Alles im Zeichen von Federer
Ein Benefizspiel und eine Hommage
publiziert: Mittwoch, 22. Dez 2010 / 00:00 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Dez 2010 / 08:14 Uhr

Roger Federer und Rafael Nadal sorgten gestern Abend im Hallenstadion für eine einzigartige Show. Der «Match for Africa» generierte Geld für Kinder in Afrika und war nicht zuletzt eine Hommage an den bekanntesten Schweizer Sportler.

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«Überwältigend» nannte Federer die Unterstützung und Wertschätzung, die ihm von Fans und Sportlerkollegen zuteil wurde. Der Weltranglisten-Zweite wurde in Zürich gefeiert wie wohl noch selten ein Baselbieter vor ihm. Dass er die Partie gegen Nadal nach über anderthalb Stunden 4:6, 6:3, 6:3 gewann, war dabei nebensächlich. «Es ging um den guten Zweck, es ging darum, Geld für die Stiftung zu sammeln», sagten Federer und Nadal unisono.

Die Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres mag Federer einige Male verloren haben, doch der Stellenwert des 16-fachen Grand-Slam-Siegers ist in der Heimat nichtsdestotrotz einzigartig. Als der Baselbieter durch weissen Rauch in die Arena einlief, erhielt er Standing Ovation und der Lärm, den die 12 000 privilegierten Zuschauer machten, war ohrenbetäubend. Nicht nur die in Schweizer Farben gekleideten 500 Mitglieder des Roger-Federer-Fanklubs kreischten, sondern auch das ansonsten wohl verhaltenere Publikum.

Der Auftritt der beiden Tennisstars zog eine Menge Prominenz an. Sebastian Vettel, Gökhan Inler, Nick Heidfeld, Dario Cologna, Kilian Wenger, Tanja Frieden, Lindsey Vonn, Sarah Meier, Maria Walliser oder Murat Yakin waren genauso unter den Zuschauern wie Julia Saner, Nadine Strittmatter oder Adrian Stern. Didier Cuche, Ariella Kaeslin und Fabian Cancellara beteiligten sich sogar an der Spendensammlung für die «Roger Federer Foundation»: Cuche versteigerte einen Skitag, Kaeslin einen Flug mit der Patrouille Suisse und Cancellara ein topmodernes Velo. Entertainer DJ Bobo änderte derweil seinen Hit ab und sang im Vorprogramm «Believe in Freedom, Love and Roger».

Ernst und Lockerheit

Alles stand wie erwartet im Zeichen von Roger Federer, obwohl auch Nadal einen warmen Applaus vom Publikum in Empfang nehmen durfte. Doch schon nach dem ersten Ballwechsel, als der Spanier einen Return ins Out spielte, zeigte sich, dass nicht nur die Spieler, sondern auch die Zuschauer die Partie durchaus ernst nahmen: Die Sympathien waren auf jeden Fall klar verteilt. Es gab begeisternden Jubel für Federers Punkte und respektvollen Applaus für Nadals Gewinnschläge. Heute in Madrid dürfte es sich dann genau umgekehrt verhalten.

Das erste von zwei Duellen innerhalb von 24 Stunden war eine gelungene Mischung aus Ernst und Lockerheit. Intensität und Tempo waren phasenweise so beeindruckend wie bei ihren 22 Begegnungen auf der ATP-Tour, dennoch gab es die einen oder anderen Schläge, die der Zuschauer ansonsten kaum zu sehen bekommt. Etwa als Federer vier Smashs in Folge von Nadal zurückbrachte, weil der Spanier diese jeweils auf den Schweizer spielte. Den Punkt sicherte sich dann aber trotzdem Nadal mit einem schönen Volleystopp.

Training mit 56 Kindern

Bereits am Nachmittag war es zwischen den beiden Rivalen freundschaftlich zu und her gegangen. Mit einem roten Sportwagen hatte Federer seinen Rivalen am Flughafen abgeholt. Später schlenderten sie durch die Stadt Zürich, erfüllten diverse Autogramm-Wünsche und liessen sich geduldig mit Fans fotografieren. Es folgte ein gemeinsames Mittagessen, eine Shoppingtour und ein Warm-Up auf den Match mit 56 Kindern, die mit den Führenden der Weltrangliste trainieren durften.

Heute hat Nadal die Möglichkeit, Federer in Madrid herumzuführen, bevor am Abend der zweite Teil der Exhibition-Show ansteht, diesmal zu Gunsten von Nadals Stiftung. Für den Schweizer geht es danach zurück nach Dubai, wo er mit seiner Frau Mirka und den beiden Zwillingstöchtern Myla und Charlene Weihnachten verbringt. Bereits Ende Monat steht er beim Exhibition-Turnier in Abu Dhabi wieder im Einsatz; ab dem 3. Januar bestreitet er in Doha den ATP-Event. Das nächste grosse Highlight folgt ab dem 17. Januar mit dem Australian Open. Spätestens dann sind Federer und Nadal wieder in erster Linie Rivalen.

 

 

(Julien Oberholzer, Zürich/Si)

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