Ehud Olmert wegen neuer Affäre unter Druck

publiziert: Sonntag, 4. Mai 2008 / 16:52 Uhr

Tel Aviv - Kurz vor den Jubiläumsfeiern zum 60. Gründungstag Israels ist Ministerpräsident Ehud Olmert wegen einer mittlerweile vierten Korruptionsaffäre unter starken innenpolitischen Druck geraten.

Olmert ist wegen einer vierten Korruptionsaffäre unter starken innenpolitischen Druck geraten.
Olmert ist wegen einer vierten Korruptionsaffäre unter starken innenpolitischen Druck geraten.
10 Meldungen im Zusammenhang
Israelische Medien berichteten, es handle sich um neue und schwerwiegende Vorwürfe gegen den Regierungschef, gegen den ausserdem in drei weiteren Fällen wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt wird. «Das könnte das Ende sein», schrieb die Zeitung «Maariv».

Wegen einer strikten Nachrichtensperre konnten die Medien allerdings keine Einzelheiten berichten. Die Polizei hatte Olmert am Freitag anderthalb Stunden befragt. Auch seine ehemalige Kanzleichefin Schula Zaken musste am Sonntag zum zweiten Mal Fragen von Ermittlern beantworten.

Angesichts des wachsenden Drucks sagte Olmert Interviews mit israelischen Medien ab, die für den Unabhängigkeitstag am kommenden Donnerstag geplant waren. Er äusserte sich allerdings während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem zuversichtlich, dass die Gerüchte über die neue Affäre aufhören werden, «sobald die Angelegenheit im richtigen Kontext dargestellt» werde.

«Verantwortung weiter tragen»

«Bis dahin haben wir eine nationale Tagesordnung, und ich habe Prioritäten als Ministerpräsident», sagte Olmert. Er beabsichtige, seine «Verantwortung weiter zu tragen», betonte er.

Unter dem Eindruck der neuen Vorwürfe erklärten drei Mitglieder der Rentnerpartei ihren Austritt aus dem Regierungsbündnis. Mit ihrem Austritt hat die Koalition von Olmert nur noch eine knappe Mehrheit von 64 von 120 Parlamentssitzen. Zudem verlangten Abgeordnete der Opposition und aus Olmerts Koalition seine Suspendierung.

Gegen Olmert wurde bislang wegen Korruptionsvorwürfen in insgesamt drei Fällen ermittelt. Dabei ging es unter anderem darum, ob der 62-Jährige während seiner Amtszeit als Handels- und Industrieminister (2003-2005) Günstlingen zu höheren Ämtern verholfen hat.

(smw/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ehud Olmert habe von einem US-Geschäftsmann «bedeutende Summen» erhalten.
Jerusalem - Der israelische ... mehr lesen
Tel Aviv - US-Aussenministerin ... mehr lesen
Rice hat von Israel die Aufhebung weiterer Strassensperren im Westjordanland gefordert.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Schweiz hat sich «nicht parteiisch verhalten», so Aussenministerin Calmy-Rey.
Bern - Aussenministerin Micheline ... mehr lesen 6
Herrscht Verärgerung in Tel Aviv über die Schweizer Aussenpolitik? Staatspräsident Schimon Peres verteilte jedenfalls keine Einladung.
Bern - Die Schweizer Regierung ist ... mehr lesen
Bern - Der abtretende Präsident des ... mehr lesen
Lauder weise die «Polizeimethoden» der früheren Verantwortlichen der Dachorganisation zurück.
Jerusalem - Mehr als die Hälfte der Israelis hat sich nach dem kritischen Bericht der Winograd-Kommission zum Libanon-Krieg in einer Umfrage für einen Rücktritt von Premier Ehud Olmert ausgesprochen. Ein Drittel der Befragten war dagegen. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die G20-Staatschefs auf dem «Familienfoto» in Indonesien 2022.
Die G20-Staatschefs auf dem «Familienfoto» in Indonesien ...
Publinews Während die Politiker über Klimaschutz reden, nehmen sie selbst immer noch an vielen Flugreisen teil, was zu einer hohen CO2-Belastung führt. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die CO2-Sünden der Staatschefs. mehr lesen  
Als Peter Achten am 26. März verstorben ist, ging einer der grossen Journalisten der Schweiz von uns. Ein Journalist, der, als news.ch noch aktiv publizierte, auch ... mehr lesen  
Der Schweizer Journalist Peter Achten.
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen ... mehr lesen  1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich -1°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Basel 2°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
St. Gallen -1°C 2°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee freundlich
Bern -1°C 3°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Luzern 3°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Genf -1°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 5°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten