Die grössten Klima-Sünder unterhalten sich

publiziert: Freitag, 18. Dez 2009 / 15:45 Uhr

Kopenhagen - Das Gespräch zwischen den zwei weltgrössten Klima-Sündern USA und China in Kopenhagen ist nach amerikanischen Angaben positiv verlaufen.

US-Präsident Obama nahm nach seiner Ankunft in der dänischen Hauptstadt sofort Gespräche mit Chinas Ministerpräsidenten Wen Jiabao auf. (Archivbild)
US-Präsident Obama nahm nach seiner Ankunft in der dänischen Hauptstadt sofort Gespräche mit Chinas Ministerpräsidenten Wen Jiabao auf. (Archivbild)
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Das einstündige Treffen von Präsident Barack Obama und dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao habe die Verhandlungen «einen Schritt weiter» gebracht.

Alle wichtigen Fragen seien angesprochen worden. «Sie haben jetzt ihre Unterhändler angewiesen, auf einer bilateralen Grundlage und mit anderen Staaten weiterzuarbeiten, um zu sehen, ob eine Übereinkunft erzielt werden kann», sagte ein US-Sprecher.

Weltgrösste CO2-Produzenten

China und die USA sind die weltgrössten Produzenten von CO2. Eine Beteiligung beider Staaten an einen Klima-Abkommen gilt als zwingend notwendig für ein Gelingen des Gipfels.

Bei der um rund zwei Stunden verspäteten Plenumsversammlung zuvor äusserten sich die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Schwellenländer aber eher skeptisch. Sie machten ihre Differenzen zu den Industriestaaten erneut deutlich.

Die grossen Firmenbosse

Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva kritisierte die Nachtsitzung von rund 30 Staatenlenkern, die hinter verschlossenen Türen an einem Kompromiss feilten. Er sei dabei an seine Zeit als Gewerkschaftsführer erinnert worden, als er den grossen Firmenbossen gegen über sass.

Die Runde hatte über einen neuen Vorschlag für ein Klimaabkommen debattiert. Dieses Papier der Gipfel-Präsidentschaft enthalte das Ziel, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten, sagte der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen. Er schloss eine weitere Nachtsitzung nicht aus.

China lobt sich selbst

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao pries bei seiner Rede die bisherigen Anstrengungen seines Landes. Er kündigte an, dass China seine freiwilligen Klimaziele auch umsetzen werde, wenn es keine Einigung gebe.

Wen sprach sich für umfangreiche Finanzhilfen für die Entwicklungsländer aus. Er sagte zudem zu, die Überprüfung der chinesischen Klimastrategien zu verbessern. Der Überprüfungsmechanismus gilt als einer der Knackpunkte beim Gipfel.

Bei seiner Rede hatte der US-Präsident Barack Obama vor einem Scheitern des Weltklimagipfels gewarnt. «Die Welt beobachtet uns, und unsere Handlungsfähigkeit steht in Zweifel», sagte er.

(zel/sda)

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