Doppelmandat von Nestlé-Chef - Widerstand chancenlos

publiziert: Freitag, 4. Mrz 2005 / 14:45 Uhr

Zürich - Der Widerstand von mehreren Aktionären gegen das geplante Doppelmandat von Nestlé-Chef Peter Brabeck hat keine Chance: Dies räumt die Anlagestiftung Ethos ein, welche an der GV verhindern will, dass Brabeck auch Verwaltungsratspräsident wird.

Peter Brabeck.
Peter Brabeck.
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Die Hürden für einen Erfolg seien zu hoch, sagte Ethos-Direktor Dominique Biedermann vor den Medien in Zürich. Für wichtige Entscheide wie beispielsweise eine Änderung der Amtsdauer der Verwaltungsräte forderten die Statuten die Vertretung von zwei Dritteln des gesamten Nestlé-Aktienkapitals an der Generalversammlung (GV).

Eine so grosse Zahl zusammenzubringen, sei praktisch unmöglich. Denn nur die im Aktienregister eingetragenen Aktien können an der GV vertreten sein und somit mitbestimmen. Eine Menge Aktionäre lasse sich aber nicht eintragen, sagte Biedermann.

Nicht möglich

So gebe beispielsweise die Grossbank UBS den Anteil der eingetragenen Aktien mit 56 Prozent an. Das heisst, 44 Prozent des Aktienkapitals könnten an einer Generalversammlung gar nicht teilnehmen und somit auch nicht stimmen.

Wie hoch dieser Anteil bei Nestlé sei, wolle der Nahrungsmittelkonzern nicht bekannt geben, kritisierte Biedermann. Gemäss einer Studie der Bank Wegelin aus dem Jahre 2002 belaufe sich dieser Anteil auf 30 Prozent, was sehr wahrscheinlich sei.

Ein Quorum von zwei Dritteln ist bei Nestlé möglicherweise ebenfalls nicht erreichbar, sagte Biedermann. Und von diesem Quorum müssten dann drei Viertel einem wichtigen Antrag zustimmen. Ethos vertrete zusammen mit fünf Pensionskassen 0,25 Prozent des gesamten Aktienkapitals von Nestlé, was an der Börse 320 Mio. Fr. wert sei.

Mahnfinger heben

Deshalb dürfte der Widerstand gegen die Pläne Brabecks zwar juristisch scheitern, faktisch aber zu einem Erfolg werden, sagte Biedermann. Es sei um ein klares Signal in Richtung Verwaltungsrat, wenn man 10, 20 oder 30 Prozent Zustimmung an der GV erreiche, was realistisch sei.

Auch wenn Nestlé ein brillantes Unternehmen ist, gilt: Niemand kann sich selber kontrollieren, sagte der Vizepräsident des Ethos-Stiftungsrates Kaspar Müller. Es gehe Ethos nicht darum, auf Nestlé zu schiessen, sondern am Anfang einer Fehlentwicklung den Mahnfinger zu heben und nicht erst in fünf oder sechs Jahren, wenn etwas schief gelaufen sei.

Brabeck hatte die Kritik in der letzten Woche zurückgewiesen: Die Doppelfunktion sei im Interesse der Aktionäre.

(rp/sda)

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