Ex-Mister Universe Schwarzenegger vor Herkulesaufgabe - Porträt des neuen kalifornischen Gouverneurs

publiziert: Mittwoch, 8. Okt 2003 / 16:52 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Okt 2003 / 18:41 Uhr

Los Angeles - Auf der Leinwand hat der "Terminator" schon mehr als einmal die Welt vor dem Untergang bewahrt. Im realen Leben erhält Arnold Schwarzenegger jetzt den Auftrag, Kalifornien zu retten - als Gouverneur im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat.

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Seine Siegerrede war ein Tribut an seine Wahlheimat: "Ich kam mit absolut nichts hierher, und Kalifornien hat mir absolut alles gegeben", sagte der gebürtige Österreicher, der 1983 in den USA eingebürgert worden war.

Vor Schwarzenegger liegt eine wahre Herkulesaufgabe. Denn der bisherige Gouverneur Gray Davis hinterlässt die Finanzen des Westküstenstaates in desaströsem Zustand.

Keine konkreten Vorschläge

Doch wie er das dramatische Haushaltsdefizit von 38 Milliarden Dollar konkret abbauen will, liess Schwarzenegger bislang offen. Er will die Staatsausgaben reduzieren, gleichzeitig aber keine Steuern erhöhen - das hört sich nach der Quadratur des Kreises an.

Mehr als ein Dutzend Frauen beschuldigten Schwarzenegger, sie sexuell drangsaliert zu haben. Auch wenn Frauenrechtlerinnen gegen den "Grapscher" Sturm liefen, konnte der Schauspieler genügend Stimmen in der weiblichen Wählerschaft gewinnen. Auch die Vorwürfe, der gebürtige Österreicher habe früher Bewunderung für Adolf Hitler gezeigt, prallten wirkungslos an ihm ab.

Schwarzeneggers Erfolg beruht nach Einschätzung vieler Experten darauf, dass er sich als politischer Newcomer gegen das bei vielen Wählern diskreditierte Parteien-Establishment abgrenzen konnte.

Als Beleg für seine Macher-Talente konnte der 56-Jährige auch darauf verweisen, dass er in seinem Leben schon viele hohe Hürden genommen hat.

Sohn eines armen Polizisten

Als Sohn eines armen Polizisten in Graz zur Welt gekommen, machte der 1,88-Meter-Mann zunächst als menschliche Kraftmaschine Karriere und Geld. Mit 20 wurde er der bis dato jüngste "Mister Universe" aller Zeiten; vier weitere Titel folgten.

1968 ging er in die USA, wo er innerhalb eines Jahres seine erste Million machte - mit einem Versandhandel für Fitnessgeräte. An der Universität Wisconsin machte Schwarzenegger einen Abschluss in Wirtschaft.

In den körperbetonten 70ern landete Schwarzenegger dann in Billigfilmen, deren dürftige Dialoge von der überreichen Zurschaustellung männlicher Muskelmasse ausgeglichen wurden.

1982 war endlich der weltweit bekannte Film- und Muskelstar Schwarzenegger geboren: Der Film "Conan der Barbar" verhalf ihm zum Durchbruch. Es folgte ein Filmknüller nach dem anderen, so die legendären "Terminator"-Filme, deren dritter Teil eben erst in den Kinos anlief.

Liberaler Konservativer

Schon kurz nach seiner Einwanderung in die USA trat Schwarzenegger den konservativen Republikanern bei. Seine politischen Ansichten haben sich allerdings im Laufe der Jahre abgemildert.

Heute unterstützt er etwa das Recht auf Abtreibung, Einschränkungen des Waffenbesitzes und die Anerkennung von Homosexuellen - liberale Positionen, die auch auf den Einfluss seiner Frau Maria Shriver zurückgehen mögen. Die TV-Journalistin gehört als Nichte des früheren Präsidenten John F. Kennedy einem Clan höchst einflussreicher Demokraten an.

Trotz der unterschiedlichen Parteibindungen stand Shriver ihrem Mann im Wahlkampf beiseite und nahm ihn auch gegen die Macho-Vorwürfe in Schutz. Experten werteten ihre Unterstützung als mit entscheidend für den Sieg.

(Marc Lavine/afp)

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