FIFA verzichtet auf Untersuchung gegen Sepp Blatter

publiziert: Samstag, 9. Mrz 2002 / 16:56 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 10. Mrz 2002 / 10:26 Uhr

Zürich -  Die FIFA wird die von somalischen Funktionären erhobenen Vorwürfe, bei der Wahl von Joseph Blatter zum FIFA-Präsidenten 1998 seien Schmiergelder geflossen, nicht untersuchen. Dies beschloss das Exekutivkomitee der FIFA am Samstag. Die
Untersuchungen müssen bis zum 30. April abgeschlossen sein.

Die turbulente Woche der FIFA mit unzähligen Sitzungen in Zürich
ist für Sepp Blatter doch noch zufriedenstellend zu Ende gegangen.
Die Wahl des Wallisers zum FIFA-Präsidenten vor vier Jahren wird
nicht (mehr) untersucht, da dazu die juristische Grundlage fehlen
würde. Die Wahlen von Paris Anfang Juni 1998 wurden nämlich bereits
untersucht und 1999 abgeschlossen.
 
   Dagegen bleiben die Unklarheiten betreffend der Finanzen. Doch
auch hier zeichnet sich ein für Blatter günstiger Ausgang ab. Nach
mehreren Sitzungen soll nun ein sechsköpfiges Gremium die Bücher
nochmals prüfen. «Das Vorgehen ist eine doppelte Buchführung und
keine Untersuchung», betonte Blatter. «Wenn es eine Untersuchung
gäbe, würde automatisch der Verdacht aufkommen, dass einiges
vertuscht wurde oder nicht mit rechten Dingen zuging.» Und zu
vertuschen habe man schliesslich nichts. Das Gremium hat nun bis
Ende April Zeit, die Recherchen abzuschliessen und festzustellen,
ob das wirklich stimmt.
 
   Doch Blatters Gegner bleiben kritisch. «Der Präsident spricht
von Buchprüfung, für uns ist es eine Untersuchung», sagte der
Italiener Antonio Matarrese und kündigte für die kommenden Wochen
weitere Aktivitäten an. Dabei soll untersucht werden, wie gross der
Schaden für die FIFA aus dem Bankrott des Marketingpartners ISL
tatsächlich ist.
 
   Doch auch diese Schritte konnten Blatters gute Laune nicht
verderben. «Die geforderte Untersuchung hatte nur zum Ziel, mich zu
demontieren. Doch in den letzten Sitzungen habe ich gemerkt, dass
einigen klar wurde, dass wir zusammenarbeiten müssen und nicht
gegeneinander handeln dürfen.» Getreu dem FIFA-Slogan «For the Good
of the Game.»

(bal/sda)

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