Filmfestival Locarno wird schlanker und agiler

publiziert: Sonntag, 6. Dez 2009 / 15:40 Uhr

Bern - Jünger soll das Filmfestival von Locarno künftig daherkommen, agiler und noch rebellischer: Der neue Direktor Olivier Père, der am Mittwoch, 9. Dezember, seit 100 Tagen im Amt ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Grossveranstaltung zu entschlacken.

Olivier Père wird die Wettbewerbssektionen straffen. (Archivbild)
Olivier Père wird die Wettbewerbssektionen straffen. (Archivbild)
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«Locarno ist kein Festival, das eine breite Übersicht bieten muss - mein Team und ich treffen eine Auswahl», sagt Père. Gleich an seinem dritten Amtstag gab der neue Direktor bekannt, dass er die Wettbewerbssektionen straffen wolle, die Festivalsparte «Ici et ailleurs» verschwindet ganz.

Mittlerweile äussert sich Père auch bereits dezidiert zu einzelnen Fragen der Filmpolitik. Der Debatte um die Konkurrenz zwischen dem jungen Zurich Film Festival und dem traditionsreichen Locarno etwa kann er nichts abgewinnen: «Das sind oberflächlichliche Polemiken.» Die Festivals der Schweiz würden sich nicht konkurrenzieren.

Zurückhaltender reagiert Père auf Fragen zum Schweizer Filmschaffen. Auch wenn er die hiesige Filmproduktion sehr schätze, sei er diesbezüglich ein «neugieriger Neuling», sagt der 1971 geborene Franzose, der fünf Jahre lang in Cannes die Filmauswahl Quinzaine des Réalisateurs geleitet hatte.

Schweizer Filmschaffen mit Potenzial

Als seinen Schweizer Lieblingsfilm nennt Père «Dans la ville blanche» von Alain Tanner aus dem Jahre 1983. Weit oben auf seiner persönlichen Hitliste stehen auch «Nouvelle Vague» (1990) von Jean-Luc Godard, «Höhenfeuer» (1985) von Fredi M. Murer sowie der aktuelle Streifen »Giulias Verschwinden« von Christoph Schaub.

Jüngere Regisseure wie Lionel Baier («Un autre homme») hätten ebenfalls das Zeug, international noch mehr Beachtung zu finden, sagt Père. Sein Vorgänger Frédéric Maire hatte dem Schweizer Filmschaffen in den vergangenen Jahren extra viel Platz eingeräumt.

Das Festival soll auch weiterhin als Plattform für Schweizer Filme auf dem Sprung ins Ausland dienen, wie Père sagt. Dass Locarno das grösste Filmfestival der Schweiz sei, reiche ihm jedoch nicht. Die Veranstaltung müsse zu den weltweit wichtigsten ihrer Art gehören.

(bert/sda)

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