Federer widmet Sieg Peter Carter

publiziert: Montag, 2. Aug 2004 / 11:02 Uhr

Toronto - Die Sommerferien haben Roger Federer nicht aus dem Rhythmus geworfen. Mit dem Triumph in Toronto hat Federer auch das zweite grosse Ziel der Saison nach der Titelverteidigung in Wimbledon praktisch erreicht.

Roger Federer freut sich über seinen vierten Masters-Series-Turnier.
Roger Federer freut sich über seinen vierten Masters-Series-Turnier.
Die Nummer 1 ist ihm Roger Fedeer nach seinem vierten Turniersieg in Folge kaum mehr zu nehmen.

Als drittes Grossziel in diesem Jahr bleiben für Federer die Olympischen Spiele in Athen. Unmittelbar danach folgt mit dem US Open das vierte Grand-Slam-Turnier. Ein Gespräch mit dem "Schweizer des Jahres", der die Tennisszene derzeit dominiert.

Herzliche Gratulation zum achten Turniersieg des Jahres. Man weiss fast nicht, zu was man alles gratulieren soll...

"Danke! Meine Serie ist wirklich fast unglaublich. Dass ich eine Leistung von Björn Borg egalisierte (Drei Titel hintereinander auf Rasen, Sand und Hartplatz, Red.), bedeutet mir extrem viel."

"Ich hoffe, ich kann mit Borg mal einen Kaffee trinken gehen und über diese Serie diskutieren. Dennoch bleiben auch gemischte Gefühle. Als ich vor zwei Jahren letztmals in Toronto war, verstarb in Südafrika mein Freund und früherer Coach Peter Carter. Ganz alleine ihm widme ich diesen Turniersieg."

Im Final kam Andy Roddick, die Nummer 2 der Welt, nicht zu vielen Chancen.

"Bei 4:4, 0:40 besass er drei Breakbälle, dann gelangen mir drei Asse. So etwas kann man sich nur wünschen. Ich habe Andy (Roddick) am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, im Wimbledonfinal geschlagen und bin froh, dass ihm am 1. August die Revanche nicht gelungen ist."

"Ich bin sicher, wir werden noch viele Finals gegeneinander spielen, und Andy wird auch zu seinen Siegen kommen."

Vor dem Turnier in Toronto waren Sie in Dubai, wo Sie heuer schon ein Turnier gewannen, in den Ferien. Warum gerade Dubai?

"Weil es dort nur fünf Tage im Jahr regnet. Ich sah in Halle, London und Gstaad soviel schlechtes Wetter, ich musste unbedingt an die Sonne. In Dubai war es 45 Grad warm und immer schön. Ich bin vor allem am Strand gelegen."

Kann Roger Federer noch einfach so am Strand liegen, ohne stets belästigt zu werden?

"Ja, ja! Im Hotel wussten alle Gäste, dass ich da bin und Ferien mache. Aber ich konnte mich dennoch eine Woche lang sehr gut erholen."

Sie sind weiterhin ohne Coach unterwegs. Bleibt das so, weil es ja gar nicht besser laufen könnte?

"Im Moment gibt es an dieser Front nichts Neues. Vielleicht habe ich nächstes Jahr einen Coach, vielleicht geht es noch ein Jahr so weiter wie momentan. Meine Absicht ist es, im Lauf des nächsten Jahres wieder mit jemandem zusammenzuarbeiten."

"Aber alles muss passen: Der Coach muss zu mir passen und mir helfen können. Ich habe Ideen, wer es sein könnte. Die zweite Frage ist: Sind diese Leute verfügbar? Im Moment wäre es eine höchst undankbare Aufgabe für einen neuen Coach. Stellen Sie sich mal vor, ich engagiere jemanden und beginne plötzlich zu verlieren..."

Was ist denn Ihr Erfolgsgeheimnis?

"Mein Selbstvertrauen ist extrem gross. Ich bewege mich sehr gut, und wenn ich mich gut bewege, fühle ich mich auch sehr gut. Extrem wichtig für mein Selbstvertrauen waren das Masters in Houston, das Australian Open und das Turnier in Indian Wells."

"Innerhalb von drei Monaten habe ich an diesen Turnieren meine Angstgegner alle mindestens einmal geschlagen. Wenn ich jetzt an Turnieren die Auslosungen studiere, bin ich nicht mehr entsetzt, wenn ich früh auf Nalbandian, Hewitt oder Henman treffe."

"Schon vor einem Jahr war nach Wimbledon mein Selbstvertrauen riesig. Dann verlor ich aber in Kanada im Halbfinal gegen Roddick, ich glaube sogar an meinem Geburtstag, und wurde deshalb nicht die Nummer 1. Damals konnte ich die Situation nicht bewältigen, heuer gelingt mir das."

Sie haben in Wimbledon den Titel mit Erfolg verteidigt, Sie bleiben bis Ende Jahr die Nummer 1 - zwei ihrer Saisonziele sind erreicht. Das dritte grosse Ziel sind die Olympischen Spiele.

"Richtig! Ich freue mich eigentlich seit vier Jahren auf Athen. Das primäre Ziel ist eine Medaille, nachdem ich diese in Sydney knapp verpasst habe. Aber an Sydney habe ich dennoch viele schöne Erinnerungen. Dort habe ich meine Freundin Mirka kennengelernt. Ich kann in Athen für die Schweiz spielen, was ich sonst nur im Davis Cup kann."

Nach dem Turniersieg in Toronto spielen Sie diese Woche in Cincinnati das nächste Turnier. Leidet unter derart vielen Spielen nicht die Olympia-Vorbereitung?

"Nein, denn Siege sind die beste Vorbereitung, die es nur geben kann. Ausserdem ist das Masters-Series-Turnier von Cincinnati ein zu wichtiges Turnier, als dass ich jetzt einfach absagen könnte. Das wäre auch nicht gut für den Sport."

"Und selbst wenn ich auch in Cincinnati bis zum Final dabei bin, bleibt mir eine Woche bis zum Beginn der Spiele in Athen. Ausserdem bin ich überzeugt, dass der Weg zu den grossen Siegen über Turniere wie Toronto und Cincinnati führt."

"In Toronto gewann ich mein viertes Masters-Series-Turnier. Und hoffentlich gewinne ich bald mein viertes Grand-Slam-Turnier."

(von Rolf Bichsel/Si)

 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 8°C 12°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 13°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 6°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Bern 8°C 12°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Luzern 8°C 12°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Genf 11°C 14°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Lugano 14°C 19°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten