Erinnerungen an die Blamage

publiziert: Mittwoch, 26. Apr 2006 / 07:10 Uhr

Nach dem 1:0 in Mailand hat der FC Barcelona heute im Rückspiel des zweiten Champions-League-Halbfinals alle Trümpfe in der Hand.

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Obwohl nur wenige ausserhalb Barcelonas nach dem überzeugenden Auswärtssieg vor Wochenfrist an ein Ausscheiden dieser homogenen Mannschaft glauben, lastet ein schweres Trauma auf den Spaniern. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, dass die Italiener den Katalanen einen dicken Strich durch die Rechnung machen würden.

Als Barça 1994 letztmals einen Europacup-Final erreichte, galt das Dream Team von Trainer Johan Cruyff als Favorit. Es liess sich dann aber von Milan gleich mit 0:4 abfertigen.

Der Barça-Trainer Frank Rijkaard spielte damals noch für Milan. «Ich kenne die Mailänder und weiss, dass sie sich nicht aufgeben», warnt der Holländer seine Spieler.

Milan «in Pension» schicken

Das 0:4 bedeutete praktisch das Ende der Wundermannschaft um Romario und Ronald Koeman. Jetzt will Barcelona die Scharte auswetzen und seinerseits die glorreiche, aber alternde Milan-Elf «in Pension» schicken.

«Das Spiel kann eine Wachablösung im europäischen Fussball einleiten», meint der frühere Barça-Profi Bernd Schuster. «Barcelona hat eine Mannschaft, die nicht nur diese, sondern auch noch mehrere Champions Leagues gewinnen kann.»

Während Milans Kader im Durchschnitt 30 Jahre alt ist, haben die Spanier mit einem Altersdurchschnitt von 23 Jahren die Zukunft auf ihrer Seite.

Alles schaut auf Ronaldinho

Einer wird sich durch die Schmach von 1994 kaum beeindrucken lassen, da er damals in seiner Heimat als Vierzehnjähriger kaum etwas vom grossen Triumph der Mailänder mitbekommen haben dürfte.

Weltstar Ronaldinho hat heuer mit Barcelona den zweiten spanischen Titel praktisch auf sicher, er wurde zum Weltfussballer des Jahres 2005 gewählt und stieg mit einem geschätzten Jahreslohn von 35 Millionen Franken zum bestbezahlten Spieler auf. Nun will der Brasilianer mit den Katalanen auch noch die Champions League gewinnen.

Die Chancen, dass Barcelona im Halbfinal-Rückspiel im heimischen Camp-Nou-Stadion gegen Milan erstmals seit zwölf Jahren den Final der Königsklasse erreicht, könnten kaum besser stehen. «Einen Ronaldinho kann man nicht ausschalten», weiss auch Mailands Trainer Carlo Ancelotti. «Wir müssen versuchen, seinen Spielraum einzuengen.»

«Wir werden die Chancen nutzen»

Nach dem 1:0-Auswärtssieg im Hinspiel liegen die Chancen der Katalanen auf ein Weiterkommen nach der Europacup-Statistik bei 91 Prozent. In den letzten zehn Jahren kam in der Champions League Ajax Amsterdam 1995/96 als einziger Klub nach einer 0:1-Heimniederlage noch in die nächste Runde.

Während sich die Barça-Stars am Wochenende wegen eines Spielausfalls ausruhen konnten, mussten die Mailänder in Messina die Knochen hinhalten.

Mit Andrej Schewtschenko, Kaka, Alessandro Nesta, Massimo Ambrosini und Paolo Maldini sind seither gleich fünf Stars angeschlagen. «Im Camp Nou würde ich auch humpelnd spielen», sagt Schewtschenko. «Wir werden unsere Chancen bekommen und sie nutzen.»

(rr/Si)

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