Ex-Guerilla-Kämpfer gewinnt Präsidenten-Wahl in Uruguay

publiziert: Montag, 30. Nov 2009 / 11:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Nov 2009 / 11:35 Uhr

Montevideo - Der frühere Guerillero José Mujica hat die Präsidentenwahl in Uruguay klar gewonnen. In der Stichwahl am Sonntag kam der 75-jährige Kandidat des linken Regierungsbündnisses Breite Front (Frente Amplio) nach Auszählung fast aller Stimmen auf 53,2 Prozent.

Das Wählen in Uruguay ist vorgeschrieben.
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Sein konservativer Herausforderer, der Ex-Präsident Luis Alberto Lacalle (1990-1995), musste sich mit etwa 42,7 Prozent der Stimmen geschlagen geben.

Mujica kündigte in einer Siegesrede vor tausenden jubelnden Anhängern in Montevideo Gespräche mit allen politischen Kräften an. Er sei auch bereit, der Opposition politische Ämter anzubieten.

Mujica war als klarer Favorit in die Abstimmung gegangen. Nach seinem Sieg rief er zu Toleranz auf. «Heute ist ein Tag der Freude. Aber wir wissen auch, dass es heute Landsleute gibt, die unglücklich sind und niemand sollte den Fehler begehen, sie zu beleidigen», warnte er.

Mujica nicht unumstritten

Mujica ist wegen seiner Vergangenheit nicht unumstritten: Er stand in den 1960er und 70er Jahren mit an der Spitze der linken Guerilla und sass 14 Jahre lang im Gefängnis. Er war bereits Minister und Senator und hat eine Fortsetzung der investorenfreundlichen Politik des Landes angekündigt.

Mitentscheidend für Mujicas Erfolg waren nach Einschätzung von Meinungsforschern die Glaubwürdigkeit und die Erfolge der zurückliegenden fünf Regierungsjahre unter Präsident Tabaré Vázquez, der gemäss der Verfassung nicht wieder antreten konnte.

Mujica hatte im ersten Wahlgang mit knapp 48 Prozent der Stimmen die nötige absolute Mehrheit verfehlt. Das Wählen ist für die fast 2,6 Millionen stimmberechtigten Bürger des Landes verpflichtend.

(pad/sda)

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