Fangverbot für Roten Thunfisch im Mittelmeer gefordert

publiziert: Montag, 17. Nov 2008 / 15:08 Uhr

Marrakesch/Madrid - Internationale Tierschutzorganisationen haben ein vorübergehendes Fangverbot für den bedrohten Roten Thunfisch im Mittelmeer gefordert. Der Bestand des beliebten und teuren Speisefisches stehe vor dem Kollaps.

Der Bestand des beliebten und teuren Speisefisches stehe vor dem Kollaps.
Der Bestand des beliebten und teuren Speisefisches stehe vor dem Kollaps.
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Das betonte der WWF (World Wide Fund for Nature) am Rande einer internationalen Thunfisch-Konferenz in Marrakesch. In der marokkanischen Stadt tagen bis zum 24. November die 46 Vertragsstaaten der Kommission zum Schutz des Atlantischen Thunfischs (ICCAT), zu denen auch die EU zählt.

Die Meeresschutzorganisation Oceana plädierte für die Schaffung eines Thunfisch-Reservats im Seegebiet der Balearen, in dem die Tiere sich ungestört vermehren können. Der Ausgang der Konferenz in Marokko sei von entscheidender Bedeutung für das Überleben des Roten Thunfischs.

Wissenschaftler empfehlen seit Jahren Fangquoten von etwa 15'000 Tonnen pro Jahr. In den vergangenen Jahren sei jedoch die doppelte Menge gefangen worden, betonte Oceana. Wegen der massiven illegalen Fischerei habe der tatsächliche Fang allein im vergangenen Jahr bei etwa 60'000 Tonnen gelegen.

Nach Angaben des WWF überschreiten vor allem die Türkei, Italien, Kroatien, Libyen, Frankreich und Spanien häufig die Fangquoten. Wie die Organisation mitteilte, besteht jedoch Hoffnung, dass es in Marrakesch zu einer Wende kommt.

Mit Japan und Spanien hätten zwei der wichtigsten Länder sich für einen Fangstopp ausgesprochen. Zudem habe die EU im Juni die Fangsaison ausgesetzt, weil die europäischen Fischer ihre Quote bereits überschritten hätten.

(smw/sda)

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