Entsorgung des Giftmülls in Elfenbeinküste beginnt

publiziert: Sonntag, 17. Sep 2006 / 20:06 Uhr

Abidjan - Knapp einen Monat nachdem ein niederländisches Unternehmen 500 Tonnen Giftmüll in der Elfenbeinküste abgeladen hatte, haben französische Fachleute in Abidjan mit der Entsorgung begonnen.

Die Proteste in der Elfenbeinküste waren gross.
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Die nach faulen Eiern stinkende Flüssigkeit, die Ölrückstände und Reinigungschemikalien enthält, soll in einer französischen Sondermüllanlage verbrannt werden.

Der Chef des UNO-Umweltprogramms, Achim Steiner, sprach von einem «besonders schmerzhaften Beispiel», wie illegaler Export in Entwicklungsländer «menschliches Leid erzeuge». Es sei zu befürchten, dass der Schmuggel von Sondermüll sich immer mehr lohnen werde, sagte er dem «Spiegel».

Unterdessen stellte Premierminister Charles Konan Banny seine neue Regierungsmannschaft vor. Das Kabinett war vor einer Woche wegen des Giftmüllskandals zurückgetreten. Kritiker warfen Banny jedoch vor, den Skandal zur Umbildung der zerstrittenen Übergangsregierung genutzt zu haben.

Minister für Umwelt und Transport ausgewechselt

Die Minister für Umwelt und Transport, die der Mitverantwortung für den Skandal beschuldigt worden waren, wurden ausgewechselt. Eine aufgebrachte Menge hatte den Transportminister verprügelt und ihn gezwungen, an einer der Müllhalden die übel riechenden Gase einzuatmen.

Nach Angaben der Ölhandelsfirma Trafigura scheiterte eine ordnungsgemässe Entsorgung der Schiffsölabfälle in Europa an der Zahlung von 250 000 Euro und einer drohenden Vertragsstrafe für die verspätete Öllieferung.

Die Entsorgung in Abidjan sei danach «auftragsgemäss» erfolgt, berichtete der «Spiegel». Ein vertrauliches Telefax vom Kapitän des betroffenen Öltankers belege, dass die Gefährlichkeit der Tankladung bekannt war.

Infolge des bislang grössten bekannt gewordenen Giftmüllskandals in Afrika starben bisher sieben Menschen. Über 10 000 mussten sich medizinisch behandeln lassen.

(smw/sda)

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