Fast 60 Prozent stimmten mit Ja
publiziert: Sonntag, 8. Feb 2009 / 07:53 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Feb 2009 / 15:58 Uhr

Bern - Die Schweiz geht weiter den bilateralen Weg mit der EU. Mit deutlichem Mehr haben die Stimmberechtigten entschieden, den freien Personenverkehr weiterzuführen und ihn auf die neuen EU-Staaten Bulgarien und Rumänien auszudehnen.

Die Gegner kritisieren, dass die Frage mit der Weiterführung des geltenden Abkommens verknüpft wurde.
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1'517'156 Ja (59,6 Prozent) standen am Ende nur 1'027'644 Nein (40,4 Prozent) gegenüber. Das Ständemehr war nicht verlangt, wäre aber problemlos erreicht worden. Das Ja fiel am Ende noch um fast vier Prozentpunkte klarer aus als im September 2005 bei der Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf zehn neue EU-Länder.

Die Stimmbeteiligung lag mit 50,9 Prozent so hoch wie seit über drei Jahren nicht mehr.

Zustimmung in Westschweiz am grössten

Am grössten war die Zustimmung in der Westschweiz und den beiden Basel. Das höchste Ja meldete mit 70,2 Prozent der Kanton Waadt vor Neuenburg mit 69,4 Prozent. Es folgten Jura (66,9), Basel-Stadt (66,8), Freiburg (64,5), Basel-Landschaft (63,3) und Genf (62,4). Das Wallis lag mit 59,6 Prozent Ja in der Westschweizer Phalanx schon etwas zurück.

Hohe Ja-Anteile gab es auch in Bern (62,9), Zürich (61,9), Graubünden (59,4), Zug (59,2), Luzern (581), Solothurn (57,8), Appenzell Ausserrhoden (57,3), St. Gallen (55,6), Aargau (55,5), Schaffhausen (54,3). Nur eine knappe Annahme meldeten Obwalden (52,3), Uri (51,8) und Nidwalden (50,3).

Tessiner sagten klar Nein

Wuchtig Nein mit 65,8 Prozent sagte erwartungsgemäss das Tessin. Der Grenzkanton hatte bereits im Mai 2000 und im September 2005 gegen die bilateralen Verträge I und die Ausdehnung des freien Personenverkehrs auf zehn neue EU-Staaten votiert. Neben dem Kanton Tessin winkten auch Schwyz (56,6), Appenzell Innerrhoden (53,4) und Glarus (51,0) ab.

Mit seinem Verdikt folgte das Schweizervolk dem Bundesrat, dem Parlament, der Wirtschaft und der grossen Mehrheit der Parteien. Durchsetzen konnte sich auch in der Wirtschaftskrise das Argument, dass die Schweiz qualifizierte Arbeitskräfte aus der EU benötige und freier Personenverkehr zu Wachstum und Wohlstand beitrage.

Geschlagen wurden nicht nur die Junge SVP, die Lega dei Ticinesi und die Schweizer Demokraten als Urheber des Referendums. Vom Volk im Stich gelassen wurde auch die SVP, die das Szenario Masseneinwanderung, Arbeitslosigkeit, Sozialdumping und Kriminalität an die Wand gemalt hatte.

(tri/sda)

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Es hat ja funktioniert, lieber condor ... grins
Ich habe Sie schon verstanden ...
Das Stimmvolk hat begriffen und die Krähen selbstverständlich auch - ob die "Schöpfer" dieser Krähen je begreifen werden .... daran zweifle ich sehr!
Die echten Krähen natürlich ....!
Mein Spruch war ironisch gemeint ! Die aufgedruckten Krähen haben kaum die Inteligenz dazu :-)) !
Da fragt es sich, wer denn die Vorbilder dieser Krähen ...
... sind!
Wie ich schon sagte, Raben, Krähen sind sehr intelligente Tiere. Keineswegs bösartig, wie ich von Tierkennern erfuhr! Im Gegensatz dazu sehe ich dies bei den Schöpfern der Krähenplakate anders ... Nun - diese "Schöpfer" haben nicht gemerkt, dass die geschaffenen Krähen wohl dort picken, wo sich gewisse SVolks-Parteiler aufhalten ...! Von einer speziellen Intelligenz, wie bei Raben, kann man ja dort nur schwer sprechen !!

Aber - das ist nun wirklich nicht mein Problem. Denen geht es ja gut!!
Oder etwa doch nicht so ganz?
Aber diesen Krähen ... !
..fehlt doch die Intelligenz ihrer Vorbilder ..!!! Ob es wohl trotzdem funktionieren könnte ??
Dann ist es ja gut so!
Ich hoffe, es ist jetzt überstanden und die SVP-Krähen picken ihre Väter in den Hintern!
.
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Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
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