Spitalkosten

Fallpauschale treibt Gesundheitskosten in die Höhe

publiziert: Dienstag, 10. Jun 2014 / 17:15 Uhr
Santésuisse schätzt, dass rund drei Prozent der Spitalrechnungen fehlerhaft sind, die pro Jahr Mehrkosten von rund 150 Millionen Franken verursachen.
Santésuisse schätzt, dass rund drei Prozent der Spitalrechnungen fehlerhaft sind, die pro Jahr Mehrkosten von rund 150 Millionen Franken verursachen.

Bern - Mit der Einführung der Fallpauschale versprachen Gesundheitsexperten mehr Transparenz und tiefere Kosten. Der Krankenkassenverband santésuisse belegt das Gegenteil: Spitäler machen ihre Patienten kränker als sie in Wirklichkeit sind, um höhere Rechnungen zu stellen.

9 Meldungen im Zusammenhang
2012 wurde das Fallpauschalensystem DRG (Diagnosis Related Groups) eingeführt. Seither übernehmen die Kantone mindestens 55 Prozent der Spitalkosten, die Krankenkassen höchstens 45 Prozent. Die Fallpauschalen decken den auf den kantonalen Spitallisten eingetragenen Spitälern sämtliche Behandlungskosten inklusive der Investitionen.

Kränker gemacht

Die Fallpauschalen böten den Spitälern den Anreiz, Tarife zu optimieren und im legalen Rahmen die Grenzen auszuloten, bestätigte santésuisse-Sprecher Paul Rhyn einen Vorausbericht der Sendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens SRF 1 vom Dienstag.

Die Bevölkerung sei seit der Einführung der Fallpauschalen kränker geworden, sagte Santésuisse-Vertrauensarzt Reto Guetsch am Mittag im Schweizer Radio SRF. Das sei in so kurzer Zeit gar nicht möglich.

Blutvergiftungen etwa, die teurer zu behandeln seien als Infektionen, hätten 2012 deutlich zugenommen. Die Kontrolle von 40 Krankengeschichten ergaben laut santésuisse eine Differenz von 150'000 Franken - zu Ungunsten der Krankenkassen.

Kostenschub verursacht

Santésuisse schätzt, dass rund drei Prozent der Spitalrechnungen fehlerhaft sind. Dies verursache pro Jahr Mehrkosten von rund 150 Millionen Franken. Für die Krankenkassen sei es aber nicht möglich, das Geld nachträglich zurückfordern, sagte Rhyn.

Die Einführung der Fallpauschalen habe zu einem Kostenschub geführt. 2012 seien die Spitalkosten um 460 Millionen Franken angestiegen, wie das Zahlenmaterial des Krankenkassenverbands zeige.

Die Swiss DRG AG, welche im Auftrag der Kantone, Krankenkassen und Spitäler das Fallpauschalensystem erarbeitet hat und nun weiterentwickelt, war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Fehlentwicklungen durch Fallpauschalen bewegten sich noch in einem «moderaten Mass».
Zürich - Seit 2012 werden die ... mehr lesen 2
Bern - Nach Ansicht des abtretenden Santésuisse-Präsidenten Christoffel ... mehr lesen
Christoffel Brändli wirft den Kantonen vor, sich gegen einen stärkeren Wettbewerb zu wehren. (Archivbild)
Mehr Leistungen und Kosten in den ambulanten Bereich verschoben.
Bern - Die Einführung von Fallpauschalen zur Finanzierung von Spitalleistungen hat nicht zu blutigen Entlassungen geführt. Dies belegen der Spitalverband H+ und die Verbindung der Schweizer ... mehr lesen
Bern - Effiziente Spitäler sollen den ... mehr lesen
Spitäler mit Fallpauschalen dürfen Effizienzgewinne kassieren.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Neuenburg - Die Gesundheitskosten sind 2012 im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent auf 68,0 Milliarden Franken gestiegen. Sie machten damit 11,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus, gegenüber 11,0 Prozent im Vorjahr. Das ist ein neuer Höchststand. mehr lesen 
St. Gallen - Spitäler dürfen mit dem ... mehr lesen
Spitäler dürfen nach neuem Recht Gewinne erzielen.(Symbolbild)
Die Gesundheitskosten sind nicht zu bremsen.
Bern - Die Kosten für ... mehr lesen
Ach, wirklich?
Ich glaube, es war noch 2012, als ich dies voraussagen konnte, hier in diesem Forum. Wer sucht, der findet.
Wie konnte ich nur!!?! Ich habe wohl eine Kristallkugel.

Hier der ultimative IQ-Test für jedermann:

1) War der Umstand, der jetzt festgestellt wurde, voraussehbar?

ja= 5 Punkte - nein= 1 Punkt - weiss nicht= 0 Punkte

2) Gab es schon mal ein historisches Beispiel, wo höherer Verwaltungs- und Kontrollaufwand zu geringeren Kosten führte?

ja= 1 Punkt - nein= 5 Punkte - weiss nicht= 3 Punkte

3) Ist die Erde eine Scheibe?

ja= 1 Punkt - nein= 1 Punkt - weiss nicht= 1 Punkt

4) Falls Sie bei 1 und 2 mit nein geantwortet haben; welches ist Ihre Lieblingslektüre?

Der Nebelspalter= 4 Punkte - UComix= 8 Punkte - Hubachers Blocher = 3 Punkte

Jetzt einfach die Punkte addieren und das Resultat durch sich selbst teilen.

0 = Gratuliere, Sie sollten sich bei MENSA melden!
1 = Sie sollten dringend Ihr Weltbild überarbeiten!
mehr als 5 Punkte = Sie gehören zur Sorte der unverwüstlichen Optimisten, denen im Leben ALLES gelingt.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Die intensive Nutzung digitaler Geräte, bei der wir weniger blinzeln, fördert die Austrocknung der Augenoberfläche.
Die intensive Nutzung digitaler Geräte, bei der wir weniger ...
Optiker-News Trockene Augen (Sicca-Syndrom) sind ein weit verbreitetes Leiden. Bildschirmzeit, Umwelt und andere Faktoren verschlechtern den Tränenfilm, der für gesunde Augen wichtig ist. Dabei leiden besonders Kontaktlinsenträger häufig unter den unangenehmen Symptomen. Doch es gibt Hoffnung: Augenoptiker spielen eine entscheidende Rolle bei der Diagnose, Behandlung und Prävention von trockenen Augen. mehr lesen  
Fahrrad-News Ein bequemer Sattel ist das A und O für ungetrübten Fahrspass. Egal ob gemütliche Radtour, sportliche ... mehr lesen  
Ein gefederter Sattel hat Vor- und Nachteile.
Durch schnelle Gewichtsabnahme, z.B. mit Ozempic, kann die Haut nicht regenerieren und die Dermis fällt ein wie bei alten Menschen.
Apotheke & Pharma News Das Streben nach dem perfekten Körper hat in Hollywood eine neue, unschöne Wendung genommen: das sogenannte ... mehr lesen  
Publinews Dinge, die Sie beim Kauf berücksichtigen sollten  Ein gesundes Raumklima ist von entscheidender Bedeutung für unser Wohlbefinden. Zu viel ... mehr lesen  
Duschen, Kochen und Wäschetrocknen in Innenräumen erhöhen die Luftfeuchtigkeit.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 13°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 14°C 21°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 13°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 13°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 14°C 19°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 14°C 21°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 16°C 21°C bedeckt mit Gewitternleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten