Hinterlässt nun zweifache Witwe

Dschihadist aus Freiburg offenbar tot

publiziert: Donnerstag, 18. Okt 2012 / 21:56 Uhr

Bern - Der Dschihadist Moes Garsallaoui ist offenbar tot. Garsallaoui, der jahrelang von Düdingen FR aus islamistische Internetforen betrieb, sei bei einem Drohnenangriff in Pakistan getötet worden, meldete das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE.

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SITE berief sich dabei auf eine in islamistischen Foren im Internet publizierte Todesnachricht. Demnach starb Garsallaoui bei einem Drohnenangriff in den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans. Die Region gilt als Rückzugsgebiet von radikalislamischen Taliban und Kämpfern der sunnitischen Terrororganisation Al-Kaida.

In der Nachricht im Internet wurde das «Martyrium des Kommandanten Abu Moes al-Tunisi, ein Militanter, der auch die Namen Dschund al-Chalifa (»Armee des Kalifen«) und al-Kairouani trug», verkündet.

Der Name Kairouani nimmt Bezug auf die tunesische Oasenstadt Kairouan, wo Garsallaoui 1968 geboren wurde. Auch die anderen Namen hatte der tunesisch-belgische Staatsbürger als Kampfnamen verwendet.

Verheiratet mit der «Schwarzen Witwe»

Garsallaoui war mit der als «Schwarze Witwe» bekannten radikalen Islamistin Malika al-Arud verheiratet, die 2010 in Belgien zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Arud wurde verurteilt, weil sie in Belgien «eine an Al-Kaida angegliederte Gruppe angeführt» hatte, die in Belgien und Frankreich junge Leute für den «Heiligen Krieg» in Afghanistan rekrutierte. Im gleichen Prozess wurde auch Garsallaoui zu acht Jahren Haft verurteilt.

Mit dem Tod Garsallaouis wird Arud zum zweiten Mal Witwe. Ihr erster Ehemann war einer der beiden Selbstmordattentäter, die am 9. September 2001 in Afghanistan den Kriegsherren und Kommandanten der Nordallianz, Ahmed Schah Massud, töteten. Massud war einer der Hauptgegner der Taliban.

Verurteilt in der Schweiz

Arud hatte die Tat ihres ersten Mannes begrüsst. Dies machte die Belgierin marokkanischer Abstammung zu einer Ikone von Dschihadisten und Terroristen.

Arud heiratete später Garsallaoui, der 1998 in die Schweiz gekommen war. Die beiden lebten jahrelang als Flüchtlinge in Düdingen FR, von wo aus das Paar islamistische Foren im Internet betrieb, auf denen sie unter anderem Propagandafilme von Enthauptungen und Bombenattentaten verbreiteten.

Mitte 2007 wurde Garsallaoui in der Schweiz zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er im Internet zur Gewalt aufgerufen hatte. Auch in Frankreich wurde das Ehepaar Arud-Garsallaoui wegen Gewaltaufrufen und der Rekrutierung junger Männer für den bewaffneten Kampf verurteilt.

Garsallaoui konnte die Schweiz jedoch 2007 verlassen und tauchte in den Stammesgebieten in Pakistan wieder auf.

(knob/sda)

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Bei den Angriffen wurden jeweils vier Menschen getötet.
Aussergerichtliche Hinrichtungen mit Drohnen wirklich das Selbstverständlichste der Welt?
Moes Garsallaoui lebte bis vor fünf Jahren im freiburgischen Düdingen. Jetzt ist er in Pakistan von einer amerikanischen Drohne getötet worden. Darüber berichten die Medien der Schweiz in einer Art und Weise, dass meinen könnte solche aussergerichtlichen Hinrichtungen seien das Selbstverständliche der Welt und seien im Grunde gerechtfertigt.

Die aussergerichtlichen Hinrichtungen unter der Präsidentschaft des Friedensnobelpreisträger Barack Obama haben stark zugenommen. Es wird unter Obama nicht mehr gefoltert, wie unter Bush in Abu Ghraib, Guantánamo und anderen ausländischen Gefängnissen der USA. Heute machen die USA kurzen Prozess. Sie lassen einfach des Terrorismus Verdächtige umbringen. Auch US-Bürger können so eliminiert werden, ohne alle die überflüssigen bürgerliche Prozeduren wie Beweisaufnahme, Gerichtsverfahren, Verteidigung usw. Wenn dann so ein des Terrorismus Verdächtiger in Afghanistan, Pakistan, dem Jemen oder in Somalia getötet wird, kommen nicht selten Zivilsten um, Frauen, Männer und Kinder, die Pech hatten, die sich gerade auch in der Gegend aufhielten, in der die ferngesteuerte Bombe explodierte. Wie viele Zivilisten bei solchen Angriffen umkommen wird selten genau bekannt. Nach der Auflistung des pakistanischen Onlineforum »Pakistan Body Count«, sollen auf einen getöteten Verdächtigen bei Drohnenangriffen in Pakistan mehr als 50 Unschuldige kommen.

Vielleicht wird ein neuer republikanischer Präsident, Romney, neben den Drohnen Tötungen, die er kaum aufgeben wird, wieder zu den alten „ bewährten Behandlungen“ zurückkommen. Der frühere Vizepräsident Dick Cheney der Bush Regierung fordert dies. Er verlangte die Veröffentlichung von Aktennotizen des US Geheimdienstes CIA, die die zeigen würden, dass durch die umstrittenen Verhörmethoden (vermutlich Kapuze über dem Kopf, Waterboarding (simuliertes Ertrinken), stundenlanges stehen mit ausgestreckten Armen usw.) wichtige Informationen zur Verhinderung von Terrorattacken gewonnen worden seien. – Der Schweiz würde Cheney vielleicht empfehlen, wieder zu den "bewährten Quälereien" zurückzukommen wie sie zuletzt beim Hexenprozess gegen Anna Göldlin in Glarus angewendet wurden.
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