Bemühungen um Steuerharmonisierung verpuffen

EU-Länder locken mit niedrigen Unternehmensteuern

publiziert: Samstag, 11. Jun 2011 / 15:46 Uhr
Der Wirtschafts-Wettbewerb in der EU hält an.
Der Wirtschafts-Wettbewerb in der EU hält an.

Brüssel - Die Unternehmenssteuersätze in der Europäischen Union (EU) sind in den letzten zehn Jahren um neun bis 13 Prozentpunkte gesunken. Damit ist der Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmenssteuern nirgends so ausgeprägt wie in Europa.

1 Meldung im Zusammenhang
Die Professoren Philipp Genschel, Achim Kemmerling und Eric Seils haben in einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung resümiert, dass trotz der Bemühungen um eine europäische Steuerharmonisierung der Wettlauf um die niedrigsten Steuersätze nicht verhindert werden konnte.

«Wir haben festgestellt, dass eine Personengesellschaft zu einer Aktiengesellschaft werden kann, wenn es sich finanziell lohnt, seine Rechtsform zu ändern», sagt Seils in einem Interview mit pressetext. Für die Volkswirtschaft sei die Körperschaftssteuer eine «kleine Steuer». Senke man diese, müssten gleichzeitig die Spitzensätze der Einkommenssteuer gesenkt werden. Das führe dazu, dass Besserverdienende im Vergleich dann weniger Steuern zahlen als der Rest der Bevölkerung.

Druck auf die Politik

«Wenn der Spitzensatz der Einkommensteuer sinkt, kann man weniger Stufen einbauen», sagt Seils. Die EU-Länder wollen trotz dieses volkswirtschaftlichen Fehlverhaltens die Konzerne im Land halten. Die Unternehmen können gerade auf dem europäischen Markt, ihre Gewinne oder ihre Produktion dorthin verschieben, wo die wenigsten Steuern anfallen. Entsprechend wächst der Druck auf die Politik, Firmen durch Steuersenkungen im Land zu halten.

Mit der Erweiterung der EU kamen meist vergleichsweise arme Staaten dazu. Für solche Länder ist es besonders attraktiv, mit Niedrigsteuern Investoren anzulocken, ermittelten die Wissenschaftler. Aus der Sicht der «Kernländer» der Union sei eine Senkung der Unternehmenssteuern eher ein schlechtes Geschäft, weil ein paar hinzugewonnene Investoren meist nicht die Steuerausfälle in der Breite ausgleichen. Für ein kleines, wirtschaftlich schwaches Land können Grossinvestitionen die Staatseinnahmen erheblich erhöhen.

(dyn/pte)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in ...
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten Erhebung für den «Daily Telegraph» behaupten die Befürworter eines Verbleibs in der EU mit 51 gegen 46 Prozent zwar eine Mehrheit. mehr lesen 
Deutschland - Die Linke  Magdeburg - Ein unbekannter Mann hat die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht auf dem Parteitag in Magdeburg mit einer Schokoladentorte beworfen. Zu der Aktion bekannte sich ... mehr lesen
Riexingers Rede wie auch der Parteitag wurden nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt.
G7-Gipfel in Japan  Ise-Shima - Die G7-Staaten haben die Flüchtlingskrise als «globale Herausforderung» anerkannt und weltweites Wirtschaftswachstum als «dringende Priorität» bezeichnet. Das geht aus der am Freitag im japanischen Ise-Shima verabschiedeten gemeinsame Erklärung hervor. mehr lesen   1
Keine Zusagen in Flüchtlingskrise  Ise-Shima - Kompromiss in Wirtschaftsfragen, Enttäuschung in der Flüchtlingskrise und Streit mit China. Der erste Tag des G7-Gipfels in Japan brachte ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -1°C 1°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee freundlich
Basel -1°C 1°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee freundlich
St. Gallen -1°C 0°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig immer wieder Schnee wolkig, wenig Schnee
Bern -1°C 1°C immer wieder Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee freundlich
Luzern 1°C 1°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig immer wieder Schnee wolkig, wenig Schnee
Genf 0°C 3°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen recht sonnig
Lugano 4°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten