Falciani: «Habe Schweizer vor Franzosen informiert»
publiziert: Montag, 21. Dez 2009 / 10:11 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Dez 2009 / 11:06 Uhr

Paris - Der ehemalige Informatiker der Genfer HSBC Private Bank, Hervé Falciani, hat die Schweiz scharf kritisiert. Falciani, der der Bank Kundendaten gestohlen haben soll, sagte in einem Interview, er habe die Schweizer Behörden lange vor den Franzosen alarmiert.

Die HSBC Private Bank.
Die HSBC Private Bank.
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Er habe die Schweizer Behörden «Ende Sommer 2006» informiert. «Da ich vom Bund keine Antwort bekam, habe ich mich an andere Behörden gewandt», sagte Falciani gegenüber der französischen Zeitung «Le Figaro».

Der Informatiker stritt ab, jemals Bankdaten gegen Geld verkauft zu haben. Ihm war vorgeworfen worden, er habe 2008 die HSBC-Daten im Libanon zum Verkauf angeboten. «Ich glaubte, ich stünde in Kontakt mit einer staatlichen Behörde», erklärte er die Libanon-Geschichte. «Vor Ort ist mir klar geworden, dass dies nicht der Fall ist. Ich wurde manipuliert», sagte der 35-Jährige.

«Wie Zuhälter verhalten»

Nach seiner Rückkehr habe er sich mit seinen Informationen an die französische Polizei gewandt, sagte der Informatiker. Bereits früher hatte er erklärt, er habe die Daten der Bank abgezogen, weil ihn die Praktiken der Banker angewidert hätten. Die Banker hätten «wie Zuhälter» verhalten. Er habe sich an Schweizer Bundesbehörden gewandt, präzisierte Falciani.

Falciani soll Frankreich Daten von 130'000 HSBC-Kunden übergeben haben, darunter Franzosen, Kolumbianer und Italiener sowie chinesische Behörden.

Schweiz spricht von Diebstahl

Wegen des Datenklaus schwelt zwischen der Schweiz und Frankreich ein Streit. Die französische Staatsanwaltschaft will die Daten nutzen, um Geldwäschern sowie Steuerflüchtlingen auf die Spur zu kommen.

Die Schweiz dagegen spricht von einem Diebstahl und droht, das neue Doppelbesteuerungsabkommen mit Paris auszusetzen, das 2010 in Kraft treten soll. Zudem verlangt Bern die Auslieferung Falcianis, der in Frankreich unter Polizeischutz steht.

Der französische Senat wiederum verzichtete am Freitag auf Drängen der Regierung in Paris erst in letzter Minute darauf, die Schweiz auf eine Schwarze Liste von Steuerparadiesen zu setzen.

(fkl/sda)

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Nun ja, da haben wir wieder so einen Fall!
Vor allem die Rechten schreien immer auf, wenn der Staat sich in die Wirtschafts- und Finanzwelt einmischen will, wenn es aber einmal nicht so recht klappt mit der freien Wirtschaft, dann schreit man auch auf, weil der Staat zu wenig rasch handelt und zu wenig gewusst hat. Darüber sollte man sich einmal ganz gründlich auseinandersetzen.
Die HSBC ist ja nun keine Schweizer Bank und gerade diese chinesische Grossbank hat sich sicher gegen jeden staatlichen Kontrollversuch zu wehren gewusst.
Daraus nun dem Bundesrat ohne Gesicht ein Vorwurf zu machen, finde ich nicht ganz redlich.
Kriminelle Handlungen werden nun einmal immer erst im Nachhinein entdeckt und geahndet.
Wichtig ist jetzt doch nur die Frage, wie der Bundesrat das Problem angeht und dass es nicht wieder so kommt, wie mit der UBS: Starke Worte vor dem Einknicken und dann nichts weiter mehr...?
im EFD müssen Köpfe rollen !
Die Pannen im EFD gehören langsam zur Tagsordnung. In diesem Departement muss nun dringend ausgemistet werden. Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf an zu stinken. Warten wir mal das Ende des Präsidialjahres ab, vielleicht löst sich das Problem dann von selbst? http://bazonline.ch/schweiz/standard/HSBCAffaere-Merz-wusste-Bescheid-...


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