Diesjähriger Grippe-Impfstoff wirkt nicht optimal

publiziert: Freitag, 3. Mrz 2006 / 18:14 Uhr

Genf - Weil sich die saisonale Grippe ständig verändert, muss der Impfstoff jedes Jahr neu zusammengestellt werden. Das ist beim diesjährigen Cocktail offenbar nicht so recht gelungen: Gegen den vorherrschenden Virenstamm wirkt die Impfung nur beschränkt.

Bei der Grippe-Impfung wird der Körper mit abgetöteten Viren zur Bildung von Antikörpern angeregt.
Bei der Grippe-Impfung wird der Körper mit abgetöteten Viren zur Bildung von Antikörpern angeregt.
5 Meldungen im Zusammenhang
Noch habe die saisonale Grippewelle die Schweiz nicht erreicht, sei in der Westschweiz aber am anrollen, sagte Daniel Koch, Leiter der Sektion Impfungen im Bundesamt für Gesundheit (BAG). Welcher Virenstamm sich dabei durchsetze, sei noch nicht klar. Es zeichne sich aber ab, dass es sich um Influenza B handle.

Dies bestätigte auch Werner Wunderli, Leiter des Nationalen Grippezentrums in Genf. In der Schweiz setzte sich wie in anderen westeuropäischen Ländern ein B-Virus durch. Einen Schutz gegen Influenza B sei zwar im aktuellen Impf-Cocktail enthalten. Gegen die sich nun ausbreitende Variante wirke die Impfung aber nicht sehr gut.

Schlechte Auswahl der Virenstämme

Bei der Grippe-Impfung wird der Körper mit abgetöteten Viren zur Bildung von Antikörpern angeregt. Wie gut sie wirkt, hängt davon ab, ob sich die für die Impfung ausgewählten Virenstämme mit jenen decken, für die saisonale Grippeepidemie verantwortlich sind.

Der Impf-Cocktail aus drei verschiedenen Virenstämmen wird jeweils im Frühling an einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf festgelegt.

Weil man Monate im Voraus aber noch nich wisse, welcher Virenstamm sich duchsetze, gelinge dies manchmal besser, manchmal weniger gut, sagte Wunderli.

Geringe Auswirkungen

Der nicht optimale Impf-Cocktail dürfte nach Einschätzung der Grippe- Experten nur geringe Auswirkungen haben: Influenza-B-Viren lösten in der Regel weniger starke Epidemien aus, sagte Koch.

An der Grippe erkranken jährlich in der Schweiz 100 000 bis 300 000 Personen. Je nach Intensität der Epidemie sterben zwischen 400 und 1000 Personen an den Folgen einer Gripperkrankung. Dieses Jahr standen in der Schweiz 1,26 Millionen Dosen Impfstoff zur Verfügung. Obwohl die Impfung keinen Schutz gegen die Vogelgrippe bietet, war die Nachfrage heuer besonders gross.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Grippewelle hat praktisch die ganze Schweiz erfasst. Überall wurde in ... mehr lesen
Der Impfschutz ist dieses Jahr nicht optimal.
Die Grippesaison dauert noch bis Ende März.
Bern - Noch gerade vor dem Ende der ... mehr lesen
Bern - In der Schweiz sind vier ... mehr lesen
Am Wochenende wurden gehäuft tote Wildvögel gefunden. (Archivbild)
Gesundheitsexperten fürchten die Übertragung von Mensch zu Mensch.
London - Das aggressive Vogelgrippevirus H5N1, an dem bisher fast 80 Menschen starben, kann offenbar etwas leichter auf den ... mehr lesen
Bern - Der erwartete Ansturm am ... mehr lesen
Der umstrittene Entscheid, den Impftag durchzuführen, sei richtig gewesen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Alleine im US-Staat Iowa, dem grössten Eierproduzenten des Landes, wurden 25 Millionen Tiere gekeult, die meisten von ihnen Legehennen. (Symbolbild)
Alleine im US-Staat Iowa, dem grössten Eierproduzenten des Landes, ...
Versorgungslage angespannt  Washington - Zur Eindämmung der Vogelgrippe sind in den USA inzwischen fast 40 Millionen Hühner und anderes Geflügel gekeult worden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums aus dieser Woche sind mehr als 39 Millionen Vögel von dem aggressiven Erreger H5N2 betroffen. mehr lesen 
Tötung wegen Vogelgrippe  Den Haag - Wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe in den Niederlanden haben die Behörden die Tötung tausender Enten angeordnet. In der Gemeinde ... mehr lesen  
Zehntausende Tiere wurden bereits getötet. (Symbolbild)
Importverbot wegen Vogelgrippe  Bern - Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in Grossbritannien und in den Niederlanden hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) Geflügel-Importe aus Schutz- und ... mehr lesen  
Geflügelpest  London - Die Vogelgrippe hat sich bis nach Grossbritannien ausgebreitet. Nach Fällen in Deutschland und ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich -1°C 1°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Basel 0°C 2°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen -2°C -1°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, wenig Schnee
Bern -1°C 0°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Luzern -1°C 1°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Genf -1°C 2°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 0°C 7°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten