Erdbebengefahr für Basel und Wallis

publiziert: Montag, 8. Nov 2004 / 15:26 Uhr / aktualisiert: Montag, 8. Nov 2004 / 15:44 Uhr

Zürich - Die Gefahr eines starken Erdbebens ist in den Kantonen Wallis und Basel-Stadt grösser als bisher angenommen. Dies zeigt die aktualisierte Erdbeben-Gefährdungskarte.

Domenico Giardini, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).
Domenico Giardini, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).
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Erdbeben könnten aber auch mit Hilfe der neuen Karte nicht vorausgesagt werden, sagte Domenico Giardini, Leiter des Schweizerischen Erdbebendienstes SED, vor den Medien. Man könne jedoch damit die in den nächsten 500 Jahren zu erwartenden Bodenbewegungen genauer abschätzen.

Die Karte demonstriert dies eindrücklich: Während in grossen Teilen des Mittellandes und im Tessin die Farben blau und blaugelb für kleine Gefahr vorherrscht, sind die Regionen Basel und vor allem das Wallis orange, rot bis braunrot eingefärbt. Letztere Farbe steht für sehr starke Erdbeben.

Gegenüber der ersten Risiko-Karte von 1978 musste das Gebiet höchster Gefährdung im Wallis ausgedehnt werden. Die Gefährdung in Basel erweist sich als etwas höher als früher angenommen, und das Gebiet mittlerer Gefährdung breitet sich auf der neuen Karte gleichmässiger auf den gesamten Alpenbogen aus. In einigen Regionen wie Genf und Bodensee wurde die erwartete Gefährdung reduziert.

Die Geschichte lehre, dass die Schweiz mit starken Erdbeben rechnen müsse, sagte Giardini. Dafür solle die Karte in der Öffentlichkeit das Bewusstsein schärfen. So zerstörte 1356 ein Erdbeben der Stärke 6,5 - das stärkste historisch dokumentierte Beben in Zentraleuropa - einen grossen Teil der Stadt Basel.

Erdbeben dieser Grössenordnung sind laut Giardini in den nächsten 500 Jahren in den am stärksten bedrohten Gebieten möglich. Dennoch sei aber beispielsweise die Erdbebengefährdung in Griechenland rund dreimal grösser als in dem am stärksten bedrohten Kanton Wallis.

(fest/sda)

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