Obama entschuldigt sich bei Karsai

Erneut Tote bei Protesten wegen Koranverbrennung

publiziert: Donnerstag, 23. Feb 2012 / 23:28 Uhr
Die Koranverbrennung löst grosse Tumulte in Afghanistan aus.
Die Koranverbrennung löst grosse Tumulte in Afghanistan aus.

Kabul - Die Ausschreitungen wegen der Koranverbrennung durch US-Soldaten haben in Afghanistan am Donnerstag erneut mehrere Todesopfer gefordert. Mit einer offiziellen Entschuldigung versuchte US-Präsident Barack Obama die Wogen zu glätten.

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Bei Zusammenstössen mit Sicherheitskräften starben mindestens sechs Demonstranten. Zwei von ihnen wurden getötet, als amerikanische und afghanische Sicherheitskräfte in der östlichen Provinz Nangarhar Schüsse eines afghanischen Soldaten erwiderten.

Dieser hatte vermutlich aus Rache für die Koranverbrennung amerikanische Kameraden angegriffen und zwei von ihnen getötet, wie der Polizeichef des Distrikts Khogyani, Hadschi Mohammad Hassan, sagte. Danach sei er davongerannt und habe sich unter die Demonstranten gemischt. Bei dem Vorfall wurden zudem sieben Demonstranten verwundet.

«Tiefes Bedauern» von Obama

Nach Angaben des Präsidialamtes in Kabul übergab der amerikanische Botschafter Präsident Hamid Karsai einen Brief von Obama. Darin äussert der US-Präsident «tiefes Bedauern über den berichteten Zwischenfall» und bittet um Entschuldigung.

Der vom afghanischen Präsidialamt veröffentlichten Erklärung zufolge schrieb Obama weiter, dass es sich um ein Versehen handelte. Karsai sagte dazu, aus seiner Sicht habe der verantwortliche Offizier ignorant und mit wenig Verständnis für die Bedeutung des Korans gehandelt.

Taliban rufen erneut zu Gewalt auf

Die Taliban nutzen die Empörung über die Koranschändung erneut, um die Afghanen zu Gewaltakten gegen die ausländischen Truppen aufzustacheln.

Die radikal-islamischen Taliban riefen ihre Landsleute und besonders Soldaten und Polizisten auf, sich gegen die Nato-Truppen und alle westlichen Ausländer zu erheben. «Unsere tapferen Leute müssen die Militärstützpunkte der Eindringlinge ins Visier nehmen, ihre Militärkonvois und Streitkräfte», hiess es in einer im Internet verbreiteten Erklärung.

Die Afghanen sollten die Ausländer töten, schlagen oder gefangen nehmen, um ihnen eine Lektion zu erteilen, damit sie nie wieder den Koran schändeten.

(bg/sda)

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