Ich sage dann bewusst in Sitzungen er wäre mein Chef und dann bricht für die Anderen eine Welt zusammen.

Nächstes Beispiel Südafrika. Südafrika hat wieder ein Apartheitssystem, nur redet der Westen nicht darüber. Die Gutmenschen bei uns suhlen sich lieber in einer Märchenwelt von einem ANC des Nelson Mandela.

Schwarze müssen für einen Doktortitel bei Prüfungen viel weniger Punkte erreichen, Schwarze müssen an Firmen beteiligt werden obwohl sie nichts beitragen, einem Kollegen hat man beschieden er könnte aufgrund seiner weissen Hautfarbe nicht befördert werden, eine Kaufhauskette gab öffentlich bekannt sie stellen keine Weissen mehr ein, etc. etc. "The Rainbow Nation" ist noch lange nicht angekommen. Im Vergleich zu Präsident Zuma ist Mugabe ein Intelligenzbolzen. Auf die Frage ob er keine Angst vor AIDS habe, antwortete Präsident Zuma einst "er dusche jeweils nach dem Sex". Und so was ist Präsident eines Landes! Der richtige Rassismus geht immer mit Dummheit einher.

Sie haben auch recht. Jeder Araber der Israelis nicht anerkennt und jeder Israeli der Palästinenser nicht anerkennt ist ein Rassist. Die Siedlungspolitik der Israelis ist extrem rassistisch.

Nun zu unseren lieben Linken. Die können eine Woche ein grosses Gestürm über eine historische Flagge im Keller eines Schweizer Politikers machen. Jeder darf m.E. schlechten Geschmack haben.
Dass die gleichen Linken und die gleiche Rassismus Kommission im Gegenzug aber zum Beispiel die Flagge der "Grauen Wölfe" öffentlich in der Schweiz toleriert, zeigt wie dumm und einseitig diese Menschen sind.

Das Schweizer Rassismus Gesetz wird nur gebraucht um Schweizer in ihrer Meinungsäusserungen und Verteidigung ihrer Kultur zu benachteiligen. 98 % der Fälle müssen absolute Bagatellen sein, die einen nutzlosen Beamtenapparat beschäftigen und Steuergelder fressen.
Hütet euch vor den falschen Propheten Mt 7
„Vernunft" ist ein schwer definierbarer Begriff, jeder wird je nach persönlichem Standpunkt etwas anderes darunter verstehen. Fundamentalismus ist im Zusammenhang mit falschen Religionen zu Recht ein negativ besetzter Begriff.

Wer aber kein Fundamentalist ist, der hat kein Fundament und ist Opfer von Zeitgeist, Manipulation, Desinformation, Demagogie und früher oder später, von Wölfen im Schafspelz s. Mt 7,15 und 24,4..

Wir brauchen ein Fundament - und dieses Fundament ist Jesus Christus und die Bibel. Lies dazu das Gleichnis vom Haus auf dem Felsen in Lukas 6,46.
Das Phänomen "Zensur" hinter dem Pseudonym "politisch korrekt"...
Transparenz wird unterbunden?
Was da wümmelt unter dem Mass der Vernunft möcht' ich ja nicht wissen, womöglich auch nicht missen...(?)!
Wenn dem Maulkorb zuschreien nichts nützt so passiert ES nun mal subtiler Art.
WER muss denn WAS und vor WEM noch dann WIE verheimlichen?
Ne freie Jesellschaft wie DAS freie Denken solch' Scheuklappen akzeptierend?
Jene, welche dieses ES wat anjeht, müssten sich fragen, weswegen folgenschwere Reaktion(en) sich blähen.
Wenn "Blick ist dabei" empört sich jemand?
Nichtschweigen kann Leben retten.
Schweigen kann ES verkürzen.
Stau macht krank.
Evolution entwickelt...

Man höre "Landschaften der Lüge" der
Bundesstiftung Aufarbeitung.
ISBN 978-3-89903-396-0
Gegen die "Political Correctness"
Solche und andere Initiativen sind letztlich eine Gegenbewegung zur durchbürokratisierten "Political Correctness", die mit den Menschen ja auch rein gar nichts zu tun hat. Die PC ist gegen unsere Natur, indem sie dazu zwingt, echte Erfahrungen einfach auszublenden und Gesetzesparagrafen über den gesunden Menschenverstand zu stellen. Die Ecopop-Initiative ist so gesehen eine Aktion gefüllt mit gesundem Menschenverstand.
Elfenbeinturm
Frau Stämpfli!

Leben Sie bitte das richtige Leben. Sie können gerne mit mir bummeln. Es kann allerdings sein, dass Ihnen nicht alle Männer die Hand geben da Sie eine Frau sind!

Kann auch ein Ausländer ein Rassist sein? In meinen Augen schon, wenn der Ausländer dafür ist, dass die Juden ausgerottet werden.

Sie können gerne mal die Moschee in Wangen bei Olten besuchen und sich selbst ein Bild machen.
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