EU geht härter gegen Fälschungen und Produktpiraterie vor

publiziert: Dienstag, 22. Jul 2003 / 16:38 Uhr

Brüssel - Im Kampf gegen die ausufernde Zahl von nachgemachten Produkten wie gefälschten Uhren hat die EU die Regeln verschärft. Nicht nur Luxusprodukte, sondern auch Lebensmittel, Medikamente oder Textilien sind nun besser vor Produktpiraterie geschützt.

Teuere Uhren sind bei Fälschern beliebt.
Teuere Uhren sind bei Fälschern beliebt.
Dies teilte EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein in Brüssel mit. Der EU-Ministerrat einigte sich dazu auf eine entsprechende Verordnung, die am 1. Juli 2004 in Kraft tritt.

Mit den neuen Regeln werde die rasche Zerstörung von sicher gestellten Fälschungen erleichtert. Dies betreffe vor allem gesundheitsschädliche Produkte. Unternehmen könnten leichter als bisher die Zollverwaltungen der EU-Länder um Schutz ihrer Produktrechte bitten.

Nachgemachte Produkte machen laut Bolkestein bereits 5 bis 7 Prozent des internationalen Handels aus. Die EU schätzt den Schaden daraus allein für die Gemeinschaft auf mehr als 2 Mrd. Euro (3,1 Mrd. Fr.) jährlich.

2001 wurden an den Aussengrenzen der Union 100 Millionen gefälschte Produkte sicher gestellt. Drei Jahre früher war es nur ein Zehntel davon gewesen. Neuere Zahlen lagen nicht vor. Der Trend sei aber nicht rückläufig, hiess es. Die gefälschten Produkte stammen oft aus dem Fernen Osten oder Osteuropa.

(bert/sda)

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