Polizei durchsucht Haus von Sarkozy

Durchsuchungen bei Sarkozy in Bettencourt-Affäre

publiziert: Dienstag, 3. Jul 2012 / 18:07 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Jul 2012 / 20:02 Uhr
Es geht um die illegale Wahlkampffinanzierung Sarkozys.
Es geht um die illegale Wahlkampffinanzierung Sarkozys.

Paris - Wenige Wochen nach dem Verlust seiner juristischen Immunität nimmt die französische Justiz Ex-Präsident Nicolas Sarkozy offen ins Visier. Im Zuge der Ermittlungen zur Korruptions- und Spendenaffäre um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt durchsuchten Fahnder am Dienstag Sarkozys Büro- und Wohnräume in Paris.

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Sie gehen dem Verdacht nach, dass Sarkozy seinen Wahlkampf 2007 mit illegalen Geldern finanziert haben könnte. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen waren der zuständige Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil sowie rund zehn Finanzfahnder im Einsatz.

Sarkozy selbst trafen sie allerdings nicht an. Der 57-Jährige hält sich zusammen mit seiner Familie seit Montag in Kanada auf.

Hintergrund der Durchsuchungen sind unter anderem Zeugenaussagen von ehemaligen Angestellten im Hause Bettencourt. Sie behaupten, dass Sarkozy Anfang 2007 zur Annahme von Bargeldspenden auf das Luxus-Anwesen in Neuilly-sur-Seine bei Paris gekommen sei.

Über seinen Anwalt Thierry Herzog liess Sarkozy erneut alle Vorwürfe zurückweisen. Die Durchsuchungen seien «überflüssig», da Gentil bereits vor zwei Wochen alle benötigten Unterlagen zur Verfügung gestellt worden seien, sagte Herzog.

Kalender soll Unschuld belegen

Der Anwalt hatte Mitte Juni eine beglaubigte Kopie von Sarkozys Kalender des Jahres 2007 an die Justiz geschickt. Nach Angaben Herzogs belegt der Kalender, dass es unmöglich «geheime Treffen» mit Bettencourt gegeben haben kann. Der Präsidentschaftskandidat sei 2007 bei praktisch allen Terminen von Polizisten begleitet worden.

Er habe am Dienstag erneut die Namen dieser Polizisten an die Justiz geschickt, sagte der Anwalt. Demnach können sie bestätigen, dass es einzig am 24. Februar 2007 ein Treffen mit Bettencourts Mann André gab.

Gegen einen Vertrauten Sarkozys läuft wegen der sogenannten «Bettencourt-Affäre» bereits seit längerem ein Anklageverfahren. Sarkozy konnte jedoch bis vor kurzem nicht einmal befragt werden. Als Präsident genoss er juristische Immunität.

Die 89 Jahre alte Bettencourt steht mittlerweile unter Vormundschaft ihres Enkels Jean-Victor Meyers. Die Milliardärin leidet nach Einschätzung von Ärzten an einer Mischung aus Alzheimer und anderen Demenzformen. Bettencourt verfügt nach Schätzungen des US-Magazins «Forbes» über ein Vermögen von etwa 24 Milliarden US-Dollar.

Beim Vertrauten Sarkozys, gegen den schon ein Anklageverfahren läuft, handelt es sich um den früheren Arbeits- und Budgetminister Eric Woerth. Der 56-Jährige war lange ein enger Mitarbeiter des am 6. Mai abgewählten Sarkozy. Im Präsidentschaftswahlkampf 2007 kümmerte er sich unter anderem um die Kampagnenfinanzierung.

 

(fest/sda)

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