Drei 'Schweizer 'am Erfolg Senegals beteiligt

publiziert: Sonntag, 16. Jun 2002 / 17:48 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 16. Jun 2002 / 18:24 Uhr

In der 104. Minute in Oita waren alle Augen und Kameras auf Henri Camara gerichtet. Der Ex-Xamax- und GC-Stürmer schoss den WM-Neuling aus Senegal mit seinem Golden Goal über Schweden in die Viertelfinals. In Dakar brach ein Orkan der Begeisterung aus. Drei "Schweizer" waren am Erfolg Senegals beteiligt, Bouba Diop, Pape Thiaw und eben Henri Camara.

(Si) Auf dem Platz in der Präfektur Oita, der südlichsten japanischen Insel Kyushu, war der Teufel los. Die "Löwen von Terenga", wie Senegals Equipe bezeichnet wird, erdrückten Henri Camara fast. Der 25-jährige Flügel von Sedan mit kurzer, aber erfolgreicher Schweizer Fussball-Vergangenheit hatte soeben sein zweites Tor aus Distanz erzielt. Wieder nach einer Körpertäuschung, wieder flach und wieder platziert -- doch diesmal mit dem linken Fuss und in die andere Ecke. In der 37. Minute hatte der Freund von Papa Bouba Diop aus 18 m mit rechts bereits genau in die linke Ecke des machtlosen Schweden-Torhüters Magnus Hedmann zum 1:1 getroffen.

Eine Bande von Freunden

"Ich bin überglücklich, dass ich das Golden Goal geschossen und für Stimmung und neuen Lebensmut in Dakar gesorgt habe", waren die ersten Worte von Henri Camara, nachdem er sein Trikot ausgezogen und freudentrunken geschwenkt hatte. "Ich widme diesen Sieg von Freunden allen Freunden in meiner Heimat. Im Nationalteam sind wir eine Bande von Freunden. Das macht uns unberechenbar und stark." Der 48-jährige französische Trainer Bruno Metsu führt seit November 2000 die fussballerischen Geschicke des auch wirtschaftlich weiterhin stark an Frankreich gekoppelten Staates im Westen Afrikas. "Schweden war ein unvorsichtiges Team. Es hat nie verteidigt und unbedacht angegriffen. Wir haben sie bestraft." Der langmähnige Trainer mit den Dauerwellen liess mit drei Stürmern spielen: mit Dribbelkünstler El Hadji Diouf, dem ehemaligen Lausanner Pape Thiaw und Henri Camara. Der Mut hat sich gelohnt. Camara: "Alle Spieler haben alles für den Erfolg getan, weil uns Fussball Spass macht. Und wir wissen, wofür wir laufen, kämpfen, dribbeln und stürmen."

Camaras Schweizer Visitenkarte

Dakar ist der Geburtsort des 176 cm grossen und 67 kg leichten Doppeltorschützen. Den Fussball hat Camara im Blut. Mit dem Ball kann er alles. Er ist schnell, fintenreich, schussstark und mit einer aussergewöhnlichen Vista ausgestattet. Frankreich ist in Ermangelung geeigneter Wirkungsstätten in seiner Heimat seine gelobte Fussballbühne. Doch im Land des Weltmeisters ist er schon zweimal gescheitert. 1999 unterschrieb er einen Vierjahresvertrag bei Strasbourg. Als überzähliger EU-Ausländer wurde er für die Finalrunde 2000 leihweise zu Xamax abgeschoben, für das er in elf Spielen achtmal skorte. Er ging ins Elsass zurück und konnte sich erneut keinen Stammplatz sichern. Im September 2000 erschien er wieder in Neuenburg und markierte fünf weitere Tore in der NLA-Qualifikation für die Equipe von Trainer Alain Geiger.

Das erweckte das Interesse der Grasshoppers. Zusammen mit seinem Freund Papa Bouba Diop, der mit ihm stets das Hotelzimmer teilt, wechselte er auf Leihbasis zu GC und wurde im Sommer 2001 Meister. Drei Tore aus elf Spielen steuerte Camara bei. Er wurde von Trainer "Bidu" Zaugg aber häufig im rechten Mittelfeld eingesetzt, war deshalb mehr Vorbereiter als Vollstrecker.

Im Sommer 2001 verliess er zum Leidwesen von Papa Bouba die Grasshoppers, denen ein definitiver Wechsel zu kostspielig erschien. Sedan mit dem ehemaligen Sion-Trainer Henri Stambouli sicherte sich Camaras Dienste. In 25 Spielen markierte der Senegalese 8 Tore in Frankreichs höchster Spielklasse. Dennoch war er beim Nationalcoach zunächst nicht Fixstarter. Im Eröffnungsspiel gegen Frankreich fehlte Camara ganz, gegen Dänemark (1:1) wurde er erst nach der Pause eingewechselt und gegen Uruguay (3:3) spielte er die ersten 67 Minuten und gab zu beiden Toren von Papa Bouba die entscheidenden Pässe.
Ausnahmezustand in Dakar

Der 16. Juni 2002 ist der grösste Tag für den 10-Millionen-Staat Senegal seit der Unabhängigkeit 1960. Schon wenige Minuten nach dem historischen Sieg des WM-Debütanten versammelten sich Tausende von euphorischen Menschen vor dem Palast des fussballbegeisterten Präsidenten Abdoulaye Wade, und ein Wächter kritzelte mit Kreide und Freudentränen in den Augen "Japan, England und Italien" auf die Strasse -- in kühner Erwartung der drei von ihm vermuteten letzten Gegner auf dem Weg zum WM-Titel.

(sda)

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