Einsätze für Médicins Sans Frontières immer gefährlicher

publiziert: Montag, 25. Okt 2004 / 17:40 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Okt 2004 / 18:11 Uhr

Zürich - Die Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières (MSF) ist besorgt über die Lage in den Krisengebieten auf der Welt. Weil die Sicherheit immer weniger gewährleistet ist, droht humanitären Einsätzen das Aus.

Médecins Sans Frontières (MSF) wollen alle humanitären Einsätze einstellen.
Médecins Sans Frontières (MSF) wollen alle humanitären Einsätze einstellen.
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Im Berichtsjahr 2003/04 wurde dieses Szenario zwei Mal Realität: Nach der Ermordung von fünf MSF-Mitarbeitern in Afghanistan im Juni 2004 entschied sich die Hilfsorganisation nach 20 Jahren Präsenz im Land zum Rückzug. Projekte in Dagestan wurden ebenfalls beendet, als der niederländische Projektleiter Arjan Erkel entführt wurde.

Diese Entwicklungen unterwandern nachhaltig die Grundfeste von unabhängigen medizinischen Hilfseinsätzen, sagte Christian Captier, Generaldirektor von MSF Schweiz, vor den Medien in Zürich. Captier befürchtet, dass sich die Situation in den Krisengebieten künftig noch verschlechtern wird.

Das Muster von Entführungen wie etwa im Irak könnte sich auf andere Länder ausdehnen, erklärte Captier. Vor dem Hintergrund solcher Gewaltexzesse sei ein Arbeiten nicht mehr möglich.

Als wichtigen Grund für die veränderte Ausgangslage nannte Captier den vom Westen geführten Kampf gegen den Terrorismus. US-Präsident George W. Bushs Aussage Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns mache es schwierig, den Menschen in einem Krisengebiet klar zu machen, dass man unabhängig arbeite.

Im 2003 war MSF Schweiz mit Projekten in über 20 Ländern präsent. Der Aufwand betrug rund 61,69 Millionen Franken. Demgegenüber standen Einnahmen von 57,75 Millionen. Das resultierende Defizit von 3,9 Millionen führt die Infobeautragte Eva van Beek auf Noteinsätze im Kongo und in Liberia zurück.

Das Hilfswerk Médecins Sans Frontières wurde 1971 nach dem Biafrakrieg von Ärzten und Journalisten gegründet. Neben fünf operationellen Zentren in Frankreich, Belgien, Holland, Spanien und der Schweiz sind MSF 14 weitere nationale Sektionen angegliedert.

(fest/sda)

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