Fast zwei Drittel der Eltern bezahlen Nachhilfeunterricht

publiziert: Sonntag, 7. Dez 2008 / 12:34 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Dez 2008 / 12:50 Uhr

Bern - Schweizer Eltern sind ehrgeizig: Nach einer Studie der Universität Bern schicken zwei von drei Elternpaaren ihr oder ihre Schulkinder in den bezahlten Nachhilfeunterricht. Das gefährde die Chancengleichheit in der Schule, sagt der Studienleiter.

Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder in  die Nachhilfe, dadurch entsteht eine Chancen-Ungleichheit.
Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder in die Nachhilfe, dadurch entsteht eine Chancen-Ungleichheit.
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Von 2000 befragten Eltern hätten 63 Prozent eines oder mehrere ihrer Kinder bereits einmal in den Nachhilfeunterricht geschickt, präzisierte der Studienleiter und Professor an der Forschungsstelle für Bildungsökonomie der Universität Bern, Stefan Wolter, die Zahlen, die die Zeitung «Sonntag» publik gemacht hat.

Wie viele Schülerinnen und Schüler das genau sind, sei unbekannt. Klar sei aber, dass das Einkommen entscheidend sei, «ob ein Kind Nachhilfe bekommt oder nicht», sagte er im Interview mit der Zeitung. Die Ausbildung der Eltern hingegen spiele keine Rolle.

Gefährdung der Chancengleichheit

Wolter ist jedoch überzeugt, dass jede Auslagerung von Bildung aus der Schule gefährlich ist. «Sobald ein Teil der Bildung ausserhalb der Schule stattfindet, haben nicht mehr alle Kinder die gleiche Chance.»

Hätte man Ausländerkinder berücksichtigt, wäre die Ungleichheit noch grösser

Die Studie berücksichtigt nur Schweizer Eltern. Wären Ausländerkinder einbezogen worden, würde dies die Chancen-Ungleichheit noch mehr verstärken, sagte Wolter.

Um die Chancengleichheit wieder herzustellen, schlägt Wolter Tagesschulen oder ein Verbot von Hausaufgaben vor. In Tagesschulen machten die Kinder dann alles, was mit der Ausbildung zu tun habe, in der Schule und seien begleitet. «Damit gibt es keinen Raum und keinen Anlass mehr für Nachhilfe.»

(sl/sda)

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Immer Schüler? Immer Eltern?
Mir stellt sich dabei die Frage, ob schlechte Noten immer auf die Schüler oder deren Elternhaus zurückzuführen ist? Wieviele von den Eltern, die Nachhilfeunterricht bezahlen oder Kinder auf Privatschulen schicken sind an den schlechten Leistungen schuld? Könnte es nicht vielleicht auch eine Frage der Reife der Schüler sein oder der Lernvorschriften? Sehen Sie sich einmal die Rechung Ihrer Schulgemeinde an, genauer gesagt wie die Kosten für schulpsychologische Massnahmen in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Ob da die Gesellschaft schuld ist?
Chancengleichheit?
Wenn zwei Drittel der Kinder Nachhilfeunterricht benötigen, kann doch das nur zwei Gründe haben. Entweder sind diese Kinder überfordert mit dem Unterricht oder die Lehrer sind nicht fähig den Stoff zu unterrichten.

Die Chancengleichheit, wie sich Prof. Wolter erträumt, kann dann nur heissen, das Niveau nach unten anzupassen. Zudem würde diese Gleichheit höchstens auf Primar- und Mittelschulen zutreffen, denn spätere Studien sind doch wieder sehr abhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern und Familie.
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