Ab Juli 2016
Drohnen liefern in Ruanda Medikamente aus
publiziert: Mittwoch, 6. Apr 2016 / 10:52 Uhr

San Francisco - Ab Juli soll eine Flotte von Flugdrohnen die medizinische Versorgung im ostafrikanischen Ruanda verbessern. Das Silicon-Valley-Start-up Zipline will dann mit seinen Mini-Flugzeugen Medikamente oder Blutkonserven zügig an Spitäler und Gesundheitszentren liefern, die über schlechte Strassen oft schwer zu erreichen sind.

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Das laut Unternehmen erste landesweite kommerzielle Drohnen-Liefernetzwerk der Welt soll dabei nur der Anfang sein. Noch dieses Jahr will Zipline seine «Zips» auch in weiteren Ländern starten lassen.

Flug statt schlechte Fahrt

Auf den ersten Blick scheint es ironisch, dass mit Ruanda eines der ärmsten Länder der Welt zum Drohnen-Vorreiter wird. Doch sind die autonomem Fluggeräte für Zipline die Antwort auf ein in Entwicklungsregionen gängiges Problem. «Wenn es keine asphaltierten Strassen gibt, ist es manchmal unmöglich, Spitäler und Kliniken zu erreichen, und manchmal ist es nur schwer», erklärt Unternehmens-CEO Keller Rinaudo gegenüber «The Verge». Während die Versorgung entlegener Regionen auf dem Landweg Wochen oder Monate dauern kann, sollen die Zips sogar mehrere Lieferungen pro Tag schaffen.

Die rund zehn Kilogramm schweren Drohnen mit Elektromotoren sehen aus wie Mini-Flugzeuge und können eine Nutzlast von etwa 1,5 Kilogramm transportieren. Sie sind darauf ausgelegt, einer auf einer SIM-Karte gespeicherte Flugroute zu folgen. Die meisten Lieferungen sollten laut Unternehmen innerhalb von 30 Minuten zu schaffen sein, was das Problem der ansonsten nötigen, aufwendigen Kühlkette löst. Am Zielort werfen sie aus geringer Höhe einen Mini-Container mit Fallschirm ab. Mit 15 Drohnen soll das Zipline-Netzwerk in Ruanda so 50 bis 150 Blut- oder Medikamentelieferungen schaffen.

Kleiner Start, grosse Pläne

Mit der ruandischen Regierung hatte Zipline im Februar dieses Jahres einen Vertrag geschlossen. Nun steht fest, dass dort Drohnen-Lieferungen ab Juli starten sollen. Der kleinen Flotte sollen noch vor Ende 2016 weitere in anderen Ländern folgen, so das Unternehmen. Dabei stehen Entwicklungsregionen im Vordergrund. Das hat wohl auch damit zu tun, dass regulatorische Hürden teils deutlich niedriger sind als in Europa oder den USA. Dort war die Luftfahrtaufsicht FAA lange Zeit so zögerlich, dass Amazon Ende 2014 sogar angedroht hatte, seine Lieferdrohnen-Tests ins Ausland zu verlagern.

(cam/pte)

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